VfL im Trainingslager

VfL Bochum: Denkzettel für drei Spieler - Zulj ist am Ball

Shake-Hands für die WAZ nach dem ersten Training in Jerez: Robert Zulj mit Trainer Thomas Reis.

Shake-Hands für die WAZ nach dem ersten Training in Jerez: Robert Zulj mit Trainer Thomas Reis.

Foto: Ralf Ritter / WAZ

Jerez de la Frontera/Spanien.  Trainer Thomas Reis schickte am Freitagvormittag drei Spieler vorzeitig aufs Zimmer. Zum Ausruhen. Neuzugang Zulj trainierte erstmals mit.

Als das Aufwärmen und ein paar Kraftübungen absolviert waren, bereitete sich Robert Zulj, Bochums erster Winterneuzugang, auf seine ersten Minuten im Trainings-Abschluss-Spiel elf gegen elf vor. Drei seiner neuen Kollegen indes durften – oder mussten – das Feld schon wieder verlassen.

Trainer Thomas Reis verpasste Silvere Ganvoula, Danilo Soares und Danny Blum, der allerdings leicht angeschlagen ist, einen Denkzettel. Anders sind seine Äußerungen jedenfalls kaum zu interpretieren. „Das ist eine Maßnahme der Belastungssteuerung“, erklärte Reis. „Sie waren gestern müde, wobei Danny muskuläre Probleme hat. Es ist meine Pflicht, dann darauf zu achten.“

Beim Pyramidenlauf ließen die Spieler abreißen

Tags zuvor hatte Reis wie berichtet eine Ausdauereinheit angesetzt, bei der es auch darum ging, den „wunden Punkt“ zu überwinden. Am Ende konnten Soares, Blum und Ganvoula nicht mehr mithalten,

ließen abreißen, schwächten damit auch ihre Laufgruppe, in vier Gruppen absolvierten die Profis ja den Pyramidenlauf am Donnerstag. Ob die drei Spieler am Nachmittag wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren, ließ Reis noch offen. Der Coach schont also auch die Stammkräfte nicht, wenn es um das große Ganze geht. Ganvoula hatte beim Laktattest gut abgeschnitten, ist körperlich eigentlich ganz gut drauf, wie auch Reis am Vortag betont hatte. Eine Frage des Willens also, könnte man meinen.

Robert Zulj: „Wir haben viele gute Charaktere im Team“

Freudig empfangen wurde indes der erste Winterneuzugang. Der aus Hoffenheim geholte Robert Zulj, am frühen Abend zuvor eingeflogen, absolvierte seine erste Einheit. Im Spiel agierte er in einem 4-3-3 oder auch 4-3-1-2 im offensiven Mittelfeld beziehungsweise, die Grenzen sind fließend, in Abwesenheit von Ganvoula ganz vorne drin. „Wir haben viele gute Charaktere im Team, die Mannschaft ist super, die Fans haben mich herzlich begrüßt“, schilderte der 27-Jährige seine ersten Eindrücke. Zulj will am Samstag im Testspiel gegen Dinamo Bukarest seine ersten Testspiel-Minuten absolvieren.

Er habe sehr gute Gespräche mit Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz geführt, erklärte er seine Beweggründe, „das Gesamtpaket passte, daher habe ich dem VfL den Vorzug vor anderen Vereinen gegeben.“ Auch sein „Bauchgefühl“ habe eine Rolle gespielt, „dass dies der richtige Schritt ist.“ Zumal der VfL ähnlich wie Fürth und Union Berlin, früheren Stationen des offensiven Mittelfeldspielers, ein familiärer Klub sei.

Neuzugang aus Hoffenheim betont die Zweikampfhärte in der 2. Liga

Seine Stärken? „Ich kenne die Liga gut, sie ist zweikampfbetont, man muss präsent sein. Ich habe gelernt, dass man ohne ein körperbetontes Spiel in der 2. Liga nichts erreichen kann“, sagt der Österreicher. „Ich denke, ich bin auch am Ball nicht so schlecht, aber vor allem muss man präsent sein im Zweikampf“, ergänzt der 1,89 Meter große Offensivmann. Das Ziel ist klar: „Bei uns gibt es keinen, der gerne unten drin steht. Wir wollen positiv in die Rückrunde gehen. Wir haben eine gute Mannschaft. Wenn wir unser Potenzial auf den Platz bringen, können wir die unteren Regionen in der Tabelle schnell verlassen.“

Fehlende Spielpraxis ist für Zulj kein großes Problem

Dass er ein halbes Jahr lang in Hoffenheim kein Pflichtspiel bestritten hat, ist für Zulj „kein großes Problem“, auch nach seinem Wechsel auf Leihbasis zu Union Belin in der Vorsaison, wo der torgefährliche Zentrumsspieler eine starke Saison hinlegte, habe er nach ein paar Tagen bereits gespielt. Positionell sieht sich Zulj, der einige VfL-Profis wie Tom Weilandt (aus Fürther Zeit) oder Simon Lorenz (Hoffenheim) bereits aus gemeinsamen Zeiten kennt, am liebsten „auf der Zehn“ aufgehoben. Er könne aber auch als Achter oder sogar Sechser spielen - wie im Hinspiel der Vorsaison mit Berlin gegen Bochum. In jedem Fall ist er im Zentrum zuhause. Robett Zulj: „Ich will immer viel den Ball haben.“

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