Schulsport

Fußballturnier des Berufskollegs geht fulminant zu Ende

Die Sieger des Budenzauber-Marathons – internationale Förderklasse bei den Jungs und Wirtschaft/Gesundheit bei den Mädels – ließen sich nach Turnierende am Freitag gebührend feiern.

Foto: Bastian Rosenkranz

Die Sieger des Budenzauber-Marathons – internationale Förderklasse bei den Jungs und Wirtschaft/Gesundheit bei den Mädels – ließen sich nach Turnierende am Freitag gebührend feiern. Foto: Bastian Rosenkranz

Bottrop.   Sechs Tage lang spielten Schüler und Lehrer des Berufskollegs ihre besten Fußballer aus, am Freitag ging der Finaltag über die Bühne.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Ihr habt hier ganz großen Sport organisiert, darauf könnt ihr stolz sein.“ Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler setzte am Freitagmittag den Schlusspunkt unter die 39. Auflage des Fußballturniers des Bottroper Berufskollegs – und traf damit den Nagel auf den Kopf. Denn das Schülerturnier ließ fast keinen Wunsch offen und lieferte einmal mehr – auf beeindruckende Art und Weise – den Beweis, dass Fußball über Sprachen und Nationen hinweg verbindet.

Wer am Freitag die Tür zur Turnierleitung öffnete, erlebte eine Überraschung. Keine grauen Bärte, kein schütteres Haar. Stattdessen Kati Ahrens, Wladimir Hasijew, Lea Tschamler, Dilara Cakir, Julia Semjutha und Jan-Niklas Schmitz. Schülerinnen und Schüler, die mit der teuren Anzeigetafel und der Musik hantieren? Bei denen die Fäden eines komplexen Turniers mit 77 Mannschaften über sechs Tage von morgens bis nachmittags zusammenlaufen? Das Sextett winkte schnell ab. Sollte heißen: Gar kein Problem, wir haben alles im Griff – was auch stimmte. Kompetenz kennt halt kein Alter.

Organisation leistet ganze Arbeit

Die Turnierleitung stand am Finaltag des Mammut-Budenzaubers nur stellvertretend für die knapp 100 Jugendlichen und zehn Lehrkräfte, die sich seit vergangenem Sommer um die Organisation gekümmert hatten. „Das Turnier ist von der Größe in NRW einmalig. Vor allem entwickelt es sich von Jahr zu Jahr weiter, die Schülerschaft bringt immer neue Ideen ein“, sagte Schulleiter Guido Tewes am Rande der Spiele, gleichzeitig Bewunderung und Stolz in der Stimme. Ersthelfer für Verletzte, „Techis“ für Licht und Ton in der Halle sowie die Dokumentation in Schrift und Bild, eine Gastronomie-Abteilung für das leibliche Wohl: Die Liste ließe sich noch beliebig erweitern. Selbst die liebevoll gestalteten Plakate an der Hallenwand blieben haften, Panzerband sei Dank. „Alle machen mit und es entwickelt sich eine eigene Dynamik“, ergänzte Rolf Briele – als Chef der Mission ausnahmsweise kein Schüler. Denn so ganz ohne die älteren Semester ging es dann doch nicht. Die Lehrerinnen und Lehrer stellten quasi die Leitplanken des Turniers dar, gaben Sicherheit und Hilfestellung bei Problemen. Und die kamen zwangsläufig auf.

Multikulti auf engstem Raum in teilweise hitziger Atmosphäre erzeugt Reibung. Am Mittwoch löschte die Turnierleitung den Stimmungsbrand und räumte kurzerhand die Halle, nachdem es zwischen einer Mannschaft und den Zuschauern zu Auseinandersetzungen gekommen war. Öffentlichkeitsarbeiter Thomas End: „Wir wollten ein Zeichen setzen, danach war Ruhe.“ Sowohl kurzfristig in der menschenleeren Halle, als auch in den Tagen danach. Zusammen mit Bänder- und Meniskusverletzungen – der Krankenwagen machte drei Mal Halt an der Gladbecker Straße – waren es die einzigen Zwischenfälle bei fast 150 Partien.

Den Großteil der Zeit gab das faire und begeisterte Miteinander den Ton an. Etwa, als die Halle mit dem Flüchtlingsteam ihren Siegtreffer feierte. Oder als die Ausbilder bei der Tombola abräumten (Kommentar der Turnierleitung: „Die haben doch ihr ganzes Gehalt für Lose ausgegeben!“). Apropos Ton: Mit Stefan Weyers nahm sich ein Lehrer eine Auszeit von der Elternzeit und moderierte sympathisch, ohne dabei nur einen Namen eines Kickers zu vergessen – eine ganze Leistung bei 77 Mannschaften.

Leistung brachten neben dem Berufskolleg auch die Sponsoren, die sich vom Eifer der Jugendlichen anstecken ließen. Ob Geld- oder Sachspenden, Vergünstigungen bei Trikotkäufen: Bottrops Unternehmen unterstützten das Turnier nach Kräften. Gingen im vergangenen Jahr gut 7000 Euro jeweils zur Hälfte an die Jugendhilfe Bottrop e.V. sowie den Förderkreis des Kollegs, konnten die Organisatoren gestern die genaue Summe noch nicht beziffern. „Es wird aber nicht viel weniger sein“, so Pressesprecher End.

Blieb am Freitagnachmittag also nur noch ein Fazit der 39. Ausgabe zu ziehen. Rolf Briele etwas überrumpelt: „Muss ich jetzt noch irgendwelche großen Worte finden?“ Nein, denn das Berufskolleg ließ in der letzten Woche sowieso lieber Taten für sich sprechen.

Schüler machen Lehrer nass

Dem Lehrer mal ordentlich die schlechte Mathenote um die Ohren grätschen, welcher Schüler träumt nicht davon? Am Freitag gab es reihenweise die Chance dazu, denn neben den sieben Jungen- bzw. fünf Mädchen-Teams komplettierte jeweils ein Lehrerteam das Feld der Endrunde. „Herr End ist da schon ein bisschen sauer, aber die Lehrer nehmen es sportlich“, kommentierte Kati Ahrens aus der Turnierleitung nach einem von mehreren Fouls am Pressesprecher des Berufskollegs.

Sportlich liefen die Ausbilder auf den Plätzen drei und vier ein, den Sieg machten andere unter sich aus. Bei den Mädels die Teams Wirtschaft/Gesundheit sowie Gesundheit, Erstgenannte setzten sich dank Toren und Paraden von Lea und Sophie Tschamler im Siebenmeterschießen mit 3:2 durch. Bei den Jungs – die internationale Förderklasse forderte die kaufmännischen Assistenten heraus – stand es nach zehn Minuten ebenfalls Unentschieden (0:0). Im Neunmeterschießen brachte dann Ahmad Yawari seinen Internationalen den Sieg und machte sich unsterblich. Zumindest für einen Tag.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik