Kolumne 1911 Freunde

Aller Anfang ist auch ein harter Kampf mit dem BMI

Auf der Sportanlage in den Weywiesen bringen sich die Kicker des SV 1911 Bottrop so langsam wieder in Form.

Auf der Sportanlage in den Weywiesen bringen sich die Kicker des SV 1911 Bottrop so langsam wieder in Form.

Foto: Felix Hoffmann / FELx

Bottrop.  Der SV 1911 Bottrop kommt nach den Corona-Lockerungen so langsam wieder in Fahrt. Problemlos gestaltet sich die Rückkehr auf den Platz aber nicht

Wenn man allen Gerüchten Glauben schenken darf, wird die neue Kreisligasaison im September starten. Nach und nach werden schon jetzt die Trainingseinheiten wieder in größeren Gruppen gestaltet und dürfen auch bald wieder mit Körperkontakt durchgeführt werden. Dennoch sind es knapp drei Monate bis die ersten Pflichtspiele stattfinden werden.

Zeit wäre also genug da, um jedem Spieler eine gewisse Grundfitness anzutrainieren. Oder wie man in der Kreisliga sagt: „BMI unter 30.“ Umso schwerer wird es nun für jeden Trainer sein, die komplette Mannschaft für diese lange Zeit zu motivieren. Davon kann Coach Carter schon jetzt ein Lied singen. „Der konnte heute nicht. Der ist Grillen“, entgegnete der 11er-Trainer beim letzten Training leicht genervt auf die Frage, wo Dennis denn sei. Dieser hat zwar keine Probleme mit seinem Gewicht, dafür aber umso mehr mit seiner Ausdauer. Schon das letzte Training musste er nach kurzer Zeit abbrechen, weil ihm der Imbissteller noch so schwer im Magen lag.

Probleme mit dem Sonnenschein hat nur Coach Carter

Immerhin ist es mittlerweile Sommer und wetterbedingte Absagen werden nicht mehr aufkommen. Der einzige für den die Sonne ein Problem darstellt, ist nämlich der schneeweiße Übungsleiter selber. Und vielleicht noch für Sven, aber der nimmt auch jegliche Krankheiten und „Wehwehchen“ mit.

Vor allem Belitz, einer der zwei Torhüter, dürfte sich über gutes Wetter freuen. Er gab vor der Coronakrise noch zu Protokoll, dass seine Sportbrille bei Regen beschlagen würde und er so nicht spielen könne. Ganz normale Probleme also. „Ich habe hier keine Lust auf Larifari im Training. Alle, die hier das Training bremsen und wie ein Schluck Wasser auftreten, werde ich in Zukunft nicht mehr für den Kader berücksichtigen“, ermahnt Trainer Pietryszek seine Ascheathleten. Wasser. Als wüsste in dieser bierverliebten Mannschaft irgendjemand etwas mit diesem Vergleich anzufangen.

Torschüsse mit Rückpass-Charakter

„Henne und ich werden euch die nächsten Wochen fit für die neue Saison machen. Da müssen alle mitziehen.“ Henne, Fitnesscoach und Neu-Co-Trainer der 11er, weiß ganz genau, wie er die Truppe zum Schwitzen bringt. Als enger Freund und ehemaliger Mitspieler dürfte er besonders Spaß daran haben, die Kreisligakicker aus den Weywiesen zu quälen. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die finalen Torschussübungen von Ausfallerscheinungen geprägt sind. Während die eine Hälfte der Torschüsse mangels Kraft Rückpasscharakter besitzt, fliegen die anderen Bälle in Richtung Parkplatz. Ein wahrer Augenschmaus für alle Fußballromantiker.

„Und lasst uns eine erfolgreiche Saison spielen, denn dann macht das alles noch mehr Spaß“, beendet der Trainer seine Ansprache. Spaß werden sie alle haben, das ist sicher. Außer vielleicht Gassen, der sich nach zwei Monaten Pause dann doch mal dazu entschlossen hat seinen gebrochenen Zeh operieren zu lassen. Genial.

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Lukas Schneider ist Bottroper und leidenschaftlicher Amateurfußballer. Der 24-Jährige ist Torhüter des SV 1911 Bottrop und teilt mit uns in seiner Kolumne „1911 Freunde“ den Blick auf das nicht selten skurril komische Innenleben des kleinsten Bottroper Kreisliga-Vereins.

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