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Gehaltsverzicht beim VfL Bochum: So ist der aktuelle Stand

 Sebastian Schindzielorz

Sebastian Schindzielorz

Foto: Christof Koepsel / Bongarts/Getty Images

Bochum.  Vor dem Heimspiel gegen Aue muss sich der Geschäftsführer des VfL Bochum auch mit einem brisanten Thema beschäftigen.

Am letzten Wochenende vor Halloween wird es im Bochumer Ruhrstadion schon gruselig. Nur 300 Zuschauer dürfen wegen der hohen Corona-Fallzahlen in der Ruhrgebietsstadt ins Stadion. Gespenstige Stimmung beim Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen Erzgebirge Aue ist garantiert. „Wir hätten gerne mehr Zuschauer dabei, denn gemeinsam sind wir in Bochum stark“, sagt Trainer Thomas Reis. „Zuschauer sind es, die den Sport ausmachen.“

Austausch mit den Behörden

Zweimal kam der VfL zuletzt in den Teil-Genuss einer Teilzulassung. Gegen St. Pauli und Osnabrück durften jeweils mehr als 4000 Zuschauer kommen. Doch danach nahmen auch in Bochum die Coronazahlen rasch zu. Ein Ende des Anstiegs ist derzeit nicht abzusehen. VfL-Geschäftsführer Sport, Sebastian Schindzielorz, sagt, der VfL befinde sich im engen Austausch mit den Behörden. Individuelle Pläne des Vereins für die Zuschauerfrage nannte er nicht. Er setzt auf einen einheitlichen Weg der Profi-Klubs: „Wir hoffen, dass es Lösungen gibt, mit vielen Zuschauern im Stadion zu spielen. Es wird wichtig sein, dass man innerhalb der 36 DFL-Klubs eine gemeinsame Linie findet.“

Der finanzielle Druck wird unweigerlich zunehmen. Der VfL plant im Bereich der Lizenzspielerabteilung für das laufende Jahr mit einem Minus von 7,5 Millionen Euro. Bei seinen Berechnungen geht der Klub davon aus, dass bis Jahresende keine Tickets mehr verkauft werden.

VfL Bochum strebt weiteren Gehaltsverzicht an

Als Gegenmaßnahme hatte der VfL wie andere Klubs in der Krise unter anderem einen Gehaltsverzicht mit den Spielern ausgehandelt. Dadurch und durch den Verzicht auf Rückerstattungen von Dauerkartenbesitzern und Sponsoren sowie Kurzarbeit konnte der Verein eine Millionen Euro einsparen, wie der Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Villis auf der Mitgliederversammlung des VfL erläuterte.

Ein weiterer Gehaltsverzicht der Profis wird angestrebt, der Klub will wieder in den Dialog mit seinen Spielern treten. „Wir werden sicher in den Austausch gehen und schauen, welche Möglichkeiten es gibt“, sagte Schindzielorz.

Sensibles Thema im Gespräch

Einen festgelegten Zeitrahmen gebe es für die Gespräche um das sensible Thema nicht: „Man muss sich hinsetzen, man muss sich beide Seiten mal anschauen und gucken, ob man auf einen Nenner kommt. Es wäre nicht angebracht, das zeitlich zu begrenzen.“

Doch erst einmal wird Fußball gespielt. Sportlich soll es alles andere als gruselig werden. Zuletzt hatte der VfL in Braunschweig seine erste Saisonniederlage einstecken müssen: „Die Erwartungshaltung in Bochum ist größer geworden“, sagt Thomas Reis. „Wir wollen uns diesem Druck stellen.“

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