Fußball - Regionalliga

Wattenscheid 09 kämpft erneut im TV um den Klassenerhalt

Norman Jakubowski spielt mit der SG Wattenscheid 09 gegen Alemannia Aachen.

Norman Jakubowski spielt mit der SG Wattenscheid 09 gegen Alemannia Aachen.

Foto: T.Tillmann

Wattenscheid.  Erneut darf die SG 09 ein Live-Spiel auf Sport1 austragen. Gegner ist Aachen. Derweil haben die Spieler mit der Insolvenzverwalterin gesprochen.

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Am vergangenen Freitag erhielten die Spieler der SG Wattenscheid 09 Besuch. Insolvenzverwalterin Dr. Anja Commandeur informierte die Akteure des Regionalligisten über die aktuelle Lage des Klubs, erklärte zudem, wie die Fußballer an ihr Gehalt für die vergangenen Monate kommen. Wie viele der Jungs von Trainer Farat Toku sich in dieser halben Stunde und auch in der Zeit danach die Frage gestellt haben, was sie sich da mit der Zusage für diese Spielzeit trotz frühzeitig warnender Signale überhaupt angetan haben, ist nicht überliefert.

Einer aus dem Ensemble hingegen musste sich diese Frage schon häufiger stellen lassen – und bisher wies er sie immer zurück. Das ist momentan nicht anders, auch wenn vor dem Montagabendspiel gegen Alemannia Aachen (20.15 Uhr, Sport 1) mehr über das laufende vorläufige Insolvenzverfahren gesprochen wird als über Fußball. Norman Jakubowski, Innenverteidiger und seit 2016 trotz eines Vollzeit-Jobs Regionalliga-Spieler bei den chronisch unterfinanzierten Schwarz-Weißen, sagt trotz all’ dieser Strapazen: „Das hat für mich überhaupt nichts mit antun zu tun. Ich bin dem Verein sogar sehr dankbar.“

Jakubowski fühlt sich dem Verein verbunden

Um den Stellenwert dieser Aussage begreifen zu können, empfiehlt sich ein Blick auf die teils leidgeprüfte Vita des Blondschopfs. Beim KFC Uerdingen musste er lange auf sein Gehalt warten, klagte es sogar ein. Der VfL Bochum gab bekannt, dass er seine U23 abmelden werde, da gehörte Jakubowski noch zum Kader der Reserve des Zweitligisten. Und der Höhenflug des TSV Marl-Hüls, für den er von 2015 bis zu seinem Wechsel nach Wattenscheid spielte, endete in einem Verfahren wegen Steuerhinterziehung. „Ich kenne es nicht anders, als auf mein Gehalt zu warten“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Es stellt sich dennoch die Frage, aus welchem Grund er sich für ein weiteres Jahr an der Lohrheide entschieden hat. Schließlich tummeln sich doch in Westfalen- und Oberliga zahlreiche ambitionierte Vereine, die ordentlichen Fußball spielen und zudem noch ein finanzielles Zubrot für die Spieler ermöglichen. Und er müsste dort vermutlich nicht so viel trainieren, schließlich hat er eine hervorragende fußballerische Ausbildung genossen.

Neun Punkte Abzug

„Ich fühle mich dem Verein kurioserweise verbunden“, sagt Jakubowski, der für eine große Krankenkasse arbeitet. Ein Job, bei dem er für jede Flexibilität bei seinem großen Hobby dankbar ist. „Ich finde es gut, dass ich in Wattenscheid alles unter einen Hut bekommen kann. Die Möglichkeit habe ich bei keinem anderen Verein gesehen“, sagt der 26-Jährige. „Dass ich trotz eines Vollzeit-Jobs in der Regionalliga spielen kann, empfinde ich als Geschenk.“

Doch für ihn ist das insbesondere in dieser Saison wohl die einzige gönnerhafte Gabe. Denn bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden dem Team neun Regionalliga-Punkte abgezogen. „Das ist eine schöne zusätzliche Aufgabe“, sagt Jakubowski bemüht um Positivität ausstrahlende Rhetorik. Er gibt aber auch zu: „Darauf hätte ich sehr gern verzichtet. Auch wenn ich ein gutes Gefühl habe, dass es mit dem Klassenerhalt klappen wird.“

Gute Bilanz gegen Aachen

Gedanklich gehen er und seine Mannschaftskollegen daher mit einem Minus von zwei Zählern in die Partie gegen die Alemannia aus Aachen, die der Sender Sport 1 zur besten Zeit live überträgt. „Wir müssen jetzt sehen, dass wir Konstanz in die Ergebnisse bekommen“, sagt der Wattenscheider Abwehrspieler. Alemannia Aachen ist da ein willkommener Gast in der Lohrheide: Die vergangenen acht Spiele konnte die SGW allesamt gewinnen. „Das ist eine Randnotiz“, sagt Jakubowski. „Das wird eine große Aufgabe und ein heißer Kampf. Aachen ist ein Verein mit großer Tradition, eine Mannschaft, gegen die man daher gerne spielt.“

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