Fußball - Oberliga

SG Wattenscheid 09: Viel Lob für Trainer Christian Britscho

Sebastian Kleine durfte zuletzt in der Fußball-Oberliga für die SG Wattenscheid 09 jubeln. Er traf gegen Dortmund, Wattenscheid verlor dennoch.

Sebastian Kleine durfte zuletzt in der Fußball-Oberliga für die SG Wattenscheid 09 jubeln. Er traf gegen Dortmund, Wattenscheid verlor dennoch.

Foto: Thorsten Tillmann / FFS

Wattenscheid.  Die SG Wattenscheid 09 spielt eine gute Rolle in der Oberliga. Das meiste Lob geht an Trainer Christian Britscho. Nun geht es gegen Paderborn II.

Am 8. Spieltag der Fußball-Oberliga feierte ein Spieler, dessen Verpflichtung nicht so recht der Transferphilosophie der SG Wattenscheid 09 entsprach, Tor-Premiere. Sebastian Kleine, 36 Jahre alt, Stürmer, hatte bei der 2:3-Niederlage beim ASC 09 seinen ersten Treffer für seinen neuen Klub erzielt. Vom Trainer gab es im Anschluss Lob. Kleine habe das Spiel belebt, so Christian Britscho über den Spieler, dem in dem durchschnittlich sehr jungen Team eine besondere Rolle zukommen sollte. Diese Rolle soll er auch im Heimspiel gegen den SC Paderborn II erfüllen (So., 15 Uhr, Lohrheide).

Kleine, immerhin schon auf dem Weg in den Fußball-Ruhestand, sollte eigentlich verlängerter Arm des Trainers werden. Er sollte Eindrücke sammeln, wie die Arbeit als Übungsleiter einer ambitionierten Mannschaft funktioniert, um für eine ähnliche Aufgabe gewappnet zu sein. Inzwischen hatte der Angreifer ausreichend Zeit, sich ein umfassendes Bild von seinem Coach zu machen.

Arbeit mit Britscho macht sich bezahlt

Rund sechs Wochen Vorbereitung und acht Oberliga-Spieltage später hat Kleine bereits eine Menge entdeckt. „So eine Detailbesessenheit habe ich vorher noch nicht erlebt“, sagt er über den Wattenscheider Coach, der mit seinem Team bereits vier der acht Partien gewinnen konnte. Er hat das mit einer völlig neuen Mannschaft geschafft, die sich im Ganzen vorher überhaupt noch nicht kannte.

Britscho war im Sommer geholt worden, um das neu formierte Team der Wattenscheider durch die Oberliga zu führen. Während Kleine den Polizeibeamten in gewisser Weise als Lehrmeister sieht, ist Christian Pozo y Tamayo ebenfalls rundum zufrieden. Der SGW-Sportvorstand sagt mit Blick auf die erste Zeit: „Ich bin zwar Berufsoptimist, aber so optimistisch konnte ich nicht sein.“ Die Arbeit mit dem Aufstiegstrainer von Oberliga-Meister Rot Weiss Ahlen habe sich in jeder Hinsicht bezahlt gemacht.

Guter Ruf und gutes Netzwerk

„Dass er zugesagt hat, war ein Meilenstein für uns. Er hat einen guten Ruf und ein super Netzwerk, das wir nutzen konnten.“ Spieler und Verantwortliche sind froh über den Coach, der sich selbst bei öffentlichen Auftritten gern still und bescheiden gibt. Feierlichkeiten vor den SGW-Fans wohnt er allenfalls als Zuschauer bei, über seine eigenen Fähigkeiten spricht er selten bis gar nicht.

