Fußball Bezirksliga

Das letzte Wort hat der Boss: Istek schießt Bottrop zum 3:2

VfB-Spieler Pierre Weyerhorst trifft zum 2:0 – erst kurz vorher hatte der VfB Bottrop das 1:0 gemacht.

VfB-Spieler Pierre Weyerhorst trifft zum 2:0 – erst kurz vorher hatte der VfB Bottrop das 1:0 gemacht.

Foto: Michael Korte

Bottrop.   Mit dem 3:2 über Meiderich ist der VfB Bottrop wohl gerettet. Dabei wirkten die Bottroper platt, verspielten einen 2:0-Vorsprung. Dann kam Istek.

Sercan Istek wechselte vor der Saison aus Essen ins Jahnstadion. Der 31-Jährige wuchs innerhalb der Mannschaft schnell in die unumstrittene Chefrolle und führt den VfB inzwischen als Kapitän aufs Feld – Sercan Istek ist der Bottroper Boss. Und als Boss fackelt Istek nicht lange, wenn ihm etwas gegen den Strich geht. Das bekam am Donnerstagabend auch Fabian Blanik zu spüren – und die Spvgg. Meiderich.

Der stand in der Nachspielzeit 20 Meter vor dem Meidericher Tor und ließ die Sekunden verstreichen, um den letzten Freistoß der Partie auszuführen.

Istek, erst unbeteiligt auf Schleichtour in Mauernähe, konnte sich das Zögern seines Teamkollegen nicht länger ansehen und grätschte dazwischen. Der Rest geht wohl in die Bottroper Geschichtsbücher als entscheidender Schritt zum Klassenerhalt ein.

Sercan Istek zirkelt das Siegtor mit links rein

Der kurze Anlauf, das feine linke Füßchen, der Einschlag im rechten Kreuzeck. 3:2 – Game over.

Das Siegtor setzte bei Schwarz-Weiß nochmal Kräfte frei, um einen letzten kollektiven Sprint in Richtung Tribüne zu machen. Kräfte, die in Durchgang zwei nicht immer vorhanden waren.

„Der Rasen tat uns nicht gut, nach 70 Minuten waren wir platt. Und wenn der Körper nicht kann, dann kann der Kopf auch nicht“, fasste Patrick Wojwod die Unkonzentriertheit zusammen, die dem eigentlich schon geschlagenen Gast das Comeback ermöglichte.

Fast perfekte erste Hälfte für die Bottroper

Denn die Hausherren machten in Hälfte eins fast alles richtig. Hinten packte Keeper Dariusz Lebiosz jeweils zu Beginn und zum Ende der Halbzeit eine Glanzparade aus. Auf der anderen Seite klappte es mit dem Toreschießen. Ünsal Oruc, Pierre Weyerhorst, Istek und Blanik ballerten sich zunächst 30 Minuten mit mehr oder weniger großen Möglichkeiten warm, um dann doppelt zuzuschlagen.

Nachwuchs-Talent Oruc machte den Anfang: Nach seinem Vollsprint reichte es auch noch zum Blick auf 06/95-Keeper Giordani, der das kurze Eck anbot – der Stürmer sagte danke, 1:0 (35.). Zwei Zeigerumdrehungen später war dann Weyerhorst zur Stelle, der aus spitzem Winkel traf.

Platter VfB verspielt den Vorsprung

Nach dem Seitenwechsel knüpften die Gastgeber nicht an ihre dominante Vorstellung an. Stattdessen führte der Kräfteverschleiß vorne zu fahrlässig zu Ende gespielten Kontern und hinten zu viel Platz für den Gegner.

Der erzielte durch Orhan Uzun den schnellen Anschlusstreffer (48.) und zog sich an Bottroper Nachlässigkeiten selbst aus dem Sumpf. Folge war der Ausgleich durch Veli Taner nach 67 Minuten – der zweite Meidericher Abschluss in Hälfte zwei.

In der Schlussphase kam der VfB nochmal auf und vergab beste Chancen – bevor Sercan Istek seine Farben rettete.

Komfortable Situation in der Tabelle

„Das hatte zwar wenig mit Fußball zu tun, aber am Ende haben wir drei Punkte mehr auf dem Konto“, fasste Coach Wojwod abschließend zusammen – und legt sich die Tabelle ins Osternest.

Neun Zähler hat der VfB Bottrop zwischen sich und die Duisburger auf dem Abstiegs-Relegationsplatz gebracht, der Drittletzte Lirich ist gar 14 Punkte entfernt. Die Schwarz-Weißen können also deutlich entspannter in den Saisonendspurt gehen, dem Boss sei Dank.

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