VfL Bochum

Fans stehen schon früh morgens Schlange beim VfL Bochum

Cristian Gamboa (M.) war am Mittwoch gefühlt bester Torschütze beim  Training

Cristian Gamboa (M.) war am Mittwoch gefühlt bester Torschütze beim Training

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Das war mal wieder ein ungewöhnlicher Morgen für den VfL Bochum. Die Fans standen Schlange am Ticketschalter. Grund ist nicht der neue Trainer.

Die Fans standen vor dem Fanshop des VfL Bochum in einer langen Schlange bis zur Ostkurve. Und das seit dem frühen Morgen. Sechs Kassen hatten die Mitarbeiter geöffnet, um dem Ansturm Herr zu werden. Der Mittwoch brachte mal wieder Ungewöhnliches für den VfL. Es sah fast nach Aufbruchstimmung und so etwas wie einem kleinem Hype aus. Der Grund für die große Anzahl an Fans war allerdings nicht der neue Trainer Thomas Reis. Der steht am Sonntag vor seinem ersten Spiel. Die Fans aber standen an, um sich Tickets für das Spiel des VfL in der zweiten Runde des DFB-Pokals zu sichern. Am 29. Oktober geht es gegen den FC Bayern München.

Da wird das Stadion voll werden, ausverkauft sein. Auch wenn es am Mittwoch zunächst noch Karten gab. Spätestens wenn die Tickets in den freien Verkauf gehen, wird es schnell keine mehr geben. Das wird zum Heimspiel am Sonntag gegen Dynamo Dresden nicht passieren. Das aber ist gerade Realität und die erste Aufgabe von Thomas Reis. Auf das Spiel bereitet er sein Team in seiner ersten Arbeitswoche vor.

Der vierte Startversuch

In der versucht er eine gewisse Aufbruchstimmung im Team zu erzeugen. Mit ihm als neuem Trainer geht es wieder von Null los. Es ist, nachdem Robin Dutt bereits das erste Heimspiel nach der Auftaktpleite in Regensburg zum „echten Start“ erklärt hatte und nachdem dann Heiko Butscher kurz übernommen hatte, der inzwischen vierte Startversuch in dieser Spielzeit. Jetzt soll der Motor des VfL anspringen. Die bisherigen fünf Spiele, der Stotterstart sollen schnell Geschichte sein. Mit Reis soll es in die Spur gehen, am besten auf die Überholspur.

Wie er das versucht, war am Mittwochmorgen gut zu sehen. Da zeigte sich, dass auch Fußball-Profis irgendwie nur große Jungs sind, die total gerne Fußball spielen. Und wenn das dann auch noch Spaß macht – umso besser.

Bessere Stimmung beim Training

Genau den Spaß versucht Reis den Spielern zu geben. Zurück zu geben, muss man fast sagen. Der Saisonstart mit zwei Punkten aus fünf Spielen, dazu der Wechsel auf der Trainerbank, das alles hat nicht dafür gesorgt, dass die Stimmung beim Training ausgelassen ist. Das war sie am Mittwoch auch nicht. Mit einer Übung aber schaffte es Reis, dass sie zumindest an diesem Tag besser wurde.

Er ließ jeweils zwei Gruppen gegeneinander im Torschuss antreten. Traf die eine Gruppe, musste die andere laufen. Gefühlt bester Torschütze, ohne das mitgezählt wurde, war ausgerechnet ein Verteidiger. Cristian Gamboa, der neue Rechtsverteidiger aus Costa Rica, feierte jeden seiner Treffer ausgelassen. Silvere Ganvoula, der Mann, der bisher dafür gesorgt hat, dass der VfL überhaupt zwei Punkte hat und im DFB-Pokal gegen die Bayern spielen darf, gewann dagegen den nicht vergebenen Preis für den Schuss, der am höchsten über das Tor ging. Er drosch den Ball vom Trainingsplatz auf den Leichtathletikplatz. Bis Sonntag hat er Zeit, seinen Fuß wieder besser einzustellen. Seine Tore werden weiter benötigt.

Reis hat personell mehr Möglichkeiten

Und das unabhängig davon, dass nun Manuel Wintzheimer da ist. Der neue Mann aus Hamburg, der die Nummer 18 bekommen hat, gibt Thomas Reis mehr Möglichkeiten. Schon am Dienstag beim Training wählte Reis eine Aufstellung, in der weder etablierte Kräfte wie Simon Zoller und Danny Blum oder Wintzheimer standen. Dazu fehlte noch Vitaly Janelt, der für die deutsche U21 gegen Wales spielte. Die Chance, während eines Spiels möglicherweise so viel Qualität von der Bank bringen zu können, hatten Robin Dutt und Heiko Butscher zuletzt nicht.

Wenn dann auch noch Chung-Yong Lee und Tom Weilandt wieder fit sind, hat Reis noch mehr Variationsmöglichkeiten. Beide trainieren weiterhin nicht mit der Mannschaft und scheinen für den Sonntag noch keine Option zu sein. Genauso wenig wie Uli Bapoh. Der ist nach seiner Roten Karte aus dem Spiel gegen Wehen-Wiesbaden für das Dresden-Spiel gesperrt.

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