Bob

Wieder verletzt, aber ein Gespräch macht Erline Nolte Mut

Sie hat ihre gute Laune noch nicht verloren: Erline Nolte, Bob-Anschieberin des BSC Winterberg, beim Training in Dortmund. 

Sie hat ihre gute Laune noch nicht verloren: Erline Nolte, Bob-Anschieberin des BSC Winterberg, beim Training in Dortmund. 

Foto: Inga Bremenkamp

Winterberg.  Zuletzt saß sie 2018 bei den Olympischen Spielen im Bob. Es folgte eine Verletzungsserie. Trotzdem hat Erline Nolte (BSC Winterberg) ein Ziel.

Dieser Termin war wichtig, sehr wichtig. Beim offiziellen Testwettbewerb in Oberhof wurden schließlich die Weichen gestellt, welche Anschieberinnen im kommenden Winter im Bob-Weltcup starten. Alle Stars der Szene trafen sich daher, um sich dem aus Winterberg stammenden Chef-Bundestrainer René Spies und dessen Stab zu präsentieren.

„Ich bin nicht hingefahren. Sonst war ich immer zum Anfeuern da, aber dieses Mal konnte ich mir das echt nicht antun“, sagt allerdings Erline Nolte, eine der Anschieberinnen des BSC Winterberg.

Ihr großer Traum sei der Start bei der Heim-WM in Altenberg 2020, sagte die 30-Jährige noch vor wenigen Wochen und freute sich über einen tollen Trainingssommer ohne Verletzungspech. Auf dem Weg zur Erfüllung dieses Traums musste sie aber ausgerechnet im Trainingslager in Kienbaum einen herben Rückschlag hinnehmen. „Ich habe mir bei einem Sprint einen Muskelfaserriss in der linken Wade zugezogen“, erzählt Nolte und ergänzt: „Ich war mega niedergeschlagen.“

Letzte Bobfahrt bei Olympia 2018

Warum sie sogar „in den ersten Tagen danach leicht depressiv“ wurde, erschließt sich beim Blick auf die Vergangenheit. Bei den Olympischen Spielen im Februar 2018 in Pyeongchang saß Nolte hinter Pilotin Anna Köhler im Bob – zum bislang letzten Mal.

„Mir wurde nach der Saison ein Knochenstück am rechten großen Zeh entfernt. Danach habe ich vielleicht zu früh wieder trainiert und den Fuß zu stark belastet“, sagt Nolte zurückblickend. Das Resultat: Knochenödeme im Fuß, vorzeitiges Saison-Aus für 2018/19. „Der Neustart in diesem Jahr war ebenfalls alles andere als erfreulich. Zu allem Überfluss erlitt ich einen Ermüdungsbruch im Mittelfuß“, sagt die Athletin des BSC Winterberg.

Nachdem dieser auskuriert war, kämpfte sie sich Schritt für Schritt zurück ins Training bei ihrem Coach Heiner Preute. Und fühlte sich zuletzt fast wieder so fit wie zu besten Weltcup- und Olympiazeiten – bis jetzt beim Sprint der Schmerz in die linke Wade fuhr.

Diese Rolle spielt Anna Köhler

Die Phase der absoluten Niedergeschlagenheit liegt mittlerweile aber hinter der Sportsoldatin. „Anfangs dachte ich, das darf doch gar nicht war sein. Jetzt sage ich mir aber: Ich habe schlimmere Sachen hinter mir und habe mich immer wieder zurückgekämpft, da wird mir nicht meine linke Wade einen Strich durch die Rechnung machen“, erzählt sie. Und lacht.

Ein Gespräch mit Cheftrainer René Spies sorgt zudem für Zuversicht. Denn der Winterberger lässt die Tür zum Weltcup für Nolte trotz des verpassten Tests einen Spalt weit offen. „Ich darf unter gewissen Voraussetzungen noch mal alleine einen Anschubtest machen und meine Form präsentieren“, erklärt sie.

Diese „gewissen Voraussetzungen“ haben mit Pilotin Anna Köhler zu tun. Sollte sich die Vereinskollegin vom BSC für das Weltcupteam qualifizieren, kann sie Spies darum bitten, ihrer Anschieberin Nolte die Möglichkeit zu einem Nachtest einzugestehen. Zu Köhlers Bob-Mannschaft gehören allerdings auch die Anschieberinnen Leonie Fiebig und Lena Zelichowski.

Die Konkurrenz ist sehr fit

„Beide sind sehr fit“, sagt Nolte, was im Übrigen auch für alle anderen deutschen Anschieberinnen hinter der Nummer eins auf dieser Position, Annika Drazek, gelte. Die Damen stellten es an diesem Samstag in Oberhof unter Beweis und Nolte wird die Zeiten genau studieren. Aus der Ferne. „Dreimal in Folge war ich als Zuschauerin da. Dieses Mal musste das echt nicht sein“, sagt sie.

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