Forscher sehen im Süden zu viele Fußballplätze

„Die Umwandlung von Ascheplätzen zu Kunstrasen hat die Zufriedenheit der Sportler deutlich erhöht.“ Das ist eine der Erkenntnisse, die Prof. Horst Hübner und Oliver Wulf von der Forschungsstelle Kommnunale Sportentwicklungsplanung der Uni Wuppertal bei ihren Studien zur Fortschreibung des Sportentwicklungsplans gesammelt haben. Dem Betriebsausschuss stellten sie ihre Prognosen zum Bedarf an Hallen und Fußballplätzen vor.

Der demografische Wandel geht an den Fußballvereinen nicht vorbei. Die Zahl der Mitglieder in den Bottroper Fußballabteilungen ist in den vergangenen Jahren um 19,6 Prozent zurück gegangen. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der gemeldeten Mannschaften zwar gleich geblieben, die Zahl der gemeldeten Jugendteams ist aber von 125 auf 114 zurück gegangen. Bis zum Jahr 2025 wird nach den Prognosen der Forscher die Zahl der aktiven Fußballer um rund 1100 zurück gehen, besonders stark bei den Altersgruppen der dann 7- bis 26-Jahrigen, also der aktivsten Gruppe im Sport. Dadurch werde sich die Nachfrage nach Großspielfeldern verändern.

Derzeit am stärksten ausgelastet sind die Sportplätze in Kirchhellen (jedenfalls im Winter), im Sportpark Jacobi und die Plätze im Jahnstadion. Hier raten die Forscher zu Umbauten von Aschen- auf Kunstrasenplätze, was auf Jacobi und am Jahn­stadion schon passiert ist und in Kirchhellen gestern beschlossen wurde. Sehr gering ausgelastet seien die Plätze an der Neustraße, in Vonderort und in der Welheimer Mark. Der Platz an der Neustraße steht zur Disposition für einen Neubau der Sporthalle des Josef-Albers-Gymnasiums, der Platz in Vonderort dagegen ist gerade erst saniert worden. Der SV Vonderort hat an Mannschafts- und Mitgliederzahl verloren. 2011/12 nutzen noch elf Mannschaften den Platz, momentan sind es nach den Zahlen von Hübner und Wulf nur noch zwei. „Insbesondere im Bottroper Süden zeigen sich Überkapazitäten, die mittelfristig abgebaut werden sollten“, raten die Experten. Selbst wenn der Platz an der Neustraße für den Turnhallenneubau aufgegeben werde, könnte „der Wegfall mindestens eines weiteren Platzes ebenfalls kompensiert werden“. Im Vergleich zwischen Mannschaftszahlen und Platzkapazitäten seien neben Neustraße, Vonderort und Welheimer Mark auch die Plätze an der Paßstraße und in Ebel. Kooperationen und Fusionen könnten angesichts des Bevölkerungsrückgangs „die einzige Möglichkeit für einige Vereine sein, auch langfristig zu überleben“.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben