SG Wattenscheid 09

Auftakt bei der SG Wattenscheid ist eine „Wundertüte“

Entschlossene Miene vor dem Auftakt ins neue Fußball-Jahr: Wattenscheids Trainer Farat Toku (M.)

Entschlossene Miene vor dem Auftakt ins neue Fußball-Jahr: Wattenscheids Trainer Farat Toku (M.)

Foto: Klaus Pollkläsener

Wattenscheid.  Wattenscheids Trainer Farat Toku erklärt das Duell der Traditionsvereine beim Wuppertaler SV zum Lotterie-Spiel. Das hat zwei gewichtige Gründe.

Natürlich beschäftigt sich Wattenscheids Trainer Farat Toku gedanklich mit diesem Trainer-Rauswurf. Zum einen, weil er sich seinen Berufskollegen gegenüber grundsätzlich zu Solidarität verpflichtet fühlt. Zum anderen, weil der große Knall in dem anderen Klub unmittelbare Auswirkungen auf das Spiel seiner Mannschaft haben könnte. Und schließlich ist der Verein, um den es geht, nach langem Hin und Her von einer mehr oder weniger großen Last befreit.

Nein, die Rede ist ausnahmsweise einmal nicht von den Turbulenzen beim VfL Bochum und der Doppel-Entlassung von Sportvorstand Christian Hochstätter und Trainer Jens Rasiejewski. Trotz medialer Omnipräsenz und räumlicher Nähe kann sich Toku vollumfänglich auf das Nachholspiel der SG Wattenscheid 09 beim Wuppertaler SV (Samstag 14 Uhr) einstellen. Sofern das möglich ist.

Vollmerhausen wird Viktoria-Flirt zum Verhängnis

Denn Stefan Vollmerhausen wurde nach seinem Flirt mit Ligakonkurrent Viktoria Köln und dem daraus resultierenden Zoff im Verein von seinen Aufgaben als Trainer entbunden. Eine Situation, in der der Klub schwierig einzuschätzen ist. Der Tabellensechste gilt daher als das, was man im Fußball-Volksmund als Wundertüte bezeichnet.

Denn weder weiß Toku, wie das Interims-Duo, bestehend aus dem langjährigen Bochumer Jugendtrainer Christian Britscho und Pascal Bieler, die Spieler auf das Nachholspiel vor eigenem Publikum vorbereiten wird, noch kann er sagen, wie die Mannschaft auf die Maßnahme des Vereins reagieren wird. So oder so: „Wir haben das Gefühl, dass wir alles für unsere Mannschaft getan haben“, stellt der 37-Jährige klar.

Demnach gilt: Egal, wie der WSV aufläuft, ganz gleich, wie motiviert er den Schwarz-Weißen gegenüberstehen wird – die Nullneuner sind vorbereitet. „Meine Spieler wissen, was ich von ihnen will. In den Testspielen im Trainingslager haben sie mir das gezeigt“, erklärt Toku und fügt rhetorisch fragend hinzu: „Was bringt die beste Planung in der Vorbereitung, wenn die Mannschaft die einstudierten Dinge nicht umsetzt?“

Tietz und Erwig-Drüppel fallen aus

Stichwort Vorbereitung: Die hohe Belastung im Trainingslager im türkischen Belek hat zwei Opfer gefordert. Zwar hat sich Norman Jakubowski von seiner Knieverletzung erholt. Doch im Stadion am Zoo werden die Mittelfeldspieler Jonas Erwig-Drüppel (Knie) und Matthias Tietz (Hand) nicht zur Verfügung stehen. Fabio Manuel Dias fehlt wegen eines Kreuzbandrisses. Ein großes Manko?

Qualitativ steht das außer Frage – doch Toku setzt auf das Wattenscheider Kollektiv. Und den Geist von Belek. „Wir haben ein sehr gutes Mannschaftsgefüge. Und bei uns jammert niemand über die fehlenden Möglichkeiten“, sagt der Trainer der Nullneuner.

Zusammengefasst: Aus Wattenscheid sind Aussagen zu vernehmen, die vor Selbstbewusstsein strotzen. Die Toku-Elf scheint auf den Wiederbeginn der Fußball-Saison vorbereitet zu sein. Sofern er denn überhaupt stattfinden kann.

Denn bislang ist das Spiel im Stadion am Zoo das einzige, das noch nicht wetterbedingt abgesagt werden musste. Toku hat sich – wie könnte es auch anders sein – längst darauf eingestellt. Auf die zu erwartenden schwierigen Platzverhältnisse angesprochen, entgegnet er: „Das wird ein reines Lotterie-Spiel.“

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