VfL Bochum

Der VfL Bochum muss sich nach dem 3:3 schnell regenerieren

Enttäuscht, wie hier Jan Gyamerah, waren die Bochumer Spieler nach dem späten Ausgleichstreffer der Regensburger.

Enttäuscht, wie hier Jan Gyamerah, waren die Bochumer Spieler nach dem späten Ausgleichstreffer der Regensburger.

Foto: Guido Kirchner/dpa

Bochum.   Die personelle Basis ist schmal, der Kraftverlust beim VfL Bochum nach dem Remis gegen Jahn Regensburg groß. Am Freitag geht es in Fürth weiter.

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Lukas Hinterseer brachte es auf den Punkt. „Eigentlich waren wir doch schon durch“, sagte der Mann, der zweimal den richtigen Riecher besessen und mit seinen Treffern den VfL Bochum auf Siegkurs gebracht hatte. Doch dann ging den Schützlingen von Trainer Robin Dutt der Kompass verloren. „Zum Schluss verlieren wir die Ordnung, das ist ärgerlich“, sagte Dutt.

Viel hatten die Gastgeber investiert gegen unangenehme und taktisch clevere Regensburger, hatten einen hohen Aufwand betrieben und schließlich in dieser Partie der kuriosen Szenen beim Stande von 3:1 schon wie der sichere Sieger ausgesehen. Spätestens nachdem Manuel Riemann Jann Georges Handelfmeter pariert hatte, waren die Bochumer Fans guter Dinge. Zu diesem Zeitpunkt trennte den VfL nur noch ein Zähler von Union Berlin auf Rang drei. Und nach 70 Spielminuten war ja das Ende in Sicht. Was sollte angesichts des Zwei-Tore-Vorsprunges noch passieren?

Aber dann ging den Hausherren komplett die Luft aus. Angriff auf Angriff rollte auf Riemanns Tor zu, Entlastung fand nicht mehr statt. Dass Schiedsrichter Petersen nach dem letztlich enttäuschenden 3:3 in die Kritik geriet, ist emotional verständlich, aber sachlich falsch. Den Handelfmeter muss er geben, den Foulelfmeter - Danilo Soares berührte Marco Grüttners Sprunggelenk - kann er geben. Die Anerkennung verweigern müssen hätte er dagegen dem Treffer zum 2:1 für den VfL. Lukas Hinterseer räumte später ein, im Abseits gestanden zu haben, hakte das Thema aber folgendermaßen ab: „Es ist nicht meine Sache, das zu entscheiden.“ Unter dem Strich muss man also sagen: Die Hausherren hatten keinen Grund, sich über den Unparteiischen zu beklagen.

Man tut auf Bochumer Seite überhaupt gut daran, die eigenen Defizite zu thematisieren. Die personelle Basis ist derzeit doch recht dünn, die Mannschaft, die über weite Strecken eine starke Laufleistung hingelegt hatte, hätte schon ein wenig eher als erst in den letzten Minuten frisches Blut gebrauchen können. Robbie Kruse, dem nicht viel gelang an diesem Abend, wäre unter anderen personellen Umständen wohl kein Kandidat für die kompletten 90 Minuten gewesen, und auch der bisher so stark aufspielende Tom Weilandt war diesmal praktisch wirkungslos und tauchte unter.

Die Gastgeber hatten auf dem Weg zum 3:1 offensichtlich zu viele Körner gelassen, um der fulminanten Schlussoffensive der starken Regensburger trotzen zu können. „Faszinierend an meiner Mannschaft ist: Sie gibt nicht auf“, zollte Jahn-Trainer Achim Beierlorzer seinen Spielern ein großes Lob. Beierlorzer, früher Mathematik- und Sportlehrer, war nach einem „Wahnsinnsspiel mit vielen Facetten“ nicht unzufrieden mit dem Punktgewinn. Zumal seine Mannschaft ihre Erfolgsserie fortsetzen konnte und nun schon sechsmal in Folge nicht besiegt werden konnte.

Die Serie der Bochumer nimmt sich dagegen bescheiden aus. Dreimal hat man nicht mehr verloren, und jetzt wartet mit der SpVgg Greuther Fürth der Tabellenvierte auf die Elf von Robin Dutt. Fürth, exzellent in die Saison gestartet, muss gerade nach dem 0:2 in Darmstadt die zweite Saisonniederlage verdauen.

„Jahn Regensburg ist in der Lage, dem Gegner Stress zu bereiten“, hatte Dutt vor dem Montagspiel gesagt und damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Dieser Kommentar gilt aber sicher auch für Fürth. Wichtig wird für die Bochumer deshalb sein, in der relativ kurzen Zeit bis Freitag gut zu regenerieren. Hoffen muss man auch darauf, dass sich die personelle Situation nicht noch verschlechtert. Gegen Regensburg musste Stefano Celozzi in der Schlussphase ausgewechselt werden, doch die muskulären Beschwerden scheinen nicht gravierend zu sein. Die Physiotherapeuten, so sieht es derzeit aus, werden die Angelegenheit in den nächsten Tagen in den Griff bekommen.

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