Quidditch

Großes Quidditch-Showdown an der Ruhr-Uni in Bochum

Die Bochumer Ruhr Phönixe nach dem ersten Spieltag in Münster Anfang November.

Die Bochumer Ruhr Phönixe nach dem ersten Spieltag in Münster Anfang November.

Foto: Ruhr Phönix

Bochum.   Die NRW-Liga im Harry Potter-Sport Quidditch kommt an die Ruhr-Uni. Die Ruhr Phönixe aus Bochum spielen gegen die Rheinos Bonn um den Titel.

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Mit Plastikstäben zwischen den Beinen rennen die Bochumer Ruhr Phönixe über den Platz unterhalb der Uni-Gebäude. Sie spielen: Quidditch, den Sport aus der Harry Potter-Fantasiewelt. Am Sonntag findet in der Hustadt das große Finale der ersten NRW-Liga statt. Das Bochumer Team spielt dann gegen die Rheinos aus Bonn um den Titel.

Zugegeben: Es sieht schon etwas lustig aus, wenn die Spieler in ihren blauen Shirts auf die „Besen“ aufsteigen und losrennen. „Aber Quidditch ist ein richtiger Sport, der physisch sehr anstrengend ist“, betont Alexander Müller, Trainer der Ruhr Phönixe. Der Trend, das Potter-Spiel als Sport zu treiben, begann in den Vereinigten Staaten. Mittlerweile ist Quidditch auch in Europa und Deutschland angekommen: Es gibt bereits über 20 Teams in der Republik. Der Unterschied zwischen dem Treiben auf dem Platz und den Szenen im Film ist gar nicht so groß.

Schnatz ist ein Tennisball

Mit dem Quaffel, einem Volleyball, müssen Tore geworfen werden. „Die Tore sind je drei Gymnastikringe“, erklärt Alexander Müller. Fürs Toremachen sind je Team drei Chaser (Jäger) zuständig. Sie werden in Angriff und Verteidigung von den jeweils zwei Beatern (Treiber) unterstützt, die die Gegner mit ihren Dodgebällen abwerfen können. „Das ist quasi die Völkerballkomponente“, sagt der 22-Jährige. Denn: „Quidditch ist eine Mischung aus Völkerball, Handball und Rugby.“ Und auch die Rolle von Harry Potter, der in der Geschichte „Sucher“ ist, gibt es. Die Sucher müssen den goldenen Schnatz fangen, der nach 17 Minuten auf das Feld kommt. „Der Schnatz ist allerdings ein Mensch, der eine Socke in der Hose hat“, so Müller. Diese Socke gilt es zu fangen – dann gibt es dreißig Punkte und das Spiel ist vorbei.

Den Schnatz möchte das Bochumer Team auch am Sonntag fangen: Mit Bonn empfangen die Ruhr Phönixe dann auf heimischem Platz den stärksten Gegner in der bislang nur vier Teams starken Liga. Nach deutlichen Siegen gegen Münster und Bielefeld dürfte es nun deutlich umkämpfter werden: Die Rheinos aus Bonn sind Deutscher Meister, Bochum wurde dort im Januar Dritter. „Trotzdem können wir ihnen die Stirn bieten“, ist sich Miriam Quaß sicher. „Wir haben uns in den letzten Monaten stark verbessert“, sagt die 25-jährige Teamkapitänin.

Bochumer hoffen auf Heimvorteil

Mit einer neuen Spieltaktik will das Quidditch-Team die gegnerische Abwehr durchbrechen. Und: „Wir haben den Heimvorteil. Wir rechnen mit vielen Zuschauern“, sagt Alexander Müller.

Der Bochumer „Fanclub“, einige befreundete Unterstützer, sind in der Quidditch-Szene schon bekannt. Lautstark feuerten sie das Team im Januar in Darmstadt bei den Deutschen Meisterschaften an. Trotzdem: Es wird eng am Sonntag. „Auch, wenn wir nicht gewinnen, können wir aber eine Menge aus dem Spiel gegen Bonn lernen“, so Kapitänin Quaß.

Ohnehin ist die Liga für die NRW-Mannschaften nur ein erstes Kräftemessen gewesen. Richtig ernst wird es Mitte Januar in München. In der bayrischen Landeshauptstadt stehen dann die Deutschen Quidditch Winterspiele an. Das ist die Qualifikation für die europäischen Vereinsmeisterschaften. Die Bochumer treten dort gleich mit zwei Teams an. Das Ziel macht Trainer Alexander Müller klar: „Wir wollen den Titel!“

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