Handball

Deutschlands Handballer haben ein neues altes Problem

Enttäuscht verlassen die deutschen Handballer das Spielfeld.

Enttäuscht verlassen die deutschen Handballer das Spielfeld.

Foto: dpa

Düsseldorf.  Deutschlands Handballer unterlagen im ersten Spiel nach der WM der Schweiz mit 27:29. Das Spiel zeigte, wie sehr Martin Strobel fehlt.

Selbst Stunden nach dem Spiel waren sich die Verantwortlichen uneinig, wie sie die 27:29 (10:9)-Niederlage gegen die Schweiz bewerten sollten. „Nicht zu hoch“, sagte Paul Drux und sprach damit für das Gros der deutschen Handballer, die am Samstag schnell ihr Lächeln wiedergefunden und auch mehr als eine Stunde nach Spielende im Düsseldorfer ISS-Dome noch Autogramme gegeben hatten. Bundestrainer Christian Prokop hatte zunächst die aus seiner Sicht positiven Aspekte des Testspiels hervorgehoben, um dann später doch einzugestehen: „Es ist schon unser Anspruch, die Schweiz zu besiegen.“

Da dieser vor 11.593 Zuschauern jedoch nicht erfüllt wurde, war Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes, mächtig sauer: „Kämpfen ist gut und wichtig, aber die Resultate müssen stimmen“, zürnte der 51-Jährige. „20 Gegentore darf ein deutsches Team in der zweiten Halbzeit nicht kassieren.“

Groetzki, Weinhold, Gensheimer und Wiede fehlten im DHB-Team

42 Tage nach dem vierten Platz bei der Heim-WM präsentierte sich das Nationalteam wieder unter Wettkampfbedingungen. Allerdings in veränderter Form, Spieler wie Patrick Groetzki und Steffen Weinhold erhielten eine Pause, Uwe Gensheimer spielte mit Paris St.-Germain, Fabian Wiede fehlte verletzt. Dafür feierten Timo Kastening (TSV Hannover), Johannes Golla (SG Flensburg) Sebastian Heymann (Frisch Auf Göppingen) und Christopher Rudeck (Bergischer HC) ihren Einstand mit vielen Spielminuten.

So war es lange Zeit eine knappe Partie, in der sich die Schweizer dank Andy Schmid in den finalen zehn Minuten absetzen konnten. Schmid, 35 Jahre alter Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen und mehrmaliger Bundesligaspieler des Jahres, verwandelte den vermeintlichen Handball-Zwerg mit neun Toren und klugen Pässen in einen Riesen.

Wirkliche Antworten hatte das Prokop-Team nicht, denn ihm fehlt einer wie Schmid. Und da Martin Strobel wegen seiner bei der WM erlittenen Knieverletzung auch so bald nicht zurückkommen wird, hat die Nationalmannschaft ein neues altes Problem. Tim Suton konnte als Regisseur nur bedingt überzeugen. „Uns hat im Rückraum die Durchschlagskraft gefehlt“, sagte Prokop.

In einem Monat geht die EM-Qualifikation weiter mit den Spielen gegen Polen am 10. April in Gleiwitz und am 13. April in Halle/Westfalen. Dann kann Prokop wieder auf sein Stammpersonal zurückgreifen und kennt nur ein Ziel: „Diese Spiele wollen wir gewinnen.“

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