Fußball

Im zweiten Anlauf: SSV Meschede findet Anti-Rassismus-Logo

Das Anti-Rassismus-Logo des SSV Meschede für die Saison 2020/2021.

Das Anti-Rassismus-Logo des SSV Meschede für die Saison 2020/2021.

Foto: Verein

Meschede.  Endlich ist es geschafft: Der SSV Meschede hat ein Logo gegen Rassismus gefunden. Wie es dazu kam, und welche anderen Klubs es tragen wollen.

Der Durchbruch ist gelungen: Der SSV Meschede hat im zweiten Anlauf ein Anti-Rassismus-Logo gefunden, mit dem der Verein in der neuen Saison 2020/2021 auf den Trikots seiner ersten Herrenmannschaft in der Fußball-Kreisliga A West antreten möchte.

Die entsprechend zuständigen Verbände, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW), hätten den eingereichte Vorschlag bezüglich eines Anti-Rassismus-Logos bereits genehmigt, sagte SSV-Abteilungsleiter Franz Schamoni im Gespräch mit dieser Zeitung. „Darüber sind wir sehr froh. Jetzt hoffen wir, dass auch unser erster Trikotsatz, der mit dem neuen Logo beflockt wird, bald fertig sein wird“, betonte Schamoni.

Den Vorschlag für das Logo, mit dem der SSV Meschede künftig ein Zeichen gegen Rassismus setzen möchte, hatte Guido Vollmers, Jugendleiter des Ligakontrahenten FC Fleckenberg/Grafschaft, eingesandt. Sein Logo – und jetzt das des SSV – zeigt einen komplett in schwarz gehaltenen Schiedsrichter, der auf einem weißen Hintergrund dargestellt ist.

So sieht das neue Logo des SSV Meschede aus

Dieser zeigt mit rechts einen Platzverweis und weist mit der linken Hand vom Spielfeld. Darunter sind in weißer und schwarzer Schrift die englischen Worte „stop racism“, also „Stopp Rassismus“, gedruckt.

Unten ziert das Logo ein Fußballspieler, daneben der Schriftzug „Kreisliga A Hochsauerlandkreis“. „Es ist schön, dass dieses Logo genommen worden ist. Wir wollen dann auch unsere Trikots damit beflocken“, sagte Vollmers.

Dass auf dem Logo nicht lediglich die Kreisliga A HSK West – also die Liga, in der der SSV antritt – aufgedruckt ist, habe laut Franz Schamoni einen einfachen Grund. „Es gibt auch schon Vereine aus der Ost-Staffel, die das Logo gerne auf ihren Trikots tragen würden. Deshalb haben wir den Zusatz ,West’ bewusst weggelassen. Je mehr Vereine sich mit so einem Anti-Rassismus-Logo klar bekennen, desto schöner wäre das für uns“, erklärte er.

Mit Kosten von vier bis fünf beziehungsweise etwa zehn Euro (für ein zweifarbiges Logo) pro Beflockung pro Trikot seien die Gesamtkosten für einen Trikotsatz für 23 Spieler mit etwa 120 bis 230 Euro pro Verein überschaubar: „Ich finde, so kann man leicht ein starkes Zeichen setzen.“

Der erste Versuch scheitert

Wie berichtet, war der SSV Meschede mit der ersten Version eines vorgeschlagenen Anti-Rassismus-Logos am Veto der zuständigen Verbände gescheitert.

Besonders unglücklich: Das eingereichte Logo mit einer weißen Faust auf einem schwarzen Kreis ähnelte stark dem Zeichen der rassistischen White-Power-Bewegung, die vor allem in den USA aktiv ist. Hintergrund der Suche nach einem Anti-Rassismus-Logo waren wiederholte rassistisch motivierte Beleidigungen gegen SSV-Spieler Moises Ngombo gewesen.

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