Jugendhandball

Adler-Mädchen sagen Mukoviszidose den Kampf an

Zwei Mädchen mit doppelter Botschaft: Anouk Kamm (l.) und Leni Schroer warben am vergangenen Samstag bei der Saisoneröffnung der DJK Adler 07 Bottrop für Fair-Play und den Kampf gegen Mukoviszidose.

Zwei Mädchen mit doppelter Botschaft: Anouk Kamm (l.) und Leni Schroer warben am vergangenen Samstag bei der Saisoneröffnung der DJK Adler 07 Bottrop für Fair-Play und den Kampf gegen Mukoviszidose.

Foto: Felix Hoffmann

Bottrop.  Die U15 der DJK Adler 07 Bottrop tragen den Kampf gegen die unheilbare Krankheit Mukoviszidose auf ihren Trikots – und in die Köpfe der Menschen.

Die Saisoneröffnung der Adler 07 Bottrop am vergangenen Samstag: Kurz vor der Leverkusener Europapokal-Partie schnappen sich Anouk Kamm und Leni Schroer das Mikrofon, im Gepäck haben die beiden U15-Spielerinnen zwei Botschaften. Die eine steht auf ihren Zetteln und dreht sich um den Fairplay-Gedanken. Die andere prangt auf den brombeerfarbenen Trikots - und handelt vom Kampf gegen die unheilbare Krankheit Mukoviszidose.

Sebastian Wychichowski bringt die Idee ein

Drei Monate zuvor. Sebastian Wycichowski kommt für seinen Arbeitgeber von einer Gießerei-Fachmesse. Im Gepäck: Knapp 4000 Euro Spenden für den eingetragenen Verein Mukoviszidose. Doch das reicht dem Handballtrainer nicht. Durch die betroffene Tochter seines Arbeitskollegen für die Krankheit sensibilisiert, möchte Wycichowski mehr tun. Der Moment, in dem die Bottroper Mädchen ins Spiel kommen – und die Idee eines Trikotsponsorings geboren wird.

„Wir haben mit den Mädels über die Krankheit gesprochen, die waren sofort begeistert von der Idee zu helfen. Die soziale Ader ist ausgeprägt“, erklärt Sebastian Schubert, Vorsitzender der Abteilung und gleichzeitig Coach der C-Juniorinnen. Schnell knüpften die Adler einen Kontakt zum 1965 gegründeten Verein, der hocherfreut grünes Licht gab. Dabei haben die Bottroper mit ihrem Engagement zwei Ziele im Kopf.

Geld einsammeln und ein Bewusstsein für die Krankheit schaffen

„Die Spendendose steht jetzt immer bei unseren Spielen, aber wir wollen auch Aufmerksamkeit für die Krankheit schaffen“, führt Schubert weiter aus. Dass es an beidem mangelt, betont Anke Mattern von der Mukoviszidose e. V. „Wenn es nicht grade Betroffene im Umfeld gibt, ist die Krankheit häufig unbekannt. Allein schon beim Namen gerät man ins Stolpern.“

Knapp 8000 Menschen vom Kind bis zum Erwachsenen leiden in Deutschland an der Erbkrankheit, weltweit schätzen Experten die Zahl auf 100.000. Mukoviszidose verändert die gleichnamigen Gene überall im Körper und stört die Funktion der Zellen, Wasser bzw. Salze zu transportieren. Auf der Außenseite der Zellen bildet sich so klebriger Schleim, was unter anderem die Lunge, den Darm oder die Leber verstopft.

Lebenserwartung erhöhte sich in den letzten zwei Jahrzehnten

Komplexe Therapien mit Bausteinen wie Medikamenten, Physiotherapie, Sport oder Ernährung lindern die Symptome, dank medizinischer Fortschritte erhöhte sich die Lebenserwartung in den letzten zwei Jahrzehnten auf 40 bis 50 Jahre. Anke Mattern: „Wir investieren Spenden in die Forschung und Sozialprojekte, die Betroffenen direkt zu Gute kommt. Unser Ziel ist es, die Krankheit eines Tages heilbar zu machen.“

Dabei kann der Verein auf „eine tolle Gemeinschaft“ zurückgreifen – zu der auch Handball-Weltmeister Dominik „Mini“ Klein gehört. „Es macht mir große Freude, mich immer wieder für die Betroffenen einzusetzen und neue Aktionen zu starten. Der Erfolg zeigt mir, dass viele Menschen mein Engagement mit Leidenschaft unterstützen“, sagt der Schutzengel auf der Homepage des Vereins. In einer Reihe mit Klein stehen ab sofort die U15-Mädchen der DJK Adler 07 Bottrop – und sagen Mukoviszidose den Kampf an.

Hier können Sie helfen:

Informationen rund um die Krankheiten finden Sie auf der Homepage von Mukoviszidose e. V. unter www.muko.info. Das Spendenkonto bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln (BIC: BFSWDE33XXX) hat die IBAN 59 3702 0500 0007 0888 00.

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