VfL Bochum

VfL-Trainer Thomas Reis: „Wir haben nur noch reagiert“

Ein Remis, das sich wie eine Niederlage anfühlt: Die Profis des VfL Bochum, hier Cristian Gamboa, können es nicht fassen.

Ein Remis, das sich wie eine Niederlage anfühlt: Die Profis des VfL Bochum, hier Cristian Gamboa, können es nicht fassen.

Foto: Getty

Bochum.  Der Zweitligist aus Bochum gibt gegen den FC St. Pauli eine 2:0-Führung aus der Hand. Trainer Reis hadert mit der Schlussphase seiner Mannschaft.

Einige der 3421 zugelassenen Fans blieben im Ruhrstadion, bis die Profis mit dem Auslaufen anfingen. Das hatte zwar mehr mit dem Corona-bedingten Ausgangsprozedere zu tun, aber für die Profis des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum gab es trotzdem noch Applaus. Die Fans zogen ihre Unterstützung bis zuletzt durch.

Der VfL hingegen schaffte es nicht, die Spannung bis zum Abpfiff aufrechtzuhalten. Nach einer 2:0-Führung kassierte der Zweitligist gegen den FC St. Pauli noch den 2:2-Ausgleich. Für die Fans, die nach monatelangem Warten wieder ins Stadion durften, tat es VfL-Trainer Thomas Reis besonders leid. „Wir wollten der Stadt und den Fans unbedingt einen Sieg schenken, das hat heute nicht funktioniert“, sagte der 46-Jährige und gab sich kämpferisch. „Wir lassen uns davon nicht runterziehen. Wir hoffen, dass in Zukunft noch mehr Fans kommen dürfen.“

VfL Bochum: Trainer Thomas Reis sieht Bruch im Spiel

Die, die da waren, sorgten während des Spiels für jede Menge Stimmung. Die Extra-Motivation reichte aber nicht aus, um nach den Toren von Robert Zulj (26.) und Simon Zoller (76.) den Sieg zu holen. Der Blitz-Doppelpack von St. Pauli-Stürmer Daniel-Kofi Kyereh (84./86.) machte die Hoffnungen auf den ersten Dreier zunichte. „Da war ein Bruch drin, wo man das Gefühl hatte, wir wollen das nur noch verwalten“, störte sich Reis an der Passivität in der Schlussphase. „Wir haben nicht konsequent aufs dritte Tor gespielt und dem Gegner zu viel Raum gegeben“, sagte Reis. „Ich verlange immer, dass wir agieren und wir haben nur noch reagiert.“

Nach einem starken Beginn verlor der VfL in den letzten zehn Minuten die Ordnung. „Wir wussten zehn Minuten nach lang nicht, was wir machen“, beklagte Torschütze Zulj, der den VfL mit einem Freistoß in Führung gebracht hatte. In der hektischen Schlussphase hatten beide Teams die Chance auf den Siegtreffer – auch Kyereh vom St. Pauli. „Das wäre der Worst Case gewesen“ sagte Reis.

VfL-Angreifer Simon Zoller: "Vogelwild"

„Am Ende geht es vogelwild hin und her“, sagte Zoller „Wir haben das Ding im Griff. Plötzlich passieren Fehler, die nicht passieren dürfen. Was soll ich sagen? Das ist total ärgerlich und schmerzt, weil wir drei Punkt verdient gehabt hätten.“

Bochums Trainer Reis war bemüht, auch die positiven Seiten hervorzuheben. „Wir haben ein Spiel gesehen, in dem eine Mannschaft über 80 Minuten tonangebend war“, sagte Reis. Erst in den letzten Minuten habe der VfL „zwei Gesichter gezeigt. „Davor haben wir ein sehr, sehr gutes Gesicht gezeigt.“

Thomas Reis: Müssen nach vorne schauen

Das Team wisse, was es falsch gemacht habe, so Reis: „Heute fühlt es sich ein bisschen an wie eine Niederlage. Wir müssen trotzdem nach vorne schauen und das Gute mitnehmen.“

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