Handball

Das sagen die Bottroper Handballklubs zur Saison-Aussetzung

Handball gibt es auch bei der TSG Kirchhellen vorerst nicht mehr. Die TSG, der SC Bottrop und die DJK Adler Bottrop finden die Entscheidung des HVN aber grundsätzlich richtig.

Handball gibt es auch bei der TSG Kirchhellen vorerst nicht mehr. Die TSG, der SC Bottrop und die DJK Adler Bottrop finden die Entscheidung des HVN aber grundsätzlich richtig.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Der Handball ruht bis zum 15. November. Die Bottroper Klubs finden das gut - und diskutieren bereits über einen möglichen Schulterschluss.

Als der Handballverband Niederrhein am Donnerstagabend das Aussetzen der Saison bekanntgab, war Leiter Marc-André Kopatz gerade in der Halle. „Kurze Zeit später bekam ich eine Nachricht nach der anderen auf mein Handy und auch heute morgen habe ich deshalb schon wieder Telefonate geführt“, sagt TSG Kirchhellens Sportlicher Leiter im Gespräch mit dieser Redaktion.

Die Entscheidung des Verbandes war in der Art und Weise doch überraschend für die Bottroper Handballklubs. Bis zum 15. November ruht der Ball nun auf jeden Fall. Die Ungewissheit, ob es dabei bleibt, ist aktuell ebenso groß, wie die Hoffnung darauf. Dem Verband zuvor gekommen war bereits die Stadt Duisburg, die jegliche Kontaktsport-Wettkämpfe untersagt hat. Eine umstrittene Entscheidung mit Auswirkungen auf das ganze Ruhrgebiet.

TSG Kirchhellen unterstützt die Entscheidung - trotz eines Zwiespalts

Die Bottroper Teams können die Entscheidung des HVN grundsätzlich alle nachvollziehen. „Wir hätten Sonntag eigentlich gegen Sterkrade gespielt. Die Partie ist nun aufgrund des Beschlusses abgesetzt worden. Unabhängig davon hatten wir schon beschlossen, dass wir keine Zuschauer reinlassen und vereinsintern hatten wir alle Trainings- und Freundschaftsspiel abgesetzt, um auch im Trainingsbetrieb die Kontakte zu verringern“, erklärt Kopatz das Vorgehen in den letzten Tagen bei der TSG.

Die Unterbrechung sei richtig, auch wenn es aus Vereinssicht nicht einfach sei, so der Sportliche Leiter. „Denn es kann für den Handballsport auch existenzbedrohend sein, wenn der Spielbetrieb ausfällt. Daher kann ich verstehen, dass sich der Kreis-Vorstand schwer getan hat. Dennoch steht die Gesundheit ganz vorne und es ist aus gesellschaftlicher Sicht die richtige Entscheidung, auszusetzen, zurückzufahren und in drei Wochen neu zu entscheiden und zu bewerten. So kann man aktuell noch einen Beitrag leisten in der Pandemie“, so Kopatz.

DJK Adler Bottrop halten die Entscheidung für rational, vernünftig und richtig

Ähnlich sieht das auch Bernd Limper, der Sportliche Leiter der DJK Adler Bottrop. „Es ist eine rational vernünftige Entscheidung, die ich als Mediziner auch als die richtige ansehe. Wir haben das am Anfang der Woche schon der Mannschaft kommuniziert, dass es vermutlich passieren wird. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als es hinzunehmen“, so Limper.

Die tragen den Beschluss mit, „auch wegen der gesellschaftlichen Verantwortung der älteren Bevölkerung gegenüber. Das haben wir auch noch einmal kommuniziert und das haben alle verstanden. Vier Wochen werden hoffentlich reichen und dann hoffen wir, dass wir im November wieder spielen können“, sagt Limper.

SC Bottrop bezweifelt, dass der 15. November ausreicht

Daran glaubt David Krix, der zweite Vorsitzenden beim SC Bottrop nicht. Dort hätte am Sonntag das Spiel der zweiten Mannschaft gegen den HSV Dümpten II aus Mülheim angestanden. „Grundsätzlich unterstützen wir die Pause“, sagt Krix, um dann weiter auszuholen. „Wir sind der Meinung, dass es sich in den nächsten Wochen nicht bessern wird. Mal sehen, ob es beim 15. November bleibt. Ich glaube nicht.“

Sollte der Verband den Spielbetrieb Mitte trotzdem wieder freigeben, zugleich die Situation in Duisburg jedoch unverändert sein, sieht Krix ein großes Problem auf die Ligen zurollen. „Das wäre aus meiner Sicht unverantwortlich und nicht fair. Die Duisburger dürfen nicht mehr spielen und die Hallen sind geschlossen, sodass sie nicht trainieren können. So hätten die schon einen Wettbewerbsnachteil“, so Krix, der auch ein Heimrechttausch nicht als die passende Lösung ansieht.

Schulterschluss zugunsten der Fairness angedacht

„Die Spiele in Duisburg finden nicht statt. Aber komisch wäre, dass sie in unser Gebiet kommen dürften. Da müssten auch die Spieler, Verantwortlichen und Schiedsrichter geschützt werden. Da sollte der Verband mehr Augenmerk drauf legen. Denn anders als die Zuschauer können ja die Spieler oder der Schiedsrichter nicht einfach wegbleiben, weil es sonst eine Strafe gibt. Das ist wohl nicht im Sinne des Erfinders“, sagt Krix.

Auch deshalb hat sich der Klub bereits umgehört und - neben der schon Anfang der Woche geäußerten Idee, eine Art freiwillige Saison durchzuführen - verschiedene Meinungen eingeholt. Krix: „Wir haben wirklich schon überlegt, ob wir nicht für die Bezirksliga, in der unsere zweite Mannschaft spielt und in der sieben von 16 Mannschaften aus Duisburg kommen und bei unserer ersten Damenmannschaft, bei der fünf von 14 Vereinen aus Duisburg sind, einen Schulterschluss mit den anderen Vereinen machen, die nicht aus Duisburg kommen. Um zu sagen, dass wir so fair sind und nicht weiterspielen, solange die Duisburger diese Probleme haben. Also gemeinschaftlich zusammenstehen und offen über den Abbruch der Saison nachdenken, um im Sinne des Sports Fairness und auch die Gesundheit aller Beteiligten zu wahren.“

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