Darts

Der DC Freibeuter geht in Bottrop mit Pfeilen auf Beutejagd

Mit Gefühl und Präzision visiert Jörg Kraaß die Dartscheibe an. Er ist einer von zehn Aktiven, der in der EDLO für den DC Freibeuter am Start ist. Das Heimspiellokal der Freibeuter ist das Café Bogart.

Foto: Oliver Mengedoht

Mit Gefühl und Präzision visiert Jörg Kraaß die Dartscheibe an. Er ist einer von zehn Aktiven, der in der EDLO für den DC Freibeuter am Start ist. Das Heimspiellokal der Freibeuter ist das Café Bogart. Foto: Oliver Mengedoht

Vom Kneipensport entwickelt sich Darts immer mehr zum Quotenhit im Fernsehen. In Bottrop spielt der DC Freibeuter, der in der Hobbyliga.

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London, Alexandra Palace, heute Abend um 21 Uhr. Die besten Dartsspieler der Welt treffen im Finale der Weltmeisterschaften aufeinander und Millionen Menschen vor den TV-Geräten schauen zu. Darts boomt – auch in Deutschland. Schon lange bevor der Sport mit den Pfeilen die aktuelle Beliebtheit erlangt hat, haben auch Georg Hennecke und seine Vereinskollegen vom DC Freibeuter die Leidenschaft für sich entdeckt.

Bottrop, Café Bogart. Hier trainieren die Dartsspieler des DC Freibeuter. Seit mehr als zehn Jahren gibt es den Verein, anders als bei den Profis in London wird hier auf elektronische Dartscheiben geworfen. Die Freibeuter spielen in der Elektronik Dart Liga Oberhausen (EDLO) und messen sich dort in der C-Liga mit neun weiteren Teams. „Wir spielen meist am Samstagabend. Die Geselligkeit steht aber ganz klar im Vordergrund“, erzählt Georg Hennecke.

Es gibt einige Unterschiede zwischen den Regeln, nach denen die Profis spielen und denen, die in der EDLO beachtet werden müssen. In der C-Liga wird von 301, nicht von 501 heruntergespielt. Außerdem müssen die Hobbyspieler zum Ende einer jeden Runde nicht das Bulls-Eye oder den äußeren Rand der Scheibe, der die doppelte Punktzahl bringt, treffen, sondern haben zusätzlich auch noch die Möglichkeit, durch den Wurf auf ein Dreifachfeld das Spiel zu beenden.

Mit Teamshirt und Vereinslied

Ein Blick auf die Würfe der Freibeuter zeigt – sie gehen mit dem gleichen Ziel an die Scheibe, wie die Spezialisten im Londoner „Ally Pally“. Aus 2,37 Meter Entfernung werden in erster Linie die hohen Punktzahlen anvisiert, um möglichst schnell in den Bereich zu kommen, wo ein Satz entschieden werden kann. Wer zwei gewinnt, gewinnt das Spiel.

„Im Training versuchen wir natürlich besonders oft auf die Zweier- und Dreierfelder zu werfen“, sagt Wolfgang Sklena. Und wenn sich die Freibeuter am Dienstagabend im Café Bogart treffen, dann kommt bei aller Geselligkeit und familiärer Atmosphäre auch der sportliche Ehrgeiz nicht zu kurz. In ihren Mannschaftsshirts mit dem Vereinslogo stehen sie vor der Scheibe, Wirt Peter Wawrzyniak ist ebenfalls Vereinsmitglied – er sorgt für die Kaltgetränke. „Außerdem spendiert er uns auch schon mal die eine oder andere Spielrunde und sorgt dafür, dass die passende Musik läuft“, verrät Georg Hennecke. Ihr Motivationslied ist die bekannte Melodie aus „Fluch der Karibik“. Hennecke betont aber: „Wir sind aber keine Piraten, sondern Freibeuter.“

Zehn Mitglieder hat der Verein, zwei davon sind in der Bottroper Sportszene auch anderweitig bekannt. Michael Kiefer und Kevin Wagener, die für den VfB Bottrop Fußballspielen, haben ebenfalls die Leidenschaft für die Pfeile entdeckt. „Kevin hat mich mal mitgenommen und ich habe sofort Spaß daran gehabt. So schnell bekommt mich hier niemand mehr weg“, sagt Michael Kiefer. Er passt auch menschlich ins Team – ein Aufnahmekriterium bei den Freibeutern. „Auch wenn Darts im Trend liegt und viele anfragen, nehmen wir nicht jeden auf“, sagt Georg Hennecke.

Spitzenspiel am 7. Januar in Bottrop

Wenn ein Ligaspiel ansteht, werden vier Spieler aufgestellt, es gibt zusätzlich zwei Ersatzspieler. „Nach dem Einwerfen entscheiden wir, wer aufgestellt wird“, so Hennecke. Aktuell scheinen die Freibeuter einen guten Riecher zu haben, wer gut in Form ist. Platz vier in der Liga kann sich sehen lassen, am 7. Januar steht das Topspiel gegen den Tabellenführer DC Saki’s Pub an. „Wenn wir einen stark spielen, ist alles möglich“, hofft Karl-Heinz Heinsen auf einen Überraschungserfolg.

Eine Niederlage wäre kein Beinbruch. Schließlich ist der Abend nach dem Spiel noch lange nicht vorbei. „Mit unseren Gegnern verstehen wir uns meist sehr gut. Nach dem sportlichen Teil wird es meistens noch sehr gesellig“, sagt Hennecke. So, wie es auch im Londoner Alexandra Palace der Fall ist. Darts ist eben mehr als nur ein Sport.

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