Kolumne 1911 Freunde

Der SV besiegt Fuhlenbrock und die Bierreserven auf Jacobi

Den Testspiel-Sieg gegen Fuhlenbrock feierten die 1911er mit ihrem Lieblingsgetränk.

Den Testspiel-Sieg gegen Fuhlenbrock feierten die 1911er mit ihrem Lieblingsgetränk.

Foto: Marius Becker / picture alliance / dpa

Bottrop.  So ein Derbysieg setzt Kräfte frei, selbst in einem Testspiel und im Besonderen nach 90 Minuten. Die 1911er sind schon in blendender Form.

Ein heißes Wochenende liegt hinter den Ascheathleten des SV 1911 Bottrop. Passenderweise mussten sie dann auch gleich zwei Mal ran. Am Freitag in Fuhlenbrock und am Sonntag auswärts gegen den SV Altendorf-Ulfkotte. Sichtlich motiviert traten die 11er am Freitag ihre Reise nach Fuhlenbrock an. Dort wartete die erste Mannschaft, die sich in der abgelaufenen Saison zum Meister in der Kreisliga B krönen konnte. Somit lag die Favoritenrolle deutlich beim Gastgeber.

Coach Carter wusste aber, wie er seine Krieger zu Höchstleistungen motiviert. Von Beginn an wussten alle Spieler, dass hier ein perfektes Spiel absolviert werden muss. Ein paar Abwehrspieler fehlten zwar, aber defensiv absolvierten Leon, Louis, Chris und Sven eine absolute Spitzenleistung. Die 11er hatten die Fuhlenbrock-Akteure gut im Griff. Lediglich ein Torschuss musste in der Anfangsphase von Torhüter Schneider gehalten werden.

Joey erzielt die umjubelte Führung

In der 40. Minute folgte dann die Szene des Spiels. Einer der Fuhlenbrocker Flügelflitzer muss den Ball aus einem Meter nur noch über die Linie drücken, scheitert aber erneut an Torhüter Schneider. Max handelte blitzschnell und brachte den Ball aus dem eigenen Strafraum nach vorne. Dort kombinierten Joey und Antonio in allerfeinster, längst vergangener bayrischer Robbery-Manier. Schlussendlich lupfte Joey den Ball in den Strafraum und Antonio überköpfte den überraschten Schlussmann der Gastgeber. 1:0. Ekstase wie sie sonst nur bei Freibier zu sehen ist.

Mit der Führung im Rücken starteten die 11er aber gewohnt schläfrig in die zweite Halbzeit und kassierten mit der ersten Chance den Ausgleich. Der durch die hohen Temperaturen bedingte Schweiß des Trainers vermischte sich nun auch mit Angstschweiß. Nur allzu oft vergeigten seine Spieler durch unkonzentrierte Phasen ein ganzes Spiel. Aber an diesem Tag war alles anders. Knapp 10 Minuten brauchten die 11er um ihren Kapitän Marcel, um sich wieder von dem Rückschlag zu erholen. Sie hatten das Spiel daraufhin wieder im Griff und selbst Zweikampflegastheniker wie Paul und Serdal scheuten kein Duell mit dem Gegenspieler.

Der Capitano sorgt schließlich für den Sieg

So kamen die Gäste aus den Weywiesen vermehrt zu Chancen und stellten durch einen astreinen Schlenzer ihres Capitanos auf 2:1. Fuhlenbrock konnte sich keine zwingenden Torchancen mehr erspielen. Als sich dann auch noch der Trainer höchstselbst einwechselte, war alles klar. Sieg.

Die Bierreserven auf der Jacobi-Anlage wurden anschließend noch fröhlich vernichtet. Zum Ärger der Pietryszek-Truppe waren große Teile der hopfenhaltigen Getränke nicht gekühlt. Das schafften die Gastgeber vom Sonntag wiederum besser. Nach einer hitzigen Schlacht unterlagen die 11er dem SV Altendorf-Ulfkotte mit 3:5 und waren froh über die erfrischende Abkühlung. Ein wildes Hin und Her mit zum Teil sehr fragwürdigen Elfmeterentscheidungen. Da erinnert man sich doch lieber an den Derbysieg vom Freitag.

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Lukas Schneider ist Bottroper und leidenschaftlicher Amateurfußballer. Der 25-Jährige ist Torhüter des SV 1911 Bottrop und teilt mit uns in seiner Kolumne „1911 Freunde“ den Blick auf das nicht selten skurril komische Innenleben des kleinsten Bottroper Kreisliga-Vereins.

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