Spielbericht

VfL Bochum: Mit zwei Jokertoren zum ersten Heimsieg

Robert Zulj, Bochumer Torschütze zum 1:0 über Aue, dreht zum Jubeln ab.

Robert Zulj, Bochumer Torschütze zum 1:0 über Aue, dreht zum Jubeln ab.

Foto: firo

Bochum.   Fußball-Zweitligist VfL Bochum hat Erzgebirge Aue in Überzahl mit 2:0 geschlagen. Es trafen zwei, die zunächst aus der Startelf verdrängt wurden.

Der VfL Bochum hat reichlich Boden in der 2. Fußball-Bundesliga gut gemacht. Durch den verdienten 2:0 (0:0)-Heimsieg gegen den FC Erzgebirge Aue hält Bochum Kontakt zur Tabellenspitze. Doch die drei Punkte vor 300 zugelassenen Fans waren teuer verdient. Eine Stunde spielte der Zweitligist in Überzahl nach der Hinausstellung von Aues Calogero Rizzuto in Überzahl, hatte ein deutliches Chancenplus. Erst in der Schlussphase fielen die Joker-Tore: Die eingewechselten Robert Zulj (74.) und Silvere Ganvoula (82.) sorgten für den ersten Heimsieg der Saison.

Bochum-Trainer Reis hatte Reaktion gefordert

VfL-Trainer Thomas Reis machte keinen Hehl daraus, was er von dem Auftritt bei der 1:2-Pleite in Braunschweig hielt. „Wir haben kein gutes Spiel gemacht. Keiner der elf Spieler.“ Unter der Woche wurde der 47-Jährige im Training lauter, weil ihm die Reaktion bei einigen VfL-Profis fehlte. Für einige Akteure hatte das unmittelbare Konsequenzen: Linksaußen Gerrit Holtmann, vor der Saison aus Mainz verpflichtet, musste gegen Aue wieder erst einmal zusehen. Auch Robert Tesche, Robert Zulj und Stürmer Silvere Ganvoula blieb nur der Bankplatz. Stattdessen setzte Reis im Mittelfeld auf Milos Pantovic, Thomas Eisfeld und Neuzugang Raman Chibsah, der wie Stürmer Soma Novothny sein Startelfdebüt feierte. „Manchmal ist es so, dass man neue Reize setzen muss“, sagte Reis.

Und den verkörperten in Hälfte eins vor allem Pantovic, Eisfeld und Novothny. Der VfL begann druckvoll, kam so immer wieder gefährlich vors Tor. Schon in der 4. Minute drang Pantovic in den Strafraum ein, sein Pass fand aber keinen Abnehmer. Zwei Minuten später hatte er die erste Torchance. Sein Kopfball nach einem Freistoß von Eisfeld ging drüber.

Rot für Aues Rizzuto

Novothny hatte Reis vor dem Spiel „eine absolut gute Mentalität“ bescheinigt – also das, was er sehen wollte. Der 26-Jährige stellte das auch gleich unter Beweis und jubelte in Minute 16 – sein Tor nach einem Freistoß wurde wegen vorhergehender Abseitsstellung aber annulliert. Dann die 23. Minute: Nach feinem Zusammenspiel auf der rechten Seite zwischen Mittelfeldspieler Simon Zoller und Rechtsverteidiger Cristian Gamboa, flankte Zoller auf Novothny. Der Ball segelte übers Tor. Wenig später war der Ungar wieder im Zentrum der Aufmerksam. Nach einem Zweikampf mit Aues Calogero Rizzuto lag er am Boden. Das Spiel lief weiter, Novothny wollte hinterher, doch Rizzuto hinderte ihn mit den Füßen daran. Schiedsrichter Nicolas Winter zeigte Rot (29.).

psychologischer Sicht nicht unbedingt angenehm für die Bochumer. Es war die dritte Überzahl im dritten Spiel. Weder gegen Osnabrück (0:0) noch gegen Braunschweig konnte der VfL daraus Kapital schlagen. „Ich bin schon maßlos enttäuscht, wie wir die Überzahl dann ausgespielt haben“, sagte Reis nach dem Auftritt in Braunschweig. Der Druck wuchs, das Spiel des VfL wirkte gehemmter.

Bochum legt Hemmungen ab

Von Aue war abgesehen von der Szene mit Rizzuto wenig zu sehen. Nach dem 0:3 unter der Woche gegen den Hamburger SV fand das Team von Dirk Schuster schwer ins Spiel. Nur einmal kam Aue in der ersten Halbzeit vor das Bochumer Tor. Ben Zolinski fand es aber nicht (27).

Auf der Gegenseite tat sich nach dem Seitenwechsel damit auch Simon Zoller schwer. In der 52. Minute kam er nach einer Flanke von Gamboa wenige Meter von der Torlinie entfernt frei zum Kopfball, doch der traf nur Aues Torhüter Martin Männel. Danach war für Zoller und Chibsah Feierabend. Für sie kamen Danny Blum und Zulj.

Die Hemmungen aus der ersten Halbzeit hatte Bochum abgelegt. Nur die Effektivität blieb. Reis reagierte noch einmal, brachte Gavoula für den einsatzfreudigen Novothny und bewies Händchen: In der 74. Minute legte Ganvoula ab auf Eisfeld. Dessen abgeblockter Schuss landete erst bei Pantovic und dann bei Zulj. Und der vollendete zur erlösenden Führung. Kurz darauf jubelte Ganvoula selbst. Der Stürmer vollstreckte nach eine klasse Hereingabe von Blum.

Die Live-Ticker zum Nachlesen:

Bochum - Aue 2:0
Sandhausen - Paderborn 1:1
Heidenheim - Osnabrück 1:1
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