Kommentar

VfL Bochum zeigt in Hamburg seine spielerische Klasse

Gemeinschaftlich verteidigt, attackiert, getroffen, gejubelt: Danilo Soares ist obenauf, irgendwo ist auch 2:1-Torschütze Danny Blum nach seinem Treffer für den VfL Bochum in Hamburg.

Gemeinschaftlich verteidigt, attackiert, getroffen, gejubelt: Danilo Soares ist obenauf, irgendwo ist auch 2:1-Torschütze Danny Blum nach seinem Treffer für den VfL Bochum in Hamburg.

Foto: Sebastian El-Saqqa / firo Sportphoto

Bochum.  Mit dem 3:1 beim Hamburger SV hat der VfL Bochum ein starkes Zeichen gesetzt. Denn die Art und Weise des Erfolges beeindruckte. Ein Kommentar.

Als der Hamburger SV wie aus dem sprichwörtlichen Nichts zum 1:1 ausglich, dachte manch einer sicherlich, dass der VfL Bochum einknicken könnte. Doch das Gegenteil war der Fall: Bochum ließ sich an diesem Sonntag nicht entmutigen. Bochum legte nach. Zoller traf den Pfosten, Blum mit einem Traumschuss zur Führung, Chibsah machte den Deckel drauf. Selten hat der VfL bei einem Spitzenreiter der 2. Liga so eindrucksvoll und verdient gewonnen.

Der Plan von Trainer Thomas Reis ging anders als beim arg mutlosen 0:2 gegen Fürth diesmal voll auf. Er setzte erstmals auf seine schnellen Flügelstürmer Danny Blum und Gerrit Holtmann gemeinsam und brachte den kongenialen Zehner Robert Zulj zurück ins Spiel. Der schmollte nicht nach seiner Degradierung auf die Tribüne beim Fürth-Spiel, das deutete sich bereits im Testspiel gegen Köln an. Es mag sein, dass Trainer Reis und Zulj keine besten Freunde mehr werden. Aber gemeinsam erfolgreich sein können sie allemal.

Robert Zulj zeigt eine starke Reaktion auf dem Platz

Zulj zeigte jedenfalls eine starke Reaktion auf dem Platz. Reis wollte mit Zulj, Blum, Holtmann und dem wie stets unermüdlichen Zoller einen spielstarken und forsch frühzeitig attackierenden VfL sehen, der die HSV-Defensive unter Druck setzt, der Hamburg nicht ins Spiel kommen lässt. Seine Elf setzte die Vorgaben vorbildlich, diszipliniert und gemeinschaftlich um. Um einen Namen beispielhaft zu nennen: Selten hat man einen Danny Blum gesehen, der auch defensiv seine Aufgabe mit so viel Leidenschaft erfüllt. Und mitunter stimmt es ja: Ein Quäntchen Glück muss man sich verdienen. Blum hatte sich sein Traumtor verdient.

Bochum kann richtig guten Fußball spielen. Erstmals in dieser Saison hat der VfL das über die komplette Distanz gezeigt. Das wird jetzt nicht in jeder Partie auf diese Art gelingen. Lag nach dem 0:2 gegen Fürth nicht alles in Trümmern, so wird jetzt keiner tagelang auf Wolke sieben schweben. Aber dass der Kader des VfL grundsätzlich das Zeug dazu hat, kämpferisch, fußballerisch und taktisch auch gegen die finanzstärkeren Teams der Liga mitzuhalten, das hat er in Hamburg mit Nachdruck bewiesen.

Direkt von der Castroper Straße – aktuelle WAZ-Artikel zum VfL Bochum:

Alle aktuellen Berichte zum VfL Bochum gibt es hier

Alle Artikel zum Sport in Bochum und Wattenscheid finden Sie hier

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben