Handball

Essener Bob Hanning führt Füchse Berlin an Bundesliga-Spitze

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning auf dem Berliner Gendarmenmarkt.

Foto: Berliner Morgenpost / Sergej Glanze

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Foto: Berliner Morgenpost / Sergej Glanze

Berlin.  Handball-Manager Bob Hanning führte die Füchse Berlin an die Bundesliga-Spitze. Der Hauptstadt-Klub geht als Favorit ins Duell mit dem THW Kiel.

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Mit einem Lächeln blickt Bob Hanning über die Schulter aus seinem Bürofenster. Touristen tummeln sich auf dem Gendarmenmarkt in der Mitte Berlins, sie lachen und machen Selfies vor der historischen Kulisse. Der Geschäftsführer der Füchse Berlin weiß es sehr zu schätzen, in welch schöner Umgebung er seine tägliche Arbeit verrichten darf.

Und doch weiß er immer auch, woher er kommt. „Mein Handballleben ist untrennbar mit Tusem Essen verbunden“, sagt der 49-Jährige, „ich werde nie vergessen, wie ich in den 1980er-Jahren bei den Meisterfeiern auf der Margarethenhöhe dabei war.“

1994 führte Hanning als Trainer die Essener A-Jugend um Ex-Nationalspieler Florian Kehrmann (trainiert heute den TBV Lemgo) zur Deutschen Meisterschaft. Jetzt steht er wieder einmal ganz oben, nach sieben Siegen in sieben Spielen führen die Füchse die Bundesligatabelle vor Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen an.

Im Heimspiel am Donnerstagabend gegen Erlangen (19 Uhr, Sky) ist ein Sieg Pflicht. Ebenso am Sonntag in Hannover. Danach empfangen die Berliner den THW Kiel in der Hauptstadt.

Füchse schaffen einen Startrekord

Es ist seit dem Aufstieg der Füchse in die Beletage des deutschen Handballs (2007) das erste Mal, dass sie im Duell mit dem deutschen Rekordmeister als Favorit ins Spiel gehen. Während der Nordklub mit 8:8 Punkten überraschend auf Platz neun im Mittelfeld der Liga herumdümpelt, grüßen die Füchse von der Spitze. Ihre gute Form unterstrichen die Berliner am vergangenen Sonntag beim deutlichen 36:23 (17:8)-Erfolg gegen den TBV Lemgo. Es war ihre beste Saisonleistung und zugleich die Einstellung des Startrekords aus der Saison 2010/11. „Von mir aus können wir jetzt die Saison abbrechen, ich habe genug gesehen“, scherzt Hanning.

Die Stimmung ist gut im Fuchsbau, der Blick für die Realität aber ist nicht getrübt, mögliche Titelträume sind derzeit kein Thema beim Hauptstadtklub. „Über so etwas rede ich nach sieben Spielen nicht. Das ist nur die erste Etappe einer Saison“, sagt Trainer Velimir Petkovic, der die Mannschaft im vergangenen Dezember von Erlingur Richardsson übernommen hatte und zu einer verschworenen leistungsstarken Einheit geformt hat: „Ich werde jetzt keine Kampfansage machen.“ Das sieht Hanning genauso. Die Saison sei noch lang, „aber wenn die anderen Mannschaften sich Schwächen erlauben sollten, dann wollen und müssen wir da sein.“ Um die Erfolgsserie fortzusetzen, setzt der Manager auf einen besonderen Anreiz: Das Team bekommt für jeden weiteren Sieg 5000 Euro Prämie aus der Vereinskasse. Nach der Partie gegen den kriselnden THW Kiel könne man dann eine erste Bestandsaufnahme machen, erklärt Hanning, der auch als Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB) für den Bereich Leistungssport verantwortlich zeichnet und für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio die Goldmedaille als großes Ziel ausgegeben hat.

Erfreuliche Entwicklung

Seit Hanning in Berlin arbeitet, entwickelt sich der Klub mit jedem Jahr einen Schritt nach vorn, sportlich wie wirtschaftlich. Mit der Saison 2011/2012 zog nach fast 25 Jahren wieder der internationale Handball in der Hauptstadt ein. 2014 gewannen die Füchse den DHB-Pokal, 2015 den EHF-Cup sowie 2015 und 2016 den Weltpokal in Katar. Hanning hat gerade seinen Vertrag bis 2023 verlängert.

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