VfL-Fans

Stimmungsboykott vergessen - Bochum hat seine Fans zurück

Die Bochumer jubeln nach dem Tor zum 2:1 gegen Union Berlin.

Foto: firo

Die Bochumer jubeln nach dem Tor zum 2:1 gegen Union Berlin. Foto: firo

Bochum.  Der VfL Bochum kann noch gewinnen. Und er kann auch noch seine leidgeprüften Fans begeistern. Das hat der Sieg gegen Union Berlin gezeigt.

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Der 2:1 (1:1)-Sieg des VfL Bochum in der zweiten Bundesliga gegen Union Berlin hatte eine Reaktion der 13.119 Fans im Stadion zur Folge.

In der 26. Minute hörte man im Bochumer Stadion jedes noch so leise und ungeduldige Trampeln der Fans so laut auf dem Boden als hätte man eine ganze Herde Elefanten neben sich. Denn weil sich auch die Fans von Union Berlin eine Pause gönnten, waren keine Fangesänge mehr im Ruhrstadion zu hören. Die VfL-Fans hatten genug.

Teile der Ultras boykottieren schon seit der Abstimmung für die Ausgliederung des VfL in eine Kapitalgesellschaft die Stimmung im Stadion. Wegen der hochexplosiven sportlichen Ausgangslage vor der Begegnung gegen Union Berlin wollte auch am 16. Spieltag der zweiten Liga zunächst wieder keine Atmosphäre aufkommen, wie man sie sonst an der Castroper Straße gewohnt ist. Zwar gab es bei der Grönemeyer-Hymne und in den ersten drei Minuten vereinzelte Ausschläge nach oben, doch wirklich laut wurde es nicht. Nach dem 0:1-Rückstand war dann komplett Schluss. Die Ränge verstummten wie so häufig dieses Jahr - aber dieses Mal nur vorübergehend.

Die Mannschaft brach nicht ein

Der Grund dafür war die Mannschaft. Denn diese brach nicht ein, sondern erfüllte mit einer starken Mentalität und großem Einsatz ihre Pflicht gegenüber den Zuschauern. Sie legte die Grundtugenden an den Tag, die zu oft in dieser Saison schon gefehlt haben: Einsatzwille, Laufbereitschaft und positive Körpersprache. Als dann in Minute 40 noch ein eigentlich harmloser Schuss von Kevin Stöger abgefälscht wurde und ins Tor flog, hielt es die leidgeprüften Anhänger des VfL nicht mehr auf den Sitzen. 1:1 - der Glaube an das Team war wieder da. Mit warmem Applaus und VfL-Sprechchören ging es in die Kabine. Die Art und Weise des Auftretens der Elf von Jens Rasiejewski hatte für eine positive Reaktion der Zuschauer gesorgt. Der Trainer freute sich beim Sieg auch für die Fans, gab aber eine Grundvoraussetzung zu bedenken.

„Der erste Schritt kam von der Mannschaft. Die ist aktuell auch in der Pflicht“, sagte er. In den zweiten 45 Minuten nahm der VfL Bochum den Schwung sehr gut mit und spielte fast ausschließlich auf das Berliner Tor. Spätestens an dieser Stelle rückten die Erlebnisse der aktuellen Situation kurzzeitig in den Hintergrund. Mannschaft und Fans standen geschlossen zusammen. Und durften sich nach Hinterseers 2:1-Treffer zusammen über den vorzeitigen Befreiungsschlag und ersten Sieg nach vier Remis freuen. Sollte diese Einheit in den nächsten Spielen weiter bestehen, kann der VfL-Bochum den Weg aus der Krise finden.

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