Saisonstart 2. Liga

Der VfL Bochum redet sich nicht klein vor dem Duell gegen Köln

Will hoch hinaus mit dem VfL: Robin Dutt.

Will hoch hinaus mit dem VfL: Robin Dutt.

Foto: dpa

Bochum  Am ersten Zweitliga-Spieltag geht es gegen den 1. FC Köln. Trainer Dutt ist zuversichtlich: Hinter den Bundesliga-Absteigern ist viel möglich.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Robin Dutt wiederholt sich nicht so gerne. Ein- oder zweimal hat er in der Vorbereitung davon gesprochen, dass sich seine Mannschaft auf „Augenhöhe“ mit dem oft gutklassigen Gegner befunden habe. Vor dem Saisonauftakt gegen den Meisterschaftsfavoriten der 2. Bundesliga schlechthin findet der Trainer des VfL Bochum andere Worte. „Ich glaube nicht, dass eine der beiden Mannschaften die andere über 90 Minuten platt walzen wird“, sagte Dutt vor dem West-Höhepunkt heute gegen den 1. FC Köln (13 Uhr/Sky) in Bochum. Das klingt zwar nicht nach vollmundiger Kampfansage, signalisiert andererseits aber ein gesundes Selbstbewusstsein.

Nur drei Neue auf dem Platz

Nach der vergangenen Saison, der man ohne zu übertreiben die Überschrift Versuch und Irrtum – mit Betonung auf Irrtum – geben könnte, hat zunächst die Berufung von Robin Dutt und Sportvorstand Sebastian Schindzielorz für Ruhe in Bochum gesorgt. Daran an schloss nach einem sehr guten letzten Saisondrittel eine auf Kontinuität bedachte, zurückhaltende Personalpolitik. Lediglich drei neue, auswärtige Spieler, Sebastian Maier, Silvère Ganvoulan und Milos Pantovic, gilt es momentan an der Castroper Straße zu integrieren. Das empfinden offenbar nicht nur die Bochumer selbst als großes Plus, sondern auch die Konkurrenten. Ob bis zur Schließung des Transferfensters noch ein Innenverteidiger hinzu kommt, ist derzeit offen.

Schon vor ein paar Wochen sprach Dutt von einem „guten Teamspirit“. Beobachtungen am Rande des Trainingsplatzes bestätigen diese Einschätzung. Dutts Art der unaufgeregten und von gegenseitigem Respekt geprägte Kommunikation kommt bei den Spielern an, seine Entscheidungen werden akzeptiert, weil er nicht ausgrenzt. Der interne Konkurrenzkampf hat Fahrt aufgenommen, bislang ohne große Reibereien. Ob das für immer und ewig so bleibt, wird sich wohl erst dann zeigen, wenn es mal nicht so rund läuft für die Bochumer, die sich in diesen Tagen als eine homogene Einheit präsentieren.

Maier fällt zum Auftakt aus

Hatte der damalige Sportvorstand Christian Hochstätter vor einem Jahr noch den Aufstieg als klar umrissenes Ziel genannt, zeigen sich die Bochumer heute fast schon geläutert. Angesichts der wirtschaftlichen Potenz Kölns und Hamburgs würde eine erneute offensive Herangehensweise an das Thema Aufstieg wohl vor allem auf Unverständnis stoßen. Klein machen sich die Bochumer allerdings auch nicht. Hinter den beiden Bundesliga-Absteigern sei vieles möglich, sagt Dutt, zwei Millionen Euro mehr oder weniger machten keinen großen Unterschied aus. Auch die Spieler beweisen einerseits Augenmaß, ducken sich andererseits aber auch nicht weg.

„Ich persönlich will nie schlechter sein als im Vorjahr“, sagte kürzlich Routinier Tim Hoogland und setzte damit schon einmal einen unteren Grenzpfosten. Zur Erinnerung: Auf Rang sechs waren die Bochumer trotz aller Turbulenzen durchs Ziel gegangen.

Dass Sebastian Maier, der designierte Nachfolger des nach Düsseldorf weiter gezogenen Spielmachers Kevin Stöger, wegen einer Innenbandzerrung ausfällt und den Saisonauftakt verpasst, findet Dutt „schade“. An seiner Haltung zur öffentlichen Diskussion um Favoriten und Geheimfavoriten ändert das jedoch nichts. „Das alles ist doch nur Geplänkel“, sagte der 53-Jährige.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (5) Kommentar schreiben