Basketball

„Die Jugend steht im Mittelpunkt“

Ein Glücksgriff für die AstroStars, sagt Manager Diehr: Ryon Howard (re.) Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool

Ein Glücksgriff für die AstroStars, sagt Manager Diehr: Ryon Howard (re.) Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool

Foto: WAZ FotoPool

Vor dem Topspiel des Basketball-Erstregionalligisten AstroStars Bochum gegen CB Recklinghausen äußert sich Manager Hans-Peter Diehr zur Fusion mit dem VfL, die Finanzen, die Standortvorteile - und den Vorwurf, das Team sei „zusammengekauft“.

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Ungeschlagener Tabellenführer der 1. Regionalliga, die (vor-)entscheidenden Spiele um Herbstmeisterschaft und Aufstieg gegen Recklinghausen und Dortmund vor der Brust, dazu die Gründung des neuen Basketballriesen VfL AstroStars Bochum: Spannende Wochen für AstroStars-Manager und VfL-AstroStars-Finanzvorstand Hans-Peter Diehr, der darüber mit WAZ-Mitarbeiter Jens Rospek sprach.

Aus der Basketballabteilung des VfL Bochum und den AstroStars werden die VfL AstroStars Bochum. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Hans-Peter Diehr: Ich bin sogar glücklich. Diese Fusion haben viele wegen der Rivalität zwischen beiden Vereinen lange für unmöglich gehalten. Zum Glück haben wir diese Rivalität überwunden, so dass wir unsere Kräfte nun bündeln können.


Ein Verein mit fast 800 Mitgliedern ist mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Bisher sind die meisten Mitarbeiter ehrenamtlich beschäftigt. Wird es dabei bleiben können?

Wir werden versuchen, das auch in Zukunft so hinzukriegen. Allerdings ist der Verein schon Arbeitgeber, es gibt seit einiger Zeit die BG Südpark Marketing GmbH. Ab dem neuen Jahr wird uns eine Verwaltungskraft verstärken. Zudem haben wir viele Leute auf freiwilliger Basis hinzugewonnen. Jetzt ist es Aufgabe des Vorstands, sich um die weitere Struktur zu kümmern.

Ein größerer Verein ist auch mit mehr Kosten verbunden. Kann man die Finanzierung über Mitgliedsbeiträge überhaupt noch leisten?

Nein, aber das ist seit langem nicht mehr möglich. Schon jetzt machen die Mitgliedsbeiträge nur etwa 30 Prozent der Gesamtfinanzierung aus. Bei den Sponsoren sind wir aber ganz gut aufgestellt, wir haben verschiedene kleinere und größere Partner wie die Stadtwerke und die Sparkasse und stehen auf mehreren Füßen. Von der Fusion erhoffen wir uns auch in diesem Bereich neue Möglichkeiten.

Es hat auch kritische Stimmen gegeben. Manche haben sich Sorgen gemacht, dass der neue Verein gerade in den unteren Ligen Probleme mit sich bringt. Wo werden künftig die Akzente liegen?

Wir wollen Leistungs- und Breitensport gleichzeitig anbieten. Niemand will Mannschaften auseinander reißen oder Teams zusammen legen. Vielmehr wollen wir eine sinnvolle Kombination schaffen. Nehmen wir die Jugendabteilung. Bisher hatten wir das Problem, dass in einem Verein eine Mannschaft hochklassig gespielt hat, was das Heranführen wenig entwickelter Spieler erschwert hat. Umgekehrt hat der andere Verein in einer schwachen Liga gespielt, obwohl dort Potenzial für mehr vorhanden war. Der VfL AstroStars Bochum bündelt diese Kräfte. Die Jugend soll im Mittelpunkt stehen, mittelfristig wollen wir in die Jugendbundesligen. Aber jeder bei uns wird die Chance haben Basketball zu spielen, unabhängig von Alter oder Talent.

Von der Konkurrenz gab es vor der Saison den Vorwurf einer „zusammengekauften Mannschaft“, jetzt sind die AstroStars unbesiegter Tabellenführer. Haben Sie diese Dominanz erwartet?

Erwarten konnte man das so sicher nicht. Wegen der neuen Ausländerregel kann beispielsweise nur noch ein Amerikaner pro Team spielen. Der muss dann natürlich voll einschlagen, so wie es auf Ryon Howard bei uns zutrifft. Der Vorwurf einer zusammengekauften Mannschaft ist für mich ohnehin Quatsch. Außer Howard wohnen alle Spieler im direkten Umkreis von Bochum, studieren oder arbeiten hier. Da haben wir einfach einen Standortvorteil gegenüber Mannschaften außerhalb des Ruhrgebiets.

Am Samstag geht es gegen den Tabellenzweiten CB Recklinghausen. Welche Erwartungen haben Sie?

Wir werden auf jeden Fall selbstbewusst auftreten. In den nächsten beiden Spielen gegen Recklinghausen und Dortmund wird sich zeigen, ob wir das einzige Topteam oder doch nur eines von drei Spitzenteams sind.

DAS TOPSPIEL: RESPEKT VOR RECKLINGHAUSENS FRANKLIN

Der Tabellenführer empfängt mit Citybasket Recklinghausen den derzeit härtesten Verfolger (Samstag, 19 Uhr, Rundsporthalle). Mit einem Erfolg könnten die Astros ihren Vorsprung auf drei Siege ausbauen und damit bereits vor der Winterpause einen wichtigen Schritt Richtung 2. Bundesliga tun. Dazu müssen die Bochumer aber besonders Robert Franklin, seit Jahren einer der besten Spieler der Liga, im Auge behalten. Die Aufgabe, Franklin zu bewachen, wird wohl Ryon Howard im rein amerikanischen Duell zukommen. Auch Center Stefan Fürst und der bulgarische Importspieler Lyuben Paskov spielen zentrale Rollen. Taktisch wollen die AstroStars das Spiel vor allem über die Verteidigung gewinnen. „Defensive gewinnt bekanntlich Meisterschaften“, gibt Manager Hans-Peter Diehr die Marschroute vor.

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