Leichtathletik

Deutsche Meisterschaft: LC Adler Bottrop im Bronze-Rausch

Zweimal Bronze fühlt sich richtig gut an: Marius Lewald mit dem doppelten Lohn für seine starken Leistungen in Wetzlar. Als nächstes geht er in drei Wochen in Bottrop an den Start.  

Zweimal Bronze fühlt sich richtig gut an: Marius Lewald mit dem doppelten Lohn für seine starken Leistungen in Wetzlar. Als nächstes geht er in drei Wochen in Bottrop an den Start.  

Foto: Dirk Lewald / LC Adler

Das Team des LC Adler ist bei den Deutschen U23-Meisterschaften erfolgreich. Marius Lewald zeigt im Finale sogar noch viel Luft nach oben.

Strahlend hält Marius Lewald die beiden Medaillen in die Kamera. Zweimal sind sie Bronze, aber für den 20-jährigen (Hürden-)Sprinter des LC Adler Bottrop glänzen sie fast genau so hell wie Gold – immerhin startete er zum ersten Mal, als einer der Jüngsten bei den Deutschen U23-Meisterschaften. Einmal Bronze gab es in der 4x100-Meter-Staffel der Startgemeinschaft Bottrop-Sonsbeck-Rhede, mit der sich auch Hannes Jüsten und Luis Lüger freuen durften, ein weiteres Mal über 110 Meter Hürden – ein Riesen-Erfolg. Und: Bei Lewald sind schnell noch Verbesserungen zu erwarten.

In Lewalds Terminkalender sind jetzt ein paar wettkampf-freie Wochen verzeichnet – und dann ist das Wochenende 3./4 August ganz fett eingekreist. Dann finden die Deutschen Meisterschaften in Berlin statt, für die Lewald sich jetzt vorbereitet. „Wir gehen jetzt nochmal intensiv ins Training“, erklärt Vater und Trainer Dirk Lewald.

NRW-Gala in Bottrop – und dann kommt schon Berlin

Nur die NRW-Gala am ersten Juli in Bottrop „nehmen wir natürlich mit. Die ist ja vor der Haustür.“ Bis Berlin hat Lewald noch einige Baustellen, das lässt sich nach seinen beiden Rennen in Wetzlar am Sonntag sicher sagen. Andererseits fährt er dorthin auch mit der Empfehlung, drittschnellster Deutscher über die 100 Meter Hürden zu sein.

In 14,77 Sekunden wurde er zunächst Zweitschnellster seines Vorlaufs, schaffte damit die direkte Qualifikation fürs Finale, unabhängig von der Zeit. Dort steigerte er sich abermals um drei Hundertstelsekunden auf 14,74 Sekunden – deutlich hinter den beiden Ersten und zeitgleich mit dem Vierten Philipp Stadter aus Mannheim.

Lewald hat noch Potenzial für schnelle Verbesserungen

Die Trainer Dirk Lewald und Frank Bartschat (Stützpunkttrainer aus Münster) durften über Bronze jubeln. Das erste Rennen charakterisierte Dirk Lewald noch als „merklich nervös“, das zweite als „nicht fehlerfrei, aber kämpferisch“. Zu hart im Urteil? „Nein, das ist ganz normal. Marius hat ja gerade erst die Umstellung auf die Männerhürde hinter sich, ist über die höheren Hürden noch kaum Rennen gelaufen – das ist einfach kräftezehrend“, erklärte er. Und: „Wenn man weiß, dass noch Fehler da sind, bedeutet das auch, dass bei der Zeit noch einiges drin ist.“

Auf die Frage, wie die Bronzemedaille einzuschätzen sei, verwies Lewald auf den Kommentar von Frank Bartschat: „Der ist sehr erfahren, was das angeht – und hat gesagt, das ist sensationell, im ersten U23-Jahr Bronze zu gewinnen.“ Lewald (Jg. 1999) besiegte dabei sämtliche älteren Starter, musste aber zwei Jüngeren den Vortritt lassen.

Für Lewald, der zum städtischen Förderkader „Leistungssport in Bottrop gehört“, war es bereits die zweite Bronzemedaille, nachdem er am Tag zuvor schon in der Staffel mit der Startgemeinschaft „LA-Team Rhede, Sonsbeck, Bottrop“ (RSB) aufgetrumpft hatte. In der Besetzung Hannes Jüsten, Marius Lewald, Henry Vißer und Simon Heweling lieferte das Team eine hervorragende Leistung ab, Luis Lüger gehörte als Ersatzläufer zum Bronze-Team. Besonders dabei: Die Staffel war zuvor noch nie zusammengestartet, feierte mit DM-Bronze also ein phänomenales Debüt.

Staffel mit Traum-Premiere im allerersten Rennen

„Die Qualifikations-Norm kam aus dem Vorjahr, wir sind aber seit diesem Jahr erst neu in der Startgemeinschaft“, erklärte Dirk Lewald. In 41,53 Sekunden gewann das RSB-Team seinen 4x100-Meter-Zeitlauf klar, landete am Ende auf dem geteilten dritten Platz. „Die Wechsel im Training waren schon stark. Man konnte sich das schon ausmalen, dass es sehr gut laufen könnte“, meinte Dirk Lewald nachher, „aber dafür musste eben alles passen. Das hat es – es hätte aber auch ganz anders laufen können.“

Ganz sicher ist, dass es nicht der letzte Auftritt dieser Staffel war: Sie knackte nämlich die Norm für die Deutschen Meisterschaften in Berlin. Nicht nur Marius Lewald hat den 3. und 4. August im Terminkalender also dick eingekreist.

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