2. Bundesliga

Corona: VfL Bochum erläutert rote Zahlen bei der Versammlung

So sah es im Vorjahr aus bei der Mitgliederversammlung des VfL Bochum im Ruhrcongress. Am Dienstag läuft sie virtuell ab.

So sah es im Vorjahr aus bei der Mitgliederversammlung des VfL Bochum im Ruhrcongress. Am Dienstag läuft sie virtuell ab.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum.  Neuland für den VfL Bochum: Wegen der Corona-Krise steigt die Mitgliederversammlung am Dienstag virtuell. Für Spannung ist gesorgt.

Die letzten Vorbereitungen für die vereinshistorische Mitgliederversammlung an diesem Dienstag laufen auf Hochtouren beim VfL Bochum. Mehr als 1800 Mitglieder haben sich angemeldet, um bei der virtuellen Versammlung an diesem Dienstag digital dabei sein zu können. Präsidium und Geschäftsführung werden ihre Berichte in der Stadtwerke-Bochum-Lounge (SBL) präsentieren, die Mitglieder online zuhören, diskutieren und abstimmen können per Mausklick, letzteres etwa beim obligatorischen Tagesordnungspunkt Entlastung des Präsidiums für das Geschäftsjahr 2019/20.

In den Saal des Ruhrcongress’ kamen vor rund 13 Monaten, zur Versammlung 2019, gut 1.000 Mitglieder, es deutet sich auf digitalem Weg also eine deutlich höhere Teilnehmerzahl an. Natürlich ist diese virtuelle Versammlung eine Konsequenz der Corona-Krise, die auch dem VfL Bochum wirtschaftlich enorm zu schaffen macht. Ilja Kaenzig, der Sprecher der Geschäftsführung, wird Verluste in Millionenhöhe für die abgelaufene Saison erläutern, nachdem im Geschäftsjahr zuvor (2018/19) sowohl der Verein als auch die GmbH & Co. KGaA (Profiabteilung mit U 19 und U17) bei einem Gesamtumsatz von rund 34 Millionen Euro leichte Gewinne zu verzeichnen hatten.

Planzahlen für 2020/21 stehen im Zeichen der Corona-Krise beim VfL Bochum

Die Planzahlen für die laufende Saison sehen noch höhere Einbußen vor, obwohl dem Club fast alle Sponsoren, vor allem die Wichtigsten, treu blieben. Sie resultieren vor allem aus fehlenden Zuschauereinnahmen samt teils daraus bedingter Verluste im Sponsorenbereich sowie sinkender TV-Geld-Erlöse. Allerdings wird auch am Dienstagabend niemand seriös prophezeien können, wie hoch das Minus am Ende der Spielzeit 2020/21 tatsächlich sein wird. Zu dynamisch, zu ungewiss ist die Entwicklung der Corona-Pandemie.

Mit Spielen vor mehr als ein paar hundert Zuschauern ist zunächst bis Jahresende jedenfalls nicht mehr zu rechnen, heißt es auch beim VfL. Ob für die Partie am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) im Ruhrstadion gegen Erzgebirge Aue (wenige) Zuschauer zugelassen sind, ist zur Stunde noch offen.

Noch deutlich härter träfe den Zweitligisten eine Einstellung des Spielbetriebs, der vorübergehend auch nicht mehr ausgeschlossen werden kann, je nach Entwicklung der Corona-Krise und der politischen Entscheidungen.

VfL Bochum muss wohl spätestens im Sommer höhere Transfereinnahmen erzielen

Absehbar ist schon jetzt, dass der VfL Bochum bei allen Bemühungen um Kompensation der Verluste wie zum Beispiel durch Mehreinnahmen im Merchandising auf Sicht Transfereinnahmen erzielen muss – wenn noch nicht im Winter, dann im kommenden Sommer. In dieser Sommer-/Herbst-Transferperiode hat der VfL ein Plus von knapp einer Millionen Euro erwirtschaftet dank der Verkäufe von Vitaly Janelt und Dominik Baumgartner. Den ganz großen Deal gab es indes nicht. Die Neuzugänge kamen allesamt ablösefrei.

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