Tag der Amateure

Die BSG Mengede, ein verdammt geiler Spitzenreiter

Die Zeichen stehen auf Erfolg: Vincenzo George und die BSG Mengede besiegten am Sonntag den SV Sarajevo Oberhausen mit 4:1. Der Kapitän traf mit einem sehenswerten Freistoß zum Endstand.

Die Zeichen stehen auf Erfolg: Vincenzo George und die BSG Mengede besiegten am Sonntag den SV Sarajevo Oberhausen mit 4:1. Der Kapitän traf mit einem sehenswerten Freistoß zum Endstand.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Der Hobby-Fußball zeigt sich in der Kreisliga C von seiner schönsten und kuriosesten Seite – am Ende mit einem strahlenden Sieger BSG Mengede.

Wenn der Schiedsrichter den Mittelkreis sein Revier nennt, die Phrasen so tief fliegen wie die Grätschen der Spieler und die größten Emotionen aus den kleinsten Situationen entstehen, dann war wieder die Kreisliga am Werk. Das alles und viel mehr lieferte am Tag der Amateure die BSG Mengede, die einen 4:1-Erfolg gegen den SV Sarajevo Oberhausen II und die kurzzeitige Tabellenführung feierte.

Das ungeschriebene Gesetz vom Spitzenteam im Glück

Es ist ungeschriebenes Gesetz, dass einem Spitzenteam das Spielglück förmlich zufliegt. Die BSG Mengede macht da keine Ausnahme. Kniegrätschen wie die von Hussein Kays mündeten am Sonntag so nicht im Krankenhaus, sondern mit einem geklärten Ball. Freistöße wie die von Kapitän Vincenzo George segelten in den Winkel, während Sarajevo bei seinem Versuch nur die Latte traf. Selbst zwei Spieler reichten bei einer Ecke im gegnerischen Sechzehner aus, um sich gegen acht Mann durchzusetzen und ein Tor zu schießen.

Generell zeigte sich der Hobby-Fußball zum Tag der Amateure von seiner schönsten (und kuriosesten) Seite und war wieder reich an Gesetzen und Gegebenheiten, die sich auf die Art wohl nirgendwo sonst finden lassen.

Von Phrasendreschern und Messi-Dribblings

Der Schiedsrichter kreiste seelenruhig um den Mittelpunkt und ließ in 90 Minuten das Spurten bleiben – was gerade beim Thema Abseits zu heiß diskutierten Pfiffen führte. Die Teams kloppten neben der Kugel reichlich Phrasen, definierten das „Rasen umpflügen“ mit ihren Zweikämpfen komplett neu und versuchten sich an Messi-Dribblings und Seitfallziehern – wobei es bei Versuchen blieb.

Die komplette Emotionspalette boten die Fouls, die weniger aus Bosheit als mehr aus der Not heraus resultierten. Bemerkenswert: Böses Blut kam nicht auf, fast immer half der Übeltäter dem Gefoulten wieder auf die Beine und glättete die Wogen.

Wertvolle Tipps statt Motzerei

Kleine Situationen und Szenen wie diese machten den einen oder anderen Mangel an fußballerischer Qualität wett. Mit Fehlern hielt sich keiner der Akteure lange auf, im Gegenteil: Als einem Oberhausener eine Flanke über den Fuß rutschte und der Ball in hohem Bogen hinter die Absperrung flog, gab es statt Motzerei wertvolle Tipps. „Versuch mit Innenkante, nicht Außenrist.“

Bottrop stellte sich besser an – wenn auch noch nicht auf dem Niveau der zweiten Hälfte. Nach dem Blitzstart durch Dominik „Chucky“ Watzlik fingen sich die Hausherren den schnellen Ausgleich (11.) und bedankten sich im Anschluss mehrfach bei Keeper Moritz Finkbeiner für seine Rettungstaten.

Ein Spielzug aus dem Lehrbuch – bis auf den Abschluss

Es blieb beim Remis zum Pausentee, auch weil Watzlik einen Spielzug aus dem Lehrbuch über Oliver Hanses und Vincenzo George zwar satt, aber nicht platziert genug abschloss. Das änderte sich nach Wiederanpfiff, wie auch Trainer Stuart Frericks bemerkte. „Die erste Hälfte verpennen wir immer, dafür geben wir danach richtig Gas.“

Oberhausen kam kaum noch gefährlich auf, während Mengede schnell auf 2:1 erhöhte. „Chucky“ Watzlik zeigte seinem Gegenspieler auf rechts die Hacken und in der Mitte hatte Rene Steiner keiner Probleme, die maßgenaue Flanke einzuschieben (55.).

Oliver Hanses verschießt – und trifft doch noch

Rückschläge steckte die BSG schnell weg. Oliver Hanses schnappte sich entgegen der Regel den an ihm verursachten Foulelfmeter und verschoss (63.) – traf zehn Minuten später aber doch noch. Der eingewechselte Pascal Hanke trat zwar in den Boden, brachte die Kugel trotzdem auf den zweiten Pfosten, wo der 40-Jährige im Grätschen einschob.

Der Platzverweis gegen Sarajevo nach einer Notbremse und der herrliche Freistoß-Treffer von Vincenzo George zum Endstand (87.) setzten einen würdigen Schlusspunkt unter die Begegnung. „Ich komme aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Wir sind ein verdammt geiler Spitzenreiter“, bilanzierte Frericks, auch wenn die Tabellenführung nur bis zum abendlichen Sieg der Adler-Reserve Bestand hatte. Gefeiert wurde trotzdem und in typischer Kreisliga-Manier: mit einer Humba.

Die Tabelle: Kreisliga C

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