VfL-Testspiel

VfL Bochum scheitert gegen Barnsley an den eigenen Nerven

Englische Härte: Sebastian Maier (v.) hielt gegen den FC Barnsley dagegen.

Englische Härte: Sebastian Maier (v.) hielt gegen den FC Barnsley dagegen.

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing / firo Sportphoto

Bochum.  Mit 1:2 hat der VfL Bochum seinen vorletzten Test vor dem Saisonstart gegen Barnsley verloren. Die Chancenverwertung bleibt ein Problem.

Peter Bosz hat zuletzt für etwas Stirnrunzeln gesorgt. Der Trainer von Bayer Leverkusen stellte das übliche Trainingspensum von Profi-Fußballern im Trainingslager auf den Prüfstand. Viele Bundesliga-Vereine nutzen Trainingslager dafür, möglichst lange und oft zu trainieren. Grundlagen legen steht dann meist darüber.

Bosz bittet sein Team dagegen im Trainingslager meistens nur einmal am Tag zum Training. Er begründete das damit, dass er von seinen Spielern viel geistige Frische verlange. Daher sei ihm eine Einheit mit 100 Prozent Einsatz lieber als zwei mit deutlich weniger Einsatz. Das sei, so sagte Bosz, aber nur ein Weg, um nach Rom zu kommen, also in der Saison Erfolg zu haben. Robin Dutt, Trainer des VfL Bochum, wählt einen anderen.

Das Trainingspensum bleibt hoch

Nach der Rückkehr aus dem Trainingslager hat er das Trainingspensum nicht herunter gefahren. An den Tagen vor dem Spiel gegen den FC Barnsley bat er sein Team zu drei recht intensiven Einheiten. Gegen den englischen Zweitligisten stellte er dann „fehlende Frische“ bei seinen Spielern fest. „Dadurch hat uns auch die nötige Präzision gefehlt.“

Das Ergebnis war eine 1:2-Niederlage verbunden mit der neuerlichen Erkenntnis, dass der VfL die einfachen Tore nicht macht. Beziehungsweise, dass sich das Team zwar Chancen erspielt, sie aber zu selten nutzt. Hilfreich ist das nie. Zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung ist damit ein Punkt erreicht, zu dem jeder Fußballer eine besondere Geschichte erzählen kann und der die Frage aufwirft: Wie wichtig sind Ergebnisse von Vorbereitungsspielen?

Jeder Profi – und auch jeder Amateurfußballer – hat erlebt, dass er mit seinem Team in der Vorbereitung jedes Spiel gewonnen hat. In der darauf folgenden Saison lief dann wenig zusammen. Umgekehrt geht es natürlich auch. In der Vorbereitung alles verlieren, um dann glänzend in die Saison zu starten. Der VfL ist irgendwo dazwischen auf einem Mittelweg unterwegs.

Durchwachsene Vorbereitung

Es ist nicht alles schlecht in dieser Vorbereitung auf die Saison in der 2. Bundesliga. Mal abgesehen von den Pflichtsiegen auf der Tour durch Bochum, gab es ein 0:3 gegen den Schweizer Erstligisten St. Gallen, ein 3:2 gegen den Schweizer Zweitligisten Grasshoppers Zürich und nun ein 1:2 gegen den englischen Zweitligisten FC Barnsley.

Dutt will in den Trainingsspielen sehen, dass sein Team Trainingsinhalte umsetzt. Das klappt. Mal mehr. Mal weniger. Dutt würde sich auch freuen, wenn seine Stürmer, Mittelfeldspieler, Verteidiger, im Zweifel auch Torwart Manuel Riemann treffen würden. Ob es dann zum Start in Regensburg mit einem Erfolg klappt?

Gegen Barnsley spielten die Bochumer gerade nach dem Wechsel überlegen. Im ersten Durchgang hatten sie noch Probleme mit den früh angreifenden Engländern. Im zweiten Durchgang spielte sich das Geschehen überwiegend in der Barnsley-Hälfte ab. Die Bochumer hatten Chancen, nicht immer hochwertige. Aber mehr als ein Tor wäre gegen einen nicht übermäßig starken Gegner möglich gewesen.

Wenig Alternativen auf der Außenverteidigerposition

Die meisten hatte Vitaly Janelt. Das ist für einen ansonsten eher defensiv ausgerichteten Mittelfeldspieler erst einmal gut. Ihm war allerdings die fehlende Frische am deutlichsten anzumerken. Nicht nur vor dem Tor. Sein diesmal fehlerreiches Spiel fiel auch deshalb so auf, weil er ansonsten zur Fraktion „sehr ballsicher“ im Team gehört. Dass er bei Dutt Kredit hat, zeigte sich daran, dass er auf dem Feld blieb. Er rückte im Spielverlauf auf die Außenverteidigerposition. Dort hat Dutt jedoch nur wenig echte Alternativen zu Danilo Soares und Jordi Osei-Tutu.

Besser sieht es gerade auf der Innenverteidigerposition aus. Da muss sich Dutt entscheiden, wen er an der Seite von Saulo Decarli sieht. In den Spielen gegen Zürich und nun gegen Barnsley zeigte Simon Lorenz überwiegend fehlerfreie Leistungen verbunden mit vielen gewonnenen Zweikämpfen. Gegen Zürich erzielte er ein Tor, gegen Barnsley musste er mit einer Platzwunde am Kopf ausgewechselt werden. Er zählt zu den Spielern, die die Vorbereitung für sich nutzen konnten. Ob er deshalb eine erfolgreiche Saison mit dem VfL spielt? Diese Frage kann auch Peter Bosz nicht seriös beantworten.

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