VfL - Nürnberg

Starke Fairplay-Aktion von VfL-Torwart Riemann

Manuel Riemann hatte diesmal Lob für Mitspieler (hier Armel Bella-Kotchap) und Gegenspieler.

Manuel Riemann hatte diesmal Lob für Mitspieler (hier Armel Bella-Kotchap) und Gegenspieler.

Foto: Christof Koepsel / Bongarts/Getty Images

Bochum.  An Manuel Riemann scheiden sich bisweilen die Geister. Gegen Nürnberg zeigte er ein tadelloses Spiel und eine beachtenswerte Fairplay-Aktion.

Ganz ruhig stellte er sich den Medien hinterher, wie so oft in den letzten Wochen. Auch, als es Kritik hagelte von allen Seiten. Manuel Riemann hatte am Montag beim 3:1-Sieg seines VfL Bochum gegen Nürnberg für Fairplay gesorgt. Einige Anhänger in der Ostkurve hatten den 18-jährigen Torwart-Kollegen Benedikt Willert verhöhnt, hatten nach dem 2:0 und 3:0 des VfL gesungen: „Fünfter Torwart – jeder hat‘s gesehn“. Riemann ging in der Pause zur Ostkurve, zeigte mit dem Finger auf den Mund. Fortan gab es keinen Hohn mehr von den Rängen.

Der Torwart des VfL, lange Zeit das Gegenteil des Publikumslieblings beim VfL Bochum, hat sich gewandelt. Er ist ruhiger geworden statt aufbrausend, selbstkritischer, reflektierter. Ein Führungsspieler. Beim 2:2 gegen Darmstadt vor einigen Wochen noch hatte er einen Mitspieler angeschrien, das kam nicht gut an. „Da kriege ich auch Lack von meiner Frau“, erzählte Riemann. „Ich hatte es mir selbst nochmal angeschaut und sage, ja, zurecht. Das hilft mir nicht, dem Mitspieler nicht, uns nicht. Ich bin 31, aber ich kann und will mich immer noch weiterentwickeln“, sagte er.

Lob für Nürnbergs jungen Torwart

Am Montag schnappte er sich nach dem Schlusspfiff auch Benedikt Willert, den 18-Jährigen Torwart des 1. FC Nürnberg. „Ich habe ihm hinterher gesagt, dass er ein richtig gutes Spiel gemacht hat. Für mich waren die Gegentore keine Torwartfehler“, so Riemann. Und zu den Bochumer Anhängern, die ihn verhöhnt hatten, meinte der Torwart: „Man muss einen 18-Jährigen nicht so runterschreien, noch dazu unberechtigt.“

Riemann ist – nicht erst seit Montag – in der Gunst vieler Anhänger gestiegen. So nimmt es Riemann selbst jedenfalls wahr, die Geste vom Montag, gepaart mit Manu-Riemann-Rufen nach Paraden, bestätigten diesen Eindruck: „Ich denke, ich habe mir bei den Fans ein Standing erarbeitet, weil ich auch im Dialog mit ihnen bin“, so der Torwart. „Ich bin kein einfacher Typ, man mag mich oder man hasst mich, das ist auch in Ordnung so. Ich bin sicher nicht perfekt und versuche, mich weiterzuentwickeln.“

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