Fußball Niederrheinpokal

1:11 – Fortuna Bottrop scheidet im Niederrheinpokal aus

Das Bonusspiel wird für den SV Fortuna Bottrop zur Charakterfrage. Trainer Sebastian Stempel ruft nach der Niederlage den Konkurrenzkampf aus.

Es war nicht nur ein Favoritensieg, die Gäste machten es sogar zweistellig. 1:11 (1:5) verlor der SV Fortuna Bottrop in der ersten Runde des Niederrheinpokals gegen den VfB 03 Hilden. Nach dem Spiel feierten die Sieger bei laut aufgedrehter Musik in ihrer Kabine, während es auf Seiten der Besiegten viele hängende Köpfen zu sehen gab.

Körpersprache und Einstellung einiger seiner Spieler waren zwei Aspekte, die dem Trainer der Fortunen ziemlich bitter aufstießen. „Fünf oder sechs Gegentore, damit hätte ich leben können. Elf Gegentreffer kann ich nicht akzeptieren“, meinte Sebastian Stempel zu dem Ergebnis gegen den Oberligisten. „Da fehlte es an Laufbereitschaft und am Zweikampfverhalten.“

Dabei sah es zu Spielbeginn gar nicht danach aus, dass Hilden eine solche Duftmarke beim Bottroper Bezirksligisten würde setzen können. Mit etwas Fortune hätten die Gastgeber nach einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld sogar in Führung gehen können, doch es fand sich kein Abnehmer in Rot-Weiß und der Ball ging am langen Pfosten vorbei (5.).

Fortuna steht geordnet

Auch defensiv machte die Fortuna ihre Sache zunächst ordentlich. Aber in der 12. Minute ging der VfB in Führung. Die Verteidigung um Mannschaftsführer Norman Hassenrück bekam keinen Zugriff, der erhoffte Abseitspfiff blieb aus und Niklas Schumacher musste nach Pascal Webers Abschluss erstmals den Ball aus den eigenen Maschen holen.

In der 19. Minute konnte die Fortuna einen Schuss des agilen Selcuk Yavuz abwehren, jedoch landete der Ball vor den Füßen Webers, der nicht lange fackelte – 0:2. Tim Strickerschmidt sorgte mit seinem wunderbaren – und für Hildens Keeper nicht zu haltenden – Freistoß für Hoffnungen, dass das Spiel nicht nach der Blaupause des Oberligisten ablaufen würde (33.). Aber direkt aus dem folgenden Anstoß erzielte der VfB durch Konstantinos Moulas das 1:3 (35.). Jetzt hatte Hilden seinen Lauf: Talha Demir (39.) und Weber (43.) erhöhten den Zwischenstand zum Seitenwechsel auf 1:5, wobei der Schiedsrichterassistent bei letzterem eine deutliche Abseitsstellung übersah.

Ähnlich wie in der Anfangsphase der ersten Halbzeit schlugen sich die Fortunen im zweiten Durchgang zunächst recht wacker. Der schönste Spielzug der Hausherren blieb aber ohne Lohn: Ralf Thiel setzte den eingewechselten Nico Andreadakis in Szene, aber sein beherzter Schuss brachte der Fortuna nur eine Ecke ein. Bis zur 62. Minute hielt das recht milde 1:5, dann fielen die Treffer in für die Bottroper schmerzhafter Taktzahl. Stefan Schaumburg (62.), Demir (64.), Marcel Elsner (75.), Moulas (85.), Demir (86.) und Szewczyk (89.) schossen den Kantersieg heraus.

Konkurrenzkampf wieder offen

Bei der Einordnung der Partie befand sich Stempel auf einer Gratwanderung. „Man darf das alles nicht zu hoch hängen, das war schließlich für uns ein Bonusspiel. Doch die Einstellung von einigen wird noch Thema werden.“ Hatte der Fortunencoach vor der Partie seine Kadervorstellungen für den Ligabetrieb als schon zu „95 Prozent abgeschlossen“ gesehen, gibt es nun wieder mehr Spielraum: „20 Prozent kann man davon wieder abziehen.“

So erhält nicht nur das „Bonusspiel“ nachträglich eine Aufwertung, auch die nächste Begegnung kann noch Bewegung in die Überlegungen von Sebastian Stempel bringen. Am Dienstag gastiert die Fortuna bei Arminia Lirich. Gegen den Oberhausener Kreisligisten sollen fünf Tage vor Meisterschaftsbeginn vor allem die Spieler auf dem Platz stehen, die in den letzten Wochen nicht so häufig zum Zug gekommen waren. „Sie können sich noch einmal zeigen.“

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