Serie Laufen

Sportler erfahren beim Bochumer Urban Trail laufend Kultur

Beim Bochumer Urban Trail laufen die Starter durch Gebäude, wie 2017 durch das Starlight-Express-Theater.

Beim Bochumer Urban Trail laufen die Starter durch Gebäude, wie 2017 durch das Starlight-Express-Theater.

Foto: Kai Kitschenberg

Bochum.  Beim Urban Trail lernen Starter Bochum und seine Sehenswürdigkeiten auf Rundkurs kennen. Es gibt auch schnelle Läufer – aber keine Zeitmessung.

Um den Sportplatz Runden zu drehen ist vielen Läufern zu langweilig. Die meisten bewegen sich durch die Natur, um sie zu genießen und etwas zu sehen. Beim Urban Trail können sie sogar Bochum und seine Sehenswürdigkeiten besichtigen – und mitten durch Gebäude laufen.

2017 gab es die erste Auflage des etwas anderen Laufes, bei dem der Sport gar nicht im Vordergrund steht. Er wird mit Kultur verbunden. „Es ist eine wunderbare Möglichkeit, die Stadt zu erkunden“, sagt Klaus Ehl, der den Lauf für Bochum organisiert. Früher war er selbst Spitzensportler beim TV Wattenscheid und gewann bei den Olympischen Spielen 1972 mit der Deutschen 4x100-Meter-Staffel Bronze. Im Gegensatz dazu geht es beim Urban Trail nicht um Schnelligkeit. Eine Zeitmessung gibt es nicht, nur Urkunden.

Läufer sollen die Strecke schaffen können

Wie fit muss man denn eigentlich sein? „Die Läufer sollten die Strecke schon schaffen können, es gibt auch unzählige Treppen. Jeder wählt aber sein eigenes Tempo. Wer sich ganz lange Zeit lässt, kann im Zweifel nicht mehr in das letzte Gebäude“, erklärt Ehl. Denn aus einem Massenstart, mit je 500 Leuten in mehreren Abschnitten, werde „ein langer Wurm“, so Ehl.

Von der DJK Preußen 1911 sind im vergangenen Jahr 23 Läufer gestartet. Auch dieses Jahr stellt der Verein wieder eine große Gruppe. „Den Lauf haben wir weniger als Training gesehen, sondern als willkommene Abwechselung. Wir haben reichlich Fotos gemacht und den Sport mit Geselligkeit verbunden“, sagt Christian Ernst, der die Läufe bei der DJK organisiert. „Das kann man einmal im Jahr gut machen.“ Zwischen den Stationen sind die Preußen-Sportler gelaufen und kamen ins Schwitzen. „Selbst als Bochumer lernt man viele Orte kennen, an denen man noch nie war. Ich war zum Beispiel noch nie im Anneliese-Brost-Musikforum“, sagt Ernst.

20 Stationen sind für 2018 angedacht

Die genaue Stecke für dieses Jahr erarbeitet Ehl aktuell. Geplant sind elf Kilometer durch Bochum, wobei die Stationen noch nicht alle feststehen. 20 sind angedacht. Nicht mehr dabei ist das Ruhrstadion. Dafür starten die Läufer diesmal in der Jahrhunderthalle und enden in dessen Unterwelt. Unter anderem sind auch Probsteikirche und Rotunde neue Stationen. Wie im vergangenen Jahr verläuft die Strecke daneben etwa durch den Luisenhof, die Gaststätte Mandragora und das Planetarium.

Gemeinsam mit Kulturamtsleiter Bernhard Szafranek stellt Ehl die Idee des Urban Trails vor, um in die Gebäude zu gelangen und dort ein Programm zu bekommen. So wie 2017: Musik im Mandragora oder Cheerleader im Rathaus, die gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Eiskirch die Läufer anfeuerten. So können die sich eine Weile in den Sehenswürdigkeiten aufhalten.

„Wer das nicht möchte, kann auch außen herum weiterlaufen. Es gibt schon einige, die am schnellsten im Ziel sein möchten“, weiß Ehl. Dafür ist auch ein Fahrrad an der Spitze mit dabei, genauso wie am Ende – das Erlebnis bleibt eben doch eine Sportveranstaltung.

>>>Ursprung aus den Beneluxstaaten

  • Die Idee des Urban Trails stammt aus den Beneluxstaaten. Seit 2013 gibt es die Läufe. Bei einer Veranstaltung in Amsterdam sind einmal rund 10.000 Läufer gestartet.

  • In Deutschland gab es 2017 zum Auftakt vier Läufe: in Berlin, Bochum, Dortmund und Oberhausen. In Bochum starteten mit 2.500 Läufern die meisten. Am 10. Juni 2018 ist die zweite Auflage in Bochum. Anmeldung: www.bochumurbantrail.de

Das war die Strecke beim Bochumer Urban Trail 2017

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