KFC Uerdingen

Kevin Großkreutz über Uerdingen-Wechsel: Was andere denken, "ist mir egal"

Kevin Großkreutz läuft in der kommenden Saison für den KFC Uerdingen auf.

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Kevin Großkreutz läuft in der kommenden Saison für den KFC Uerdingen auf. Foto: dpa

Hopfgarten/Essen.  Der Noch-Weltmeister von 2014 spielt künftig für den Drittligisten KFC Uerdingen. Der 29-Jährige fühlt sich ungerecht behandelt.

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Im österreichischen Brixental bereitet sich der KFC Uerdingen auf seine erste Saison in der 3. Liga vor. Mit der Verpflichtung von Noch-Weltmeister Kevin Großkreutz ist den Krefeldern der große Transfer-Coup dieser Wechselperiode gelungen. Den 29-Jährigen, der mit Borussia Dortmund zwei Deutsche Meisterschaften gewann und 2013 im Finale der Champions League stand, befand zuletzt der Zweitligist SV Darmstadt 98 als nicht mehr gut genug.

Doch aufgeben ist keine Vokabel im Sprachgebrauch von Kevin Großkreutz: „Warum sollte ich nicht 3. Liga spielen? Da komme ich her, da habe ich angefangen als Profi und mich nach oben gearbeitet“, sagt er der Sportbild. „Jetzt ist es wieder nach unten gegangen, aber so ist das im Leben. Ich habe noch Spaß am Fußball, sonst hätte ich einfach sagen können: Ich höre auf oder gehe nach Amerika.“

Viele sehen Großkreutz' Wechsel als Rückschritt an

In den Planungen von KFC-Trainer Stefan Krämer spielt der sechsmalige Nationalspieler, der 2014 in Brasilien ohne Einsatz Weltmeister wurde, eine große Rolle. Mit ihm und dem Vorstand habe Großkreutz gute Gespräche geführt, er empfinde daher richtig Lust auf den KFC und die Grotenburg: „Die Mannschaft ist überragend, ich habe Bock darauf und bin wieder zu Hause, wohne wieder in Dortmund. Meine Familie freut sich natürlich auch, meine kleine Tochter ist gerade in den Kindergarten gekommen.“

Die Reaktionen auf seinen Wechsel für 350.000 Euro zu einem Drittligisten, den viele Fans als Rückschritt empfinden, lassen den Mittelfeldspieler kalt: „Was die Leute über meinen Wechsel denken, ist mir egal. Uerdingen ist ein Traditionsverein mit super Fans. Und wer weiß, vielleicht spiele ich ja in fünf Jahren plötzlich wieder Bundesliga? Es kann immer schnell gehen im Fußball – in beide Richtungen.“

Der Ex-BVB-Star fühlt sich ungerecht behandelt

Großkreutz fühlt sich bereit für den Aufsteiger, „ich spiele immer mit Herz und Leidenschaft und gebe auf dem Platz alles“, sagt er. Sich beweisen müsse er aber nicht mehr: „Ich habe es in meiner Karriere schon allen bewiesen. Ich bin stolz, dass die Fans zu mir gehalten haben, egal, wo ich gespielt habe.“ Trotzdem fühlt er sich ungerecht behandelt. Von Darmstadt: „Wir sind gut gestartet, aber dann kam eine Phase, in der es bei allen nicht lief. Natürlich ist es immer einfach, Großkreutz rauszupicken, weil ich einen größeren Namen und Titel geholt habe. Aber man sollte den Ball flach halten.“

Und von der Öffentlichkeit: „Das Wichtigste für mich ist, dass die Menschen, die ich schon lange kenne, mich noch immer für den Kevin Großkreutz von früher halten und sehen, dass ich mich nicht verändert habe. Aber heutzutage darf man sich nichts mehr erlauben. Es ist eine Frechheit: Egal, welcher Fußballer es ist, ob er Ronaldo heißt oder irgendwie anders. Das sind alles Menschen, also lasst sie doch leben. Ich kann es nicht verstehen, dass man Fußballer nicht so sein lässt, wie sie sind. Man wird sofort abgestempelt. Sagt man etwas, ist es falsch. Sagt man nix, ist es falsch. Es heißt immer: Wir wollen Typen wie Mario Basler. Aber wenn man so ist, ist es auch wieder falsch.“

Ein Problem hat Großkreutz vor allem mit Kritikern im Internet: „Die Leute urteilen, ohne zu wissen, wie die Person wirklich ist. Wie viel man in sozialen Netzwerken beleidigt wird heutzutage, kann ich nicht verstehen. Wenn ich mit einem Menschen ein Problem habe, sage ich ihm das ins Gesicht und verstecke mich nicht hinter der Tastatur.“ (ab)

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