Die Gegner des VfL (15)

Der Ton ist rauer geworden in Magdeburg

Wurde zum besten Drittliga-Spieler der Saison 2017/18 gewählt, kämpft aber jetzt mit Magdeburg gegen den Abstieg: Philip Türpitz (links), hier im Zweikampf mit dem Dresdner Marco Hartmann.

Wurde zum besten Drittliga-Spieler der Saison 2017/18 gewählt, kämpft aber jetzt mit Magdeburg gegen den Abstieg: Philip Türpitz (links), hier im Zweikampf mit dem Dresdner Marco Hartmann.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Nach dem umjubelten Aufstieg in die 2. Bundesliga kämpft man beim 1. FC Magdeburg gerade mit enttäuschten Erwartungen.

Die Feierlichkeiten entsprachen der Leistung: Nicht nur über den erstmaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga jubelten die Magdeburger im Frühsommer ausgiebig, sondern auch über imposante 85 Punkte.

Der 1. FC war unaufhaltsam durch die Drittliga-Saison gebraust und hatte am Ende den Punkterekord von Eintracht Braunschweig eingestellt. Als Vater des Erfolges wurde Trainer Jens Härtel gefeiert, der die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt damit bereits zum zweiten Aufstieg geführt hatte.

Ein halbes Jahr später kämpfen die Magdeburger mit enttäuschten Erwartungen. Einen Sieg nur kann die Mannschaft nach zwölf Spieltagen aufweisen. Die Fans stärken ihrem Team zwar während der Spiele in großer Zahl den Rücken, der Ton in der öffentlichen Diskussion ist aber rauer geworden. Und natürlich ist auch und vor allem der zuvor so erfolgreiche Trainer in die Kritik geraten. Doch noch, auch nach den letzten drei Niederlagen in Folge, bleibt der Klub standhaft. Sportchef Maik Franz: „Die Trainerfrage stellt sich für uns nicht.“

Als entscheidend für die bislang schwache Ausbeute wird inzwischen unverhohlen die Personalpolitik verantwortlich gemacht. Von Spielern wie Joel-Abu Hanna und Manfred Osei Kwadwo, die beide ablösefrei vom Zweitliga-Absteiger Kaiserslautern gekommen waren, hatte man sich mehr erwartet, ebenso von der Salzburger Leihgabe Mergim Berisha. Das Trio hat es bislang in der Summe auf läppische zwei Spiele gebracht. So war das nicht geplant.

Bis auf den aktuell verletzt fehlenden Romain Bregerié, der einst mit Anthony Losilla in Dresden gespielt hat und vor seinem Wechsel zum Aufsteiger in Ingolstadt unter Vertrag stand, sowie dem ehemaligen Rödinghauser Marius Bülter, der den Sprung aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga ganz gut verkraftet hat, vermochten aber auch die übrigen Magdeburger Neulinge, unter ihnen der Bundesligaerfahrene Aleksander Ignjovski, nicht zu überzeugen. Inzwischen ist deshalb bei den Verantwortlichen des 1. FCM die Erkenntnis gereift, dass die Qualität der Mannschaft doch nicht den Anforderungen der 2. Bundesliga gerecht wird. Rang 15, punktgleich mit Sandhausen und Duisburg auf den Plätzen 16 und 17, ist alles andere als ein sanftes Ruhekissen.

„Wir haben den Markt fest im Auge. Und wenn wir die Chance bekommen, uns zu verstärken, dann tun wir das auch“, sagte Maik Franz neulich. Spekuliert wird über drei neue Spieler, die in der winterlichen Transferperiode nach Magdeburg gelotst werden sollen.

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