Winterpause

VfL Bochum reist mit einer Portion Frust in den Urlaub

Enttäuschter Abgang 2017: (v.l.) Felix Dornebusch, Kevin Stöger, Johannes Wurtz.

Enttäuschter Abgang 2017: (v.l.) Felix Dornebusch, Kevin Stöger, Johannes Wurtz.

Foto: Oliver Hardt

Bochum.  Nach dem 1:2 in Pauli überwintert der VfL Bochum nur auf Rang 12. Manche Spieler geben sich aber betont kämpferisch. Wie Kevin Stöger.

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Mit einer Portion Frust im Gepäck machten sich die Spieler teilweise noch in der Nacht zu Dienstag auf den Weg in den Urlaub. Viele zieht es in die Heimat, nach Brasilien, Österreich. Bis zum 3. Januar, wenn Trainer Jens Rasiejewski zum Aufgalopp bittet, sollte die „Riesenenttäuschung”, von der Stürmer Lukas Hinterseer sprach nach dem 1:2 beim FC St. Pauli, verdaut sein.

Sein österreichischer Landsmann Kevin Stöger will die Saison jedenfalls keinesfalls als reinen Abstiegskampf zu Ende bringen. „Wir wissen, welches Potenzial wir haben“, sagte Stöger. Nur vier Punkte Vorsprung auf Platz 16 seien zwar eine Situation, die man nicht unterschätzen dürfe. Aber: „Wir werden eine gute Vorbereitung machen und dann angreifen.“

Aus Stöger spricht Selbstvertrauen

Aus dem Mittelfeldspieler sprach auch das Selbstvertrauen einer guten Hinrunde, die er selbst im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen hingelegt hat. Auch in St. Pauli zählte er zu den Aktivposten. Unterm Strich aber hat der VfL einen freudvolleren Jahreswechsel am Kiez selbst hergeschenkt gegen einen Gegner, der acht Mal nicht gewonnen hatte. „Ab der 20. Minute kam ein Bruch in unser Spiel”, haderte Trainer Rasiejewski. „Das war unverständlich. Von Minute zu Minute haben wir Feldvorteile abgegeben.”

Letztlich habe man trotz der guten zweiten Halbzeit verloren, weil man in dieser Phase den Gegner unnötig stark gemacht habe. „Daraus müssen wir lernen” sagte Rasiejewski in seiner gewohnt ruhigen Art, nachdem er am Spielfeldrand oft laut geworden war - vor allem in Durchgang eins.

Keine Konstanz über 90 Minuten

Denn so „ärgerlich” (Stefano Celozzi) und „extrem bitter” (Torwart Felix Dornebusch) die Pleite auch war, so vehement der VfL am Ende noch vergebens auf den Ausgleich drückte, so selten bekommt diese Mannschaft, die spielstärker sein kann als die meisten Gegner dieser Klasse, nach wie vor seinen Stempel nicht über die komplette Distanz durchgedrückt. Und so selten schießt sie eben ein Tor, auch das ist ein altbekanntes Manko. Dass am Ende das beherzte Anrennen nicht belohnt wurde, hatte sich St. Pauli mit „Herz und Leidenschaft”, so Trainer Markus Kauczinski, womöglich verdient.

Zweite Niederlage unter Rasiejewski

Unter Rasiejewski hat der VfL nun zum zweiten Mal in der Liga verloren im neunten Spiel, die Lage war schon bedrohlicher - ernst zu nehmen ist sie aber allemal. „Wir sind Zwölfter nach 18 Spielen, das sagt etwas aus und ist durchaus gefährlich”, meinte Kapitän Celozzi.

Auch Felix Dornebusch kennt das Auf und Ab. Mit Erfolgen gegen Duisburg und Bielefeld zum Jahresauftakt (23./29. Januar) könnte Bochum wieder im oberen Drittel stehen - umgekehrt aber auch böse abstürzen. Keeper Dornebusch, der mit einer erneut ordentlichen Leistung der nach seinem Muskelfaserriss noch nicht ganz einsatzbereiten Nummer eins Manuel Riemann längst den Kampf angesagt hat, erkennt die Lage. Dornebusch will sich den „Aufwärtstrend”, den das Team in den letzten Wochen genommen habe, aber nicht komplett nehmen lassen: „Diese Niederlage ist bitter”, sagte er. „Aber sie darf uns jetzt nicht komplett verunsichern. Wir müssen die Köpfe wieder frei kriegen.”

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