„Dass er fachlich gut ist, kann man an seiner Karriere sehen“, sagt Pozo y Tamayo über die bisherigen Erfolge des 50-Jährigen, der jedoch eine besondere Eigenschaft mit nach Wattenscheid gebracht hat. „Gerade sein Umgang mit jungen Spielern ist hervorzuheben“, sagt der Funktionär. Immerhin: Aus der zusammengewürfelten Gruppe talentierter Jungs hat Britscho eine Einheit geformt. Pozo y Tamayo: „Man sieht, dass da etwas zusammenwächst.“

Paderborn II kommt mit vielen jungen Spielern

Kleine wagt aus der Sicht des erfahrenen Mannschaftskollegen ein überaus positives Urteil über die Wattenscheider Jungspunde: „Wer gegen diese Mannschaft in zwei oder drei Jahren spielt – na Prost, Mahlzeit.“

Gegen ein junges Teams geht es für die Wattenscheider an diesem Spieltag der Oberliga: Die zweite Mannschaft des Zweitligisten SC Paderborn. Um Beispielhaftes für die die Gefahr zu nennen, die die U21 des SC Paderborn 07 ausstrahlt, muss Christian Britscho nicht lange nachdenken. Er hat sich den Verlauf der Partie der Ostwestfalen bei der SG Finnentrop/Bamenohl (4:5) angeschaut und festgestellt: Trotz der schlechten Platzierung (Rang 18) gehören die Ostwestfalen zu den offensivstarken Teams der Oberliga Westfalen.

20 Gegentore für Paderborn

„Die werden mit dem Abstieg überhaupt nichts zu tun haben“, sagt der 50-Jährige. „Entgegen der Meinung, dass in den U-Mannschaften eher Junioren-Fußball gespielt wird, geht es bei Paderborn ganz schön zur Sache“, sagt er. Der SCP II sei ein spielstarkes Team, das „das gleiche fußballerische Gedankengut mitbringt wie wir“.

Die von Britscho gern angesprochene Partie bei der SG Finnentrop/Bamenohl hatte die Mannschaft von Michael Kniat zwar verloren, dabei jedoch in Unterzahl drei Tore erzielt. 14 Mal haben die Paderborner, die allerdings nur ein Spiel gewinnen konnten, bisher das gegnerische Tor getroffen. Zu viele für einen vermeintlichen Abstiegskandidaten. Zur Wahrheit gehört aber auch: Mit 20 Gegentoren gehört der Zweitliga-Nachwuchs zu den anfälligeren Teams der fünfthöchsten deutschen Spielklasse.

Tagesform entscheidet

„Es wird am Ende darauf ankommen, wer die bessere Tagesform hat“, prognostiziert Wattenscheids Trainer Britscho, der im Heimspiel wieder mit dem genesenen Angreifer Felix Casalino planen kann. Der Angreifer hatte sich im Heimspiel gegen Eintracht Rheine am Oberschenkel verletzt.

Während die sportliche Route klar abgesteckt ist, besteht hinsichtlich einiger Rahmenbedingungen noch Unsicherheit. Die stark steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen zwingt selbstverständlich auch die Verantwortlichen der SGW zum Umplanen. In einer Mitteilung ließ der Club verlauten: „Aktuell rangiert die Stadt Bochum bei einem Inzidenzwert von circa 50. Von daher gehen wir davon aus, dass wir am Sonntag gegen die U21 des SC Paderborn vor 500 Zuschauern spielen dürfen.“

JHV ist auf unbestimmte Zeit verschoben

Gleichwohl wies der Verfasser darauf hin, dass es auch noch kurzfristig zu Änderungen kommen könne. Denen, die sich bereits mit einem Ticket versorgt haben, werde der Verein im Falle eines Zuschauerausschlusses die Erstattung des Kaufpreises anbieten, versichert Sportvorstand Christian Pozo y Tamayo.

Derweil haben die Verantwortlichen des Vereins eine anderweitige Vorsichtsmaßnahme getroffen. Weil bezüglich einer Abstimmung in digitaler Form rechtliche Unsicherheit herrschte, verschoben sie die satzungsgemäß bis Ende Oktober abzuhaltende Jahreshauptversammlung auf unbestimmte Zeit.

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