A-Jugendfußball Aufstiegsrunde

0:3 – Kirchhellen trifft nicht und schlägt sich selbst

Enttäuscht – aber mit einem kleinen Rest Hoffnung: Mario Bethscheider, A-Jugend-Trainer des VfB Kirchhellen.

Enttäuscht – aber mit einem kleinen Rest Hoffnung: Mario Bethscheider, A-Jugend-Trainer des VfB Kirchhellen.

Foto: Andreas Hofmann / WAZ

Ein früher Nackenschlag und ein Haufen vergebener Chancen: Nach dem 0:3 feiert Overberge den Aufstieg, während dem VfB eine Mini-Hoffnung bleibt.

Maurice Lauer fasste sich nochmal an den Kopf, schaute fassungslos den Torwart des FC Overberge an. Der hatte einen platzierten Kopfball des Kirchhelleners gerade mit den Fingerspitzen über die Latte gelenkt, nicht die erste Parade. Overberges Betreuer sagte mit einem Grinsen: „Gut, dass der heute so einen Sahnetag erwischt hat.“ Ein Kirchhellener Tor zu Beginn der sechsminütigen Nachspielzeit hätte vielleicht noch einmal für etwas Spannung gesorgt. Stattdessen konterte der FC Overberge, legte noch ein Tor nach und feierte mit einem 3:0 an der Loewenfeldstraße den Aufstieg in die Bezirksliga. Dass die A-Jugend des VfB Kirchhellen folgen wird, ist mehr als unwahrscheinlich.

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, meinte der enttäuschte VfB-Trainer Mario Bethscheider. „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, aber Fußball ist da brutal.“ Wie schon im ersten Spiel gegen Gevelsberg (2:3) war seine Mannschaft eigentlich die bessere, stand aber am Ende als Verlierer da.

VfB Kirchhellen läuft frühem Gegentor hinterher

In der zehnten Minute leistete sich seine Mannschaft den entscheidenden Ballverlust, Overberge traf per Gegenstoß zum 0:1 – dem lief der VfB bis zum Schlusspfiff nach 96 Minuten hinterher. Hatte dabei aber reichlich Chancen, das Spiel zu drehen, nachdem er sich etwas berappelt hatte.

Den Auftakt machte der erst wenige Sekunden zuvor eingewechselte Nils Josten, der aus kurzer Distanz den Torwart anschoss, Sekunden später traf Lars Josten volley die Latte. Ein Kopfball von Darren Meyer ging drüber, Maurice Lauer kam nach einer Ecke am langen Pfosten einen Millimeter zu spät. Jan Grove schoss nach schöner Einzelleistung drüber – und dann war erst Halbzeit.

VfB lässt reihenweise dicke Chancen liegen

Overberge war technisch und taktisch gut, im Spiel nach vorne aber wenig ambitioniert. Stattdessen machte der FCO den Kirchhellenern das Aufbauspiel schwer und setzten die Abwehr immer wieder mit einem rasanten Kick-and-Rush unter Druck. Torwart Tom Streich und die Nerven der Gäste aus Bergkamen hielten den VfB aber vorerst im Spiel – und der setzte nach der Pause seinen Sturmlauf fort.

Nils Josten scheiterte im eins-gegen-eins gegen den überragenden FCO-Keeper Jonas Matthias, Jan Grove traf das freie Tor nicht. Nach einer Ecke köpfte Maurice Lauer aus vier Metern daneben. Darren Meyers Drehschuss aus acht Metern parierte wieder der Torwart. Nach einer guten Stunde hätte der VfB das Spiel längst gedreht haben können – und im Nachhinein wohl müssen.

0:2 zehn Minuten vor Schluss ist der K.O.-Schlag

Denn dem VfB gingen nicht nur vorne langsam die Kräfte aus, auch hinten fehlten sowohl die Leute als auch die Luft, jeden langen Ball der Gäste zu verteidigen. Lange blieb es beim 0:1, vor allem dank Keeper Tom Streich, der mehrfach gut hielt. Lange blieb die Hoffnung, aber nach vorne verzettelte sich Kirchhellen zu oft in Einzelaktionen, leistete sich Unkonzentriertheiten und technische Fehler – keine Schande bei dem Wetter, aber ärgerlich.

Zehn Minuten vor Schluss traf Overberge zum 0:2. Ein weiterer Lauer-Kopfball hätte in der 91. Minute der Anschluss sein können, stattdessen fiel sogar noch das 0:3 – und während der FCO den Aufstieg feierte, lagen Kirchhellener Jungs enttäuscht un kaputt am Boden. Dabei bleibt eine kleine Hoffnung auf den Aufstieg.

So kann der VfB doch noch aufsteigen

Falls der VfB am Mittwoch gegen Firtinaspor Herne gewinnt und dann am Sonntag auch den punktlosen ASSV Letmathe schlägt, könnten Gevelsberg, Herne und der VfB am Ende punktgleich sein. Um 19 Uhr ist der VfB am Mittwoch bei Firtina an der Herner Emscherstraße zu Gast, Bethscheider muss dann aber auf vier Spieler verzichten, die im Urlaub oder auf Schulfahrt sind. Daran war am Sonntagmittag aber sowieso noch nicht zu denken. „Vielleicht gibt es ja einen Fußballgott. Jetzt müssen wir aber erstmal die Köpfe wieder hoch kriegen.“

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