Serie Laufen

Bochumer Sportler laufen 3000 Meter bis zur Ehrennadel

In Bochum laufen viele Sportler, um das Deutsche Sportabzeichen abzulegen.

In Bochum laufen viele Sportler, um das Deutsche Sportabzeichen abzulegen.

Foto: Gero Helm

Bochum.  Beim Deutschen Sportabzeichen geht kein Weg an der Ausdauer vorbei. Die Läufer müssen dafür eine Grundlage mitbringen, um ihre Zeit zu schaffen.

Wer das Sportabzeichen absolvieren möchte, kommt nicht um die Ausdauer-Disziplin herum. Das heißt: entweder der Sprung ins Wasser oder der Gang in die Laufrunde. Ein Großteil der Sportler entscheidet sich nach Auskunft des Stadtsportbundes in Bochum für das Laufen. 3000 Meter müssen Erwachsene zurücklegen, Kinder und Jugendliche 800 Meter.

Nach den Erfahrungen der Sportabzeichen-Prüfer ist die Laufstrecke kein Hindernis für die Sportler. „Es ist natürlich ein Zeitfaktor, andere Disziplinen kann man mal eben machen. Und viele wählen sonst den Weg des geringsten Widerstandes“, sagt Stefan Balke, der Beauftragte für das Sportabzeichen in Bochum. Die siebeneinhalb Runden um den Sportplatz kosten jedenfalls Kraft, weshalb viele sich die Laufeinheit beim Training für das Sportabzeichen für das Ende des Tages aufbewahren.

Nicht unvorbereitet 3000 Meter laufen

Das mache nach Meinung der Ex-Spitzenläuferin Monika Merl (früher Gradzki) Sinn – vor allem wenn das Abzeichen an einem Tag abgelegt werden soll. „Die Muskulatur ist nach der langen Strecke erschöpft. Die Sportler können keine lange Pause machen, sonst kühlen sie ab“, erklärt sie.

Wichtig sei es, die 3000 Meter nicht unvorbereitet anzugehen. Viele testen dabei zwar, wie gut sie sind, laufen aber in ihrer Freizeit zusätzlich. „Einsteiger müssen eine Grundlage trainieren. Eine halbe Stunde sollten sie am Stück laufen können“, weiß die Leiterin einer Laufgruppe.

Lauf-Expertin Monika Merl erkennt Fehlhaltungen

Immer wieder erkennt Monika Merl auch krumme Haltungen und nicht effektive Lauftechniken bei Beginnern. Beispielsweise auch bei den Sportabzeichen-Aktionstagen, an denen sie die Lauf-Disziplin betreut. „Durch die richtige Lauftechnik kann man viel verbessern, auch wenn der Erfolg nicht immer messbar ist“, gibt die 38-Jährige zu bedenken. Oft hätten Hobbyläufer, die ihre Runden drehen, keine gute Armführung und fehlende Körperspannung.

Fehlt die Einschätzung der eigenen Leistung, gehen die Läufer die 3000 Meter beim Sportabzeichen teilweise mit zu hohem Tempo an. „Nach einer Minute geht ihnen die Puste aus“, erzählt Monika Merl. Die Sportler müssten also regelmäßig vorher laufen, wenn sie dies zuletzt in ihrer Schulzeit auf Zeit getan haben. Dies würde ohnehin dem Ziel des Sportabzeichens entsprechen: Dran bleiben und den Zugang zum dauerhaften Training finden.

Motivation für die Ausdauer-Disziplin vorhanden

Die Motivation sei vorhanden, sagt Stefan Balke: „Ich habe noch nie erlebt, dass Leute ihr Sportabzeichen nicht machen, weil sie die 3000 Meter nicht schaffen. Wenn doch, dann hat es gesundheitliche Gründe.“ Außerdem sind die Zeiten seit der Reform im Jahr 2013 aufgelockert worden. Um das Abzeichen zu schaffen, haben die Sportler insgesamt sogar etwas mehr Zeit.

Nur die Goldwerte sind teilweise schwierig zu erreichen, vor allem im Jugendbereich – auch wenn 800 Meter nur zwei Runden um den Sportplatz bedeuten.

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