VfL-Bilanz

Beim VfL Bochum gibt es kaum einen Lichtblick im neuen Jahr

An Einsatz mangelte es Simon Zoller (l.) in Bielefeld nicht. Am Ende aber musste der Stürmer die jubelnden Bielefelder ertragen.

An Einsatz mangelte es Simon Zoller (l.) in Bielefeld nicht. Am Ende aber musste der Stürmer die jubelnden Bielefelder ertragen.

Foto: firo

Grumme.   In der Tabelle für das Jahr 2019 liegt der VfL Bochum auf einem Abstiegsplatz - und er hat kaum mehr Punkte als in der Chaos-Saison 2017/28.

Die Enttäuschung sitzt tief bei vielen Fans des VfL Bochum. Bei der 1:3-Niederlage in Bielefeld zeigte der VfL zwar nicht seine schwächste Saisonleistung, verlor nach einer Partie auf überschaubarem Niveau aber „am Ende verdient“, sagt Sebastian Schindzielorz. „Wir haben unsere gute Ausgangsposition nach der 1:0-Führung komplett aus der Hand gegeben“, ärgert sich der Sport-Geschäftsführer des VfL.

Bei den Gegentoren eins und drei habe man schlecht verteidigt. Die viel diskutierte Entscheidung des Schiedsrichters, der Vitaly Janelts Handspiel mit einem dann von Klos verwandelten Elfmeter ahndete, lässt Schindzielorz nicht als Ausrede gelten: „Der Elfmeter war unglücklich, aber man kann ihn geben, es gab einen Kontakt zwischen Hand und Ball.“

Fünfte Niederlage im achten Spiel 2019

Unterm Strich stand die fünfte Niederlage im achten Spiel dieses Jahres. „Natürlich sind wir alle enttäuscht. Aber es ist unsere Aufgabe, jetzt weiter zu arbeiten und dann wieder erfolgreich zu sein“, blickt Schindzielorz auch voraus.

Nicht nur der Einbruch auf der Alm treibt die Anhänger ja um. Der große Rückstand auf Kiel, Heidenheim, Paderborn, Regensburg sorgt für Verdruss. Zahlen zur Lage.

Nur Dresden ist deutlich schlechter

7 Punkte holte der VfL Bochum erst aus den acht Partien in diesem Jahr. Damit belegt Bochum in der Tabelle 2019, also ohne den noch im Dezember ausgespielten ersten Rückrunden-Spieltag mit dem 3:2-Sieg in Köln, nur Rang 16 – vor Fürth (6 Punkte, ohne das Montagspiel der Franken in Regensburg) und Dynamo Dresden (3).

Großer Rückstand schon auf Rang sieben

7 Punkte beträgt mittlerweile auch der Rückstand auf Rang sieben, das offiziell ausgegebene Minimalziel. Gar 13 sind es auf den Dritten Union Berlin, mit dem man sich zur Winterpause noch ungefähr auf Augenhöhe wähnte. Zum Vergleich: Vor einem Jahr, nach dem 26. Spieltag der Chaos-Saison 2017/18, hatte der VfL nur drei Zähler weniger auf dem Konto. Der gravierende Unterschied: Damals steckte Bochum als Fünfzehnter noch ganz tief im Abstiegskampf. Jetzt beträgt der Vorsprung auf den Drittletzten Magdeburg immerhin elf Punkte.

Sieben Mal die Führung verspielt

7 Mal reichte Bochum eine Führung nicht zum Sieg: in der Hinrunde gegen Paderborn (2:2), Kiel (2:2), Heidenheim (2:3), Regensburg (3:3) und Fürth (2:2), zuletzt in Dresden (2:2) und in Bielefeld (1:3 ).

Ligaspitze bei den Roten Karten

3 Rote Katen - das ist Ligaspitze - hat der VfL schon kassiert. Sidney Sam und Silvere Ganvoula flogen nach einer Tätlichkeit vom Platz, in Bielefeld erwischte es Jan Gyamerah nach einer Notbremse, mit der er ein fast sicheres Gegentor verhinderte. Gegen den HSV wird Gyamerah fehlen. Stefano Celozzi dürfte ihn ersetzen. Noch ein Platzverweis: Anthony Losillas Gelb-Rote Karte in Heidenheim.

Mini-Serien von zwei Siegen reichen nicht

8 Spiele stehen noch aus. Um deutlich nach oben zu klettern, müsste der VfL schon eine Serie hinlegen. Die bisherige Saison macht wenig Mut. Die längste Mini-Siegesserie beschränkt sich auf zwei Erfolge am Stück, und zwar gegen den MSV und Sandhausen, gegen Darmstadt und Aue sowie gegen Köln und Duisburg. Danach gab es vier Niederlagen in Folge. Der gute Auftritt beim 1:0 gegen Heidenheim war bisher der Ausrutscher nach oben in diesem Kalenderjahr.

Volle Hütte gegen den HSV

Die nächste Partie am 30. März gegen den Hamburger SV ist das noch ausstehende Highlight, das Ruhrstadion dürfte ausverkauft sein. Auch die Hanseaten kommen mit schwerem Gepäck, verspielten gegen Darmstadt mit dem neuen Trainer Dimitrios Grammozis, vor ein paar Wochen noch Bochums Mann für die A-Junioren, eine 2:0-Führung (2:3). Und in Hamburg, immer noch Tabellenzweiter, reicht trotz des vorherigen 4:0 gegen St. Pauli eine Niederlage in der 2. Liga, um für Alarmstimmung zu sorgen.

Fünf Partien ohne großen Glamour

Es folgen dann fünf Partien in Regensburg, Darmstadt und Aue sowie zuhause gegen Fürth und Magdeburg, die in Bochum keinen vom Hocker reißen dürften angesichts der Lage im Niemandsland der Tabelle. Zum Abschluss immerhin gibt es traditionell für die Anhänger etwas zu feiern: Bei ihrer Reise nach St. Pauli und vielleicht, je nach der Form, beim Heimspiel gegen Berlin.

Torwart Riemann hat sich stabilisiert

26 Partien über die volle Distanz hat Manuel Riemann absolviert, das ist – gemeinsam mit anderen – Ligaspitze. Mit Patzern hatte Riemann seinen Anteil am Einbruch in 2019. Trainer Robin Dutt stand hinter ihm – und der Keeper zahlte zurück in den letzten Wochen. In Bielefeld war er mit Abstand Bochums Bester.

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