Handball

Der SC Bottrop muss die Ärmel hochkrempeln

Christian Beckers (r.) redet auf seine Spieler ein. Der neue Trainer möchte mit dem SC Bottrop unbedingt noch den Klassenerhalt schaffen.

Foto: Thomas Gödde

Christian Beckers (r.) redet auf seine Spieler ein. Der neue Trainer möchte mit dem SC Bottrop unbedingt noch den Klassenerhalt schaffen. Foto: Thomas Gödde

Die kurze Weihnachtspause ist vorbei, am Wochenende geht es zurück auf das Parkett. Ein Überblick über die Situation bei den Bottroper Vereinen.

Die Herrenmannschaft des SC Bottrop hat im vergangenen Sommer das erreicht, wovon der Verein insgeheim schon seit Jahren träumte. Das Zugpferd des jüngsten Bottroper Handballvereins stieg als spielstarker und überzeugender Meister der Landesliga auf und erfüllte sich somit den innigen Wunsch, auch auf sportlicher Ebene den Verein weiter nach vorne zu treiben. Unlängst werkeln die Macher im Hintergrund am Projekt „SC 2020“, neben diversen Jugendmannschaften spielt nun auch die erste Garde der Herren eine Spielklasse höher.

Die Realität zeigt ihre brutale Seite

Zumindest bezogen auf die Verbandsligatruppe scheint der Glanz des Aufstiegs aber mittlerweile verflogen und die Realität machte sich mit aller Gewalt in den vergangenen Monaten im SC-Lager breit. Abgeschlagen steht der Liganeuling mit zehn Niederlagen aus zehn Spielen und somit gänzlich punktlos am Tabellenende und hinkt somit dem erklärten Ziel, die Klasse auch über den kommenden Sommer hinaus halten zu wollen, deutlich hinterher. Selbst am Trainerstuhl wurde in der Zwischenzeit bereits gerüttelt: Heiko Seidel verließ das Team auf eigenen Wunsch, auch um so „womöglich neue Impulse zu schaffen.“ Auf ihn folgte an der Seitenlinie Christian Beckers, der seit Anfang Dezember federführend bei der Verbandsligamannschaft ist.

Noch ist die Hoffnung präsent

Jedoch bewirkte auch der Trainerwechsel bisweilen keine Wunder, neben dem ersten Auftritt unter Beckers (19:25 gegen den TSV Kaldenkirchen) dürfte vor allem die letzte Niederlage beim direkten Abstiegskonkurrenten St. Tönis (19:23) enorm geschmerzt haben. „Wir wollten diese Partie unbedingt gewinnen“, äußerte sich Beckers, „auch um die eigene Psyche zu stärken. Denn körperlich ist das Team absolut intakt.“

Die Hoffnung aufgegeben haben die Bottroper aber längst noch nicht. „Wir haben noch 14 Spiele vor der Brust und glauben daran, die nötigen Punkte einzufahren, auch wenn die Aufgabe natürlich keine leichte wird.“ So baut der SC unter anderem auf Rückraumspieler Robin Student, der künftig wieder vermehrt zu Einsätzen kommen soll. „Das ganze Team ist als solches gefragt. Wir müssen die Ärmel hochkrempeln.“ Entscheidend wird sein, wie die Bottroper in den kommenden Wochen in ihren Rhythmus finden. Nach den Duellen mit Korschenbroich und Vorst beginnt am 28. Januar bereits die Rückrunde. Der SC hat nach wie vor alle Chancen – ist nun aber zwingend auf Erfolge angewiesen.

Adler 07: Zwischen Wackeln und Glänzen

Auf eine bisweilen interessante Saison können die Adler-Herren zurückblicken. Das Team von Stephan Schmücker stand im Sommer vor einer kniffligen Aufgabe, immerhin galt es für den Bezirksligisten unter anderem die Abgänge der beiden Leistungsträger Philipp Klanten und Till Overberg, die mittlerweile für den Verbandsligisten Jahn Hiesfeld am Ball sind, zu verkraften.

„Wir haben den Kader mit jungen Spielern aufgefüllt, unser Team befindet sich in einem stetigen Entwicklungsprozess“, so Schmücker. Zunächst starteten die Bottroper überraschend stark in die aktuelle Spielzeit, nach fünf Spieltagen führten die 07er das Feld mit der Maximalausbeute von zehn Zählern gar an. „Diesen Moment haben wir genossen, den Blick für die Realität dabei aber nicht verloren“, so der Adler-Trainer. Auf den perfekten Start folgte eine durchwachsene Phase, in der die Adler vier Niederlagen in Serie kassierten und so in der Tabelle komplett abzustürzen drohten.

Tendenz zeigt nach oben

Doch die 07er fingen sich und holten zuletzt wieder zwei Siege. Angesichts des vierten Platzes sind sie nun voll im Soll. „Wir wollen die eigene Entwicklung weiter vorantreiben und uns verbessern.“ So zeigen sich die Bottroper auf einem guten Weg, auch am Saisonende einen Platz im vorderen Tabellendrittel einzunehmen. Am Sonntag soll im Derby gegen den SC Bottrop II der erste Schritt dahin gemacht werden.

SC Bottrop II mischt oben mit

Die zweite Mannschaft des SC Bottrop spielt in der Bezirksliga unaufgeregt und dennoch völlig überzeugend. Das Team von Henning Weber, der im Sommer das Traineramt von Lothar Neuhaus übernahm, stellt mit Platz drei aktuell den besten Bottroper Bezirksligisten.

Nur eines der letzten acht Ligaspiele ging verloren, sogar die beiden Spitzenplätze scheinen noch in Reichweite. Zwar dürfte der Aufsteiger zwischen TB Oberhausen und Sterkrade ermittelt werden, doch mit der Weber-Truppe ist auch 2018 weiterhin zu rechnen.

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