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VfL Bochum zu harmlos in der Spitze vor den letzten Krachern

Im Regen von Magdeburg: Bochums Trainer Robin Dutt. Foto:Joachim Sielski/dpa

Im Regen von Magdeburg: Bochums Trainer Robin Dutt. Foto:Joachim Sielski/dpa

Magdeburg/Bochum.   Das 0:0 in Magdeburg kann man aus unterschiedlicher Perspektive bewerten. Unterm Strich war der Punkt zu wenig für den VfL Bochum.

Sie mussten sich die Frage häufiger stellen lassen. Die, ob das Glas nach dem 0:0 beim Aufsteiger nun halb voll oder leer war. Und es passte ins allgemeine Erscheinungsbild, dass die Spieler des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum ihre Antworten der Situation angemessen zu formulieren verstanden. Denn während sich der 1. FC Magdeburg über den ersten Punktgewinn unter Trainer Michael Oenning bei dessen Heimdebüt freuen durfte und sogar einen Platz nach oben kletterte, waren sie beim Revierclub unschlüssig, wie sie das Remis bewerten sollten.

Man könne es „so oder so“ sehen, antwortete Bochums Trainer Robin Dutt auf die Frage nach der Wertigkeit des Punktes, der nicht ausreichte, um am Tabellenvierten FC St. Pauli vorbeizuziehen. Die Einordnung des Ergebnisses bedarf allerdings nicht ausschließlich einer Analyse der 90 Minuten, sondern einer Betrachtung weiterer Umstände.

Anspruch und Leistung harmonieren nicht

Zum einen wäre da das Verhältnis zwischen Anspruch und tatsächlicher Leistung. Richtig ist: Der VfL galt als klarer Favorit, trat aber nicht so auf. Magdeburg hatte mehr Torschüsse (13:8), und allein Christian Beck (5) und Philip Türpitz zielten gemeinsam häufiger auf das gegnerische Tor als alle Bochumer gemeinsam. Die Ballzirkulation war in der ersten Halbzeit ansehnlich, doch das Spiel in die Tiefe verhinderte Magdeburg über die komplette Distanz. Dem eigenen Anspruch konnte die Leistung daher nicht genügen, auch wenn die Serie von sieben Spielen ohne Niederlage hielt.

Zum anderen wäre da auch die Relation von Aufwand und Ertrag. Zwar arbeitete die Defensive ordentlich. Tim Hoogland, Anthony Losilla, Jan Gyamerah und Stefano Celozzi machten gemeinsam einen guten Job. Doch die Qualität einer Mannschaft drückt sich auch in der Art und Weise aus, wie sich der Angriff präsentiert. Von Lukas Hinterseer und dem zuletzt so treffsicheren Tom Weilandt war nur wenig zu sehen, Sidney Sam agierte engagiert, aber glücklos, und Chung-yong Lee tauchte nach guter erster Hälfte gegen die robusten Gastgeber nach der Pause ab.

Gastgeber hatten gute Konterchancen

Bochums Harmlosigkeit in der Spitze wurde beinahe bestraft. „Magdeburg hatte fast ebenso gute Möglichkeiten wie wir“, so Trainer Robin Dutt nach dem Spiel. Auch Anthony Losilla wies darauf hin, dass der VfL nach mindestens einem Konter der Gastgeber ein Tor hätte kassieren können. Was das betrifft, konnte der VfL sogar noch zufrieden sein.

Letztlich geht der Blick auf die Lage in der Liga. Da kann es niemand zufrieden stimmen, dass Bochum zwei Punkte hat liegen lassen. Sie fehlen, um St. Pauli zu überholen. Die Verfolger Kiel und Heidenheim punkteten dreifach.

Drei Topspiele zum Jahresabschluss

Mit drei der vier Mannschaften, die in der Tabelle vor den Bochumern stehen, darf sich die Dutt-Elf nun nacheinander messen. Zunächst kommt am nächsten Montagabend (20.30 Uhr) der FC St. Pauli an die Castroper Straße, dann folgen die Auswärtsspiele bei Union Berlin (15. Dezember) sowie der Rückrundenauftakt beim 1. FC Köln (21. Dezember).

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