VfL Bochum

Irres Match: Der VfL Bochum verspielt eine 3:1-Führung - 3:3

Salto in Bochum: Robert Tesche bejubelt sein Tor zum 1:1.

Salto in Bochum: Robert Tesche bejubelt sein Tor zum 1:1.

Foto: firo

Grumme.   Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle holte der VfL Bochum gegen den SSV Jahn Regensburg nur einen Punkt. 3:3. Dabei verzückte auch Lees Rücken.

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Was für ein Auf und Ab der Gefühle an diesem nasskalten Herbstabend im Ruhrstadion. Nach einem 0:1 führte der VfL bereits mit 3:1 gegen Jahn Regensburg. Doch die Gäste schlugen noch einmal zurück und glichen in der dritten Minute der Nachspielzeit aus. 3:3. Unterm Strich: ein gerechtes Remis nach einem kuriosen Spiel.

Trainer Robin Dutt vertraute wie erwartet der gleichen Startelf, die zuletzt in Hamburg ein 0:0 geholt hatte. Regensburg stand tief, Bochum suchte von Beginn an verzweifelt die Lücke. Zunächst vergebens. Dabei mussten die Innenverteidiger Jan Gyamerah und Tim Hoogland höllisch aufpassen gegen Adamyan und Grüttner, die bei auch technisch gekonnt vorgeführten Gegenstößen lauerten.

Die Zuordnung passt nicht beim 0:1

Und deren Chance kam eher als gedacht, allerdings nach einem Standard. Nach einer Ecke durfte Andreas Geipl von der rechten Seiten erneut flanken, und am langen Pfosten hatten sich gleich zwei Regensburger davon geschlichen. Da passte die Zuordnung, die Abstimmung überhaupt nicht beim VfL. Sargis Adamyan sagte Danke und köpfte aus kürzester Distanz mühelos ein. 11. Minute.

Bochum, lautstark angefeuert von den Fans, erholte sich rein kämpferisch recht schnell. Dem seit Wochen glücklosen Robbie Kruse misslang der Abschluss aus elf Metern, wenig später hätte Chung-Yong Lee das 1:1 machen müssen. Danilo Soares, mit Glückwünschen zu seinem 27. Geburtstag begrüßt, drosch den Ball hoch Richtung Sechzehner, Jahns Marcel Correia legte unfreiwillig auf, und Lee hatte freie Bahn. Er köpfte über Torwart Philipp Pentke hinweg - aber links am Tor vorbei (18.).

Bochum mühte sich - die strukturiert auftretenden Gäste blieben gefährlich. Grüttner bediente Adamyan per Hacke, dessen Schuss Manuel Riemann parieren konnte (24.). Soares machte immer wieder Druck über die linke Seite, doch gefährlich in den Strafraum drangen die Bochumer lange Zeit kaum ein. In den letzten fünf Minuten erhöhte der VfL den Druck, das Powerplay erdrückte den Jahn nun. Der starke Anthony Losilla und der bestens bewachte Hinterseer vergaben, ehe Robert Tesche zuschlug.

Der Flic-Flac des Robert Tesche

Nach Querpass von Lee zog er aus 18 Metern ab, der Ball flog knallhart in den rechten Winkel. Der verdiente Ausgleich mit dem Pausenpfiff. Für den Stadionsprecher ein „Tor des Monats“, das der bis dahin schwache Tesche mit einem turnerisch ansehnlichen Flic-Flac zelebrierte.

Ein Tor, das Folgen hatte. Denn nach dem Wechsel war Regensburg nicht mehr so stabil, so griffig – und patzte eklatant. Torwart Philipp Pentke schoss einen Freistoß rund 35 Meter vor seinem Tor an den Rücken von Lee, der Ball prallte ab in den Lauf von Lukas Hinterseer, der ihn dann ins verwaiste Tor schob. Doppel-Glück für den VfL: Hinterseer stand beim kuriosen „Rücken-Pass“ von Lee im Abseits.

Bochum führte 2:1 und durfte nachlegen. Wieder gönnte sich ein Regensburger eine Auszeit, Verteidiger Marcel Correia verlor den Ball leichtfertig an Lee. Der Koreaner schnappte sich den Ball, hob den Kopf, legte quer auf Hinterseer, der wieder nur leicht-locker einnetzen musste. Das 3:1 (65.). Die Vorentscheidung?

Riemann pariert einen Elfmeter

Nein. Jan Gyamerah gönnte sich kurz darauf ein Handspiel im Strafraum und rückte damit seinen Torwart ins Rampenlicht: Den fälligen Strafstoß parierte Manuel Riemann gegen den Schuss von George.

Doch das war es noch nicht an diesem spannenden und defensiv doch fehlerhaften Fußballabend. Nach einer minimalen Berührung von Danilo Soares an Grüttner zeigte Schiedsrichter Petersen erneut auf den Punkt. Strittig. Diesmal verwandelte Regensburg in Person von Marc Lais sicher (77.).

Lee, an allen drei Treffern beteiligt, schlug noch einmal einen scharfen Freistoß vors Tor, Grüttner klärte auf der Linie. In den letzten zehn Minuten aber drückte der Jahn, Bochum wankte - und musste den Ausgleich schlucken. In der Nachspielzeit vollstreckte Al Ghaddioui aus kurzer Distanz.

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht, denn schon am Freitag geht es für den VfL Bochum weiter. Dann muss der VfL beim Tabellenvierten Spielvereinigung Greuther Fürth bestehen.

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