2. Bundesliga

Trainer und Spieler des VfL Bochum geigen sich die Meinung

Leitete eine lange Aussprache am Dienstag: Trainer Thomas Reis.

Leitete eine lange Aussprache am Dienstag: Trainer Thomas Reis.

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing / firo Sportphoto

Bochum.  75 Minuten lang dauerte die Klartext-Sitzung beim VfL Bochum, Spieler und Trainer sagten sich die Meinung. Ein Profi erhielt ein Straftraining.

Um 16.15 Uhr kamen die Spieler des VfL Bochum am Dienstag aus der Kabine, um das für 15 Uhr angesetzte Training auf dem Platz fortzusetzen. 75 Minuten lang hatten sich Profis und Trainer hinter verschlossenen Türen die Meinung gegeigt. Nicht nur das 3:3 gegen den Karlsruher SC hatte Trainer Thomas Reis dazu veranlasst, für eine Aussprache in XXL-Länge zu sorgen. „Wir haben ein paar Dinge angesprochen, auch allgemeine Dinge, die nicht nur das Spiel gegen den KSC betrafen“, erklärte Reis nach der Einheit gegenüber der WAZ. „Ich hoffe, dass es fruchtbar war.“

Details sollen natürlich in der Kabine bleiben, im Kreis der Spieler und Trainer. Klar ist: Thomas Reis bezog die Profis aktiv ein, die Spieler sind gezielt angesprochen worden. Nicht, um sie an den Pranger zu stellen, so Reis. Aber, so der Tenor: Jeder müsse sich stellen. Untereinander. Auch: nach außen, im Stadion. Dass sich die Mannschaft zu den Fans zu begeben hat, auch wenn es dort mal ungemütlich wird nach einer solchen Leistung wie gegen den KSC, war auch ein Thema der vermutlich lebhaften Diskussionsrunde. Nach dem Abpfiff waren einige Spieler schnell in den Katakomben verschwunden.

Stadionbesuch beim BVB ist ein Thema

Auch der Fall Armel Bella-Kotchap kam wohl zur Sprache, wenn man dies denn einen Fall nennen mag. Der 17-Jährige war am frühen Samstagabend, also am Abend vor dem Heimspiel gegen Karlsruhe, beim Spiel von Borussia Dortmund gegen Mönchengladbach und postete dies bei Instagram. Wenn es aber sportlich nicht läuft, sagt Reis, „fliegt einem das dann um die Ohren. Die Jungs müssen lernen, wann sie was tun und wann etwas nicht angebracht ist.“ Das Posting könne er nicht gutheißen, am Stadionbesuch selbst allerdings hat Reis nichts auszusetzen: „Dass sich ein Spieler ein Fußballspiel ansieht, sehe ich als Fortbildung“, so der Trainer. Damit sei das Thema für ihn erledigt. Bella-Kotchap, der am Sonntag im Kader war, aber wie in den Partien zuvor nicht zum Einsatz kam, trainierte anschließend normal mit.

Termin verpasst: Osei-Tutu rennt nur die Linie rauf und runter

Anders als Jordi Osei-Tutu. Der 20-Jährige hatte jüngst einen längerfristig anberaumten VfL-Termin nicht wahrgenommen. Als seine Kollegen am Dienstag elf gegen elf spielten, musste Osei-Tutu daher unter Anleitung von Athletik-Trainer Jörn Menger die Linie rauf- und runterrennen. Stattdessen durften sich die noch A-Jugendlichen Jungprofis Moritz Römling und Stelios Kokovas im Training beweisen. An diesem Mittwoch darf aber auch Osei-Tutu wieder normal mitspielen.

Späte Gegentore machen „vieles kaputt“

Rein sportlich ärgert sich der Coach maßlos über Schläfrigkeiten und mangelnde Bereitschaft Einzelner auf dem Platz. Die vielen späten Gegentore „dürfen uns nicht mehr passieren“, sagt er. Speziell gegen den KSC hätte man zuvor auch ein, zwei, drei Angriffe deutlich besser, konsequenter, mit mehr Konzentration zu Ende führen müssen, „fahrlässig“ nannte der Trainer das Verpassen des 4:2, der Ausgleich habe dann „vieles wieder kaputt gemacht“.

Training: Aggressivität im Spiel, aber kein Aktionismus

Beim Training nach der Aussprache ließ er nach dem - etwas intensiveren - Aufwärmen elf gegen elf spielen, drei Mal zehn Minuten, mit Tempoläufen dazwischen. „Ich wollte Aggressivität sehen, jeder konnte sich zeigen“, so Reis. In „Aktionismus verfallen“ werde er jetzt nicht. „Das wichtige Spiel“, sagt der bei vier Remis und einem Sieg ja immerhin noch unbesiegte VfL-Trainer, „haben wir am Freitag.“ In Kiel wird sich zeigen, ob die Klartext-Sitzung bei allen richtig angekommen ist.

Lee soll am Mittwoch wieder einsteigen

Womöglich kann dann auch Chung-Yong Lee wieder mitmachen. Am Dienstag trainierte er noch individuell, nachdem er wegen wieder aufgetretener muskulärer Probleme am Ende der letzten Woche das Training und die Partie gegen den KSC verpasst hatte. Heute soll Lee wieder mit der Mannschaft trainieren.

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