Sportpolitik

Corona & Sport: Kommunen bereiten sich auf Neustart vor

Nicht nur die Leichtathleten freuen sich auf den Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb.

Nicht nur die Leichtathleten freuen sich auf den Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb.

Foto: Felix Hoffmann

Ruhrgebiet.  Die NRW-Landesregierung hat den Weg für den Neustart im Sport geebnet. Aber was kommt nun auf die Städte Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck zu?

Bund und Länder haben entschieden: Vereinssportler dürfen den Trainingsbetrieb ab heute wieder aufnehmen. Das ist eine gute Nachricht für die rund fünf Millionen Sportler in Nordrhein-Westfalen.

Vorausgesetzt werden allerdings klare Hygiene- und Distanzregeln, die die Sportler einhalten müssen. Zudem muss der Sport kontaktfrei ausgeübt werden – ab dem 30. Mai sind auch Kontaktsportarten erlaubt. Was bedeutet das für den organisierten Sport in Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck?

Vereine können sich bei den Kommunen melden

Die Freigabe für den Sport orientiert sich an dem Papier, das die Sportministerkonferenz in der vergangenen Woche verabschiedet hatte. So wird Sport unter freiem Himmel und in Kleingruppen erlaubt sein. Was die Kommunen allerdings vor Probleme stellen könnte: Dieser Beschluss gilt bereits ab Donnerstag (7. Mai).

„Die Vereine sollten gewappnet sein und können Kontakt mit uns aufnehmen“, sagt Jürgen Heidtmann, Leiter des Bottroper Sport- und Bäderbetriebs. Gleichzeitig bittet er aber auch um Geduld bei den Sportlern: „Wir müssen das gut koordinieren um individuell gute Lösungen zu finden.“

Deshalb haben die Bottroper in den vergangenen Wochen bereits ein Konzept erarbeitet, das den Weg zurück in den Sportbetrieb ebnen soll. „Mannschaftssportler werden Abstand halten müssen. Sie können vielleicht Pässe spielen oder Flanken schlagen. Klar ist aber auch, dass uns die Vereine ein Konzept vorlegen müssen“, so Heidtmann.

Städte hätten sich längere Vorlaufzeit gewünscht

„Grundsätzlich ist das eine sinnvolle Entscheidung. Sport ist wichtig für die Menschen. Sie sehnen sich nach einem Ausgleich zum Alltag und den sozialen Kontakten, die sie im Sportverein haben“, sagt auch Marco Baron, Geschäftsführer von Gelsensport. Aber auch er betont: „Trotzdem kommt die Entscheidung überraschend kurzfristig. Ich hatte eigentlich eine Perspektive von einigen Tagen erwartet. Wir können deshalb aktuell auch nicht sagen, ob die Sportanlagen wirklich schon geöffnet werden.“

Die Sehnsucht nach dem Sport war bereits in den vergangenen Wochen sehr groß. „Alle scharren mit den Hufen. Jetzt muss man sich zusammensetzen und schauen, wie man Anlagen vereinsübergreifend nutzen kann“, sagt Klaus-Dieter Bugdoll, Leiter des Amtes für Integration und Sport in Gladbeck.

Leichtathleten des FC Schalke freuen sich auf Trainingsstart

Auch bei den Leichtathleten des FC Schalke 04 war der Wunsch nach der Rückkehr zum Training groß. Normalerweise würde die Saison in Kürze begingen, jetzt hoffen die Leichtathleten auf Wettkämpfe im Herbst.

„Ich hoffe, dass wir demnächst in kleinen Gruppen trainieren können. Zuletzt hatten alle Athletinnen und Athleten individuelle Pläne“, sagt Trainer und Jugendkoordinator Timo Krampen, macht aber deutlich: „Es wäre Wahnsinn und unvernünftig, in nächster Zeit Wettkämpfe auszutragen. Aber einen verspäteten Start im September würde ich begrüßen.“ Ob es dazu kommt, ist natürlich noch offen. Ein erster Schritt ist aber gemacht.

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