Der Marathon-Mann greift wieder an

Vor rund einem Jahr lag er noch auf dem Operations-Tisch – am Sonntag will Hendrik Pfeiffer beim Köln-Marathon zeigen, dass ihm die Zukunft der deutschen Langstrecke gehört. Start: 10 Uhr.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Vor rund einem Jahr lag er noch auf dem Operations-Tisch – am Sonntag will Hendrik Pfeiffer beim Köln-Marathon zeigen, dass ihm die Zukunft der deutschen Langstrecke gehört. Start: 10 Uhr.

Zur Erinnerung: Der erst 24-jährige Marathonmann des TV Wattenscheid 01 hatte im Frühjahr 2016 gleich bei seinem ersten Marathonlauf in Düsseldorf die Norm für die Olympischen Spiele in Rio unterboten. Pfeiffer musste die Spiele dann aber wegen Achillessehnen-Problemen absagen.

Jetzt ist aber alles wieder gut – Pfeiffer ist so gut trainiert wie noch nie. Davon zeugen auch seine Ergebnisse aus dem Sommer: Deutsche Vizemeisterschaft im Halbmarathon, zweimal Platz vier über 5000 und 10 000 Meter.

„Meine Vorbereitung war ziemlich nah am Optimum“, sagt Hendrik Pfeiffer. „Als ich den Trainings-Plan bekommen habe, musste ich zwar schon schlucken, so ambitioniert war das. Aber ich bin gesund geblieben, habe von Woche zu Woche geguckt, ich hatte sehr wenige Trainingsausfälle. Ich bin sehr optimistisch.“ Seit dem Juli bereitet sich Hendrik Pfeiffer jetzt akribisch nur auf den Marathon vor. „Kilometer schrubben“ , so nennt das sein Trainer Tono Kirschbaum.

220 Kilometer in einer Woche

„Bis zu 220 Kilometer in der Spitzenwoche, insgesamt 1826 Kilometer in elf Wochen, zwei bis dreimal pro Woche sogar drei Trainingseinheiten am Tag, die erste gefühlt vor dem Wachwerden“, listet Kirschbaum das beachtliche Pensum auf. Und: „Neben langen Läufen bis zu 40km standen auch immer wieder Tempoläufe auf dem Programm, die so manchen Radfahrer auf der Trasse oder am Kemnader See ins Staunen brachte.“

Respekt hat TV 01-Cheftrainer Tono Kirschbaum auch davor, was Pfeiffer neben dem Training noch stemmte: Klausuren für sein Journalistik-Studium schrieb er und nahm Termine in seinem Nebenjob wahr. In dieser Woche hat er sich erholt, Hendrik Pfeiffer absolvierte nur fünf Läufe über 15 Kilometer.

„Beim Trainingsstand bin ich jetzt besser als im letzten Jahr vor dem Düsseldorf-Marathon“, sagt der Wattenscheider. „Die Norm für die EM im nächsten Jahr liegt bei 2:14 Stunden. Es wäre schön, die jetzt schon sicher im Sack zu haben.“ Sein Ziel ist sogar noch höher gesteckt: „Ich will auf 2:12 Stunden gehen.“

Besonders freut sich Hendrik Pfeiffer, dass ihm Kumpel und TV01-Kollege Marius Probst hilft. Der U-23-Europameister über 1500 Meter hat in den letzten Wochen mit 20 Kilometer-Dauerläufen dafür trainiert, ein gleichmäßiges Tempo auf den ersten 10 bis 15 Kilometern zu machen; auch, um die anderen Pacemaker ein bisschen „einzunorden“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik