VfL Bochum

VfL-Bochum-Mitglieder wollen Aus von Boss Villis erzwingen

Hans-Peter Villis.

Foto: firo

Hans-Peter Villis. Foto: firo

Bochum.  Der VfL Bochum hat eine chaotische Hinrunde erlebt - und wird so schnell nicht zur Ruhe kommen. Jetzt fordern VfL-Mitglieder das Aus von Hans-Peter Villis.

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Der VfL Bochum kommt nicht zur Ruhe. Jetzt wollen Mitglieder des Vereins mit Hilfe einer Online-Petition die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erzwingen. Das Ziel: Die Abberufung des Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Peter Villis. Der Name der Petition: Rettet den VfL - jetzt! Über 750 Mitglieder unterstützen die Petition bislang - darunter Schauspieler Uwe Fellensiek und Fotograf und Filmemacher Gerrit Starczewski.

Die VfL-Fans trauen dem Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Villis nicht mehr zu, "die Geschäftsführung des Vereins zu überwachen, die existenzbedrohende sportliche Krise ebenso wenig wie die Ausgliederung positiv zu gestalten als auch die Spaltung innerhalb der Mitgliedschaft und der Fanszene zu überwinden".

Chaotische Hinrunde

Hintergrund ist die chaotische Hinrunde der Bochumer mit zwei Trainer-Rauswürfen und der immer noch ungeklärten Schlammschlacht zwischen dem ehemaligen Kapitän Felix Bastians und Sportvorstand Christian Hochstätter, kurz vor Weihnachten folgte das angekündigte Aus von Finanzvorstand Wilken Engelbracht, der bis Mitte 2018 aus seinem Vertrag ausscheiden wird. Zudem legten die Aufsichtsratsmitglieder Frank Goosen und Matthias Knälmann ihre Mandate mit sofortiger Wirkung nieder.

Sie begründeten ihren Rücktritt mit unter schiedlichen Vorstellungen über die Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats. "Wir bedauern das sehr, aber es sind noch sechs an Bord", erklärte Villis anschließend im Gespräch mit dieser Redaktion. Engelbracht, so betonte er weiter, würde den VfL auf eigenen Wunsch verlassen wollen.

Misstrauen im Aufsichtsrat?

Die VfL-Mitglieder sehen in den Rücktritten von Goosen und Knälmann allerdings einen Beleg für das Misstrauen im Aufsichtsrat. Deswegen stellen sie klar: "Diverse Vorgänge im sportlichen, personellen und kommunikativen Bereich sind nicht zu akzeptieren und erfordern ein sofortiges Eingreifen der VfL-Mitglieder mittels einer Mitgliederversammlung, die nach wie vor das oberste Beschlussorgan unseres Vereins ist."

Allerdings: Damit der VfL Bochum eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen muss, sind schriftliche Anträge von 20 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder nötig. Abstimmen sollen deswegen nur Vereinsmitglieder, zur Kontrolle sollen sie ihre Mitgliedsnummer angeben. Sicher ist dieses Verfahren aber nicht. Die Initiatoren räumen daher ein, dass "eine anschließende Überreichung der hier gesammelten elektronischen Anträge vermutlich diese Voraussetzung formaljuristisch nicht erfüllen wird", dennoch solle diese Onlineversion dazu dienen, "den öffentlichen Druck auf den VfL derart zu erhöhen, dass eine selbstständige Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung unausweichlich wird".

Bei dieser Mitgliederversammlung fordern die VfL-Anhänger folgende Tagespunkte:

1. Aussprache zwischen Aufsichtsrat, Vorstand und Mitgliedern über die Entwicklungen in den zurückliegenden Wochen

2. Abberufung des Aufsichtsratsmitglieds Hans-Peter Villis

3. Beschluss zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zur Neuwahl des Aufsichtsrates

Fest steht: So schnell wird der VfL Bochum nicht zur Ruhe kommen. (las)

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