Basketball

Bochumer Astro-Ladies brauchen Bedenkzeit

Trägt die sportliche Perspektive, um die hohen Anforderungen als Zweitligist zu erfüllen? Das ist eine der Fragen, die die Astro-Ladies beschäftigen.

Trägt die sportliche Perspektive, um die hohen Anforderungen als Zweitligist zu erfüllen? Das ist eine der Fragen, die die Astro-Ladies beschäftigen.

Foto: Socrates Tassos

Grumme.   Die Regionalliga-Meisterschaft haben sie gewonnen, dennoch ist offen, ob die Astro-Ladies tatsächlich in der 2. Bundesliga antreten werden.

Mit dem Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga bekamen die Astro-Ladies viel Aufmerksamkeit. Die Besucherzahlen stiegen an, selbst auswärts kamen zuletzt 100 Fans. Die Stimmung ist gut, dennoch ist noch offen, ob die Astro-Ladies tatsächlich in der 2. Bundesliga antreten werden.

Der Aufstieg war das klar formulierte Ziel, jedoch erst für 2021, wie Silke Sondermann, Sportvorstand der Astro-Stars, verrät. „Es ist besser gelaufen, als gedacht“, sagt auch der neue Frauen-Koordinator für Leistungssport Thomas Poll. Er führte die Astro-Ladies als Trainer 2017 in die Regionalliga. Der Stolz über den Erfolg ist groß: „Das bezieht sich auf die letzten Jahre. So ein Aufstieg ist ein Prozess“, erklärt Sondermann.

Jugendarbeit soll im Fokus stehen

Ganz sachlich, das betont Poll, musste man den Spielerinnen deutlich machen, dass noch einige Fragen zu klären sind bevor man den Gang in die 2. Liga wagt. Das „schulden wir den Spielerinnen“, sagt Sondermann. Drei Bausteine entscheiden nun über die Zukunft: Die Finanzen, die sportliche Perspektive und die Organisation.

Die Meisterschaft wurde gewonnen, die Leistung stimmt bis hierher. Wer jedoch in der zweiten Liga mithalten will, muss deutlich mehr trainieren. „Der Großteil der Mannschaft ist dazu bereit“, so Thomas Poll. Jedoch nicht alle. Berufliche und persönliche Verpflichtungen stünden oft im Weg.

Poll hat sich bei anderen Zweitligisten umgehört. Sie rieten ihm dazu, mindestens eine Spielerin aus dem Ausland zu verpflichten. Ob das passiert, ist fraglich. Denn die Astro-Ladies werden versuchen, viele Eigengewächse einzubinden. Eine „Söldnertruppe“ wolle man vermeiden, indem man auf die neue Zusammenarbeit mit dem TSV Hagen 1860 setzt (siehe Infokasten).

Der Etat muss deutlich steigen, so viel steht fest. Die Aufwandsentschädigungen für Trainer und Spielerinnen werden höher. Auch die Fahrten zu Auswärtsspielen werden länger. „Zusätzliche Ressourcen sind nötig“, so Sondermann. Der Verein dürfe in kein finanzielles Abenteuer gestürzt werden.

Die Astro-Ladies wären, so sie den Schritt wagen, der einzige Zweitligist im Ruhrgebiet. Ein strategischer Vorteil. Für Jugendspielerinnen wäre Bochum attraktiv. Auch deshalb muss die Mannschaft noch mehr präsent sein. Die Euphorie um den Aufstieg muss erhalten werden. Man will die chance haben, sich in der neuen Spielklasse behaupten zu können. Sondermann: „Sonst werden auch die Zuschauerzahlen zurückgehen.“

Zwei Wochen harte Arbeit stehen den Verantwortlichen nun bevor. Dann will man entscheiden, ob der Sprung, denn „es ist nicht nur ein Schritt“, so Sondermann, machbar ist.

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