VfL Bochum

Bochum wartet nach dem 2:2 weiter auf den Befreiungsschlag

Punkt gerettet, aber wieder nicht gewonenn: die VfL-Spieler nach dem Schlusspfiff.

Punkt gerettet, aber wieder nicht gewonenn: die VfL-Spieler nach dem Schlusspfiff.

Foto: firo Sportphoto/ Jürgen Fromme / firo Sportphoto

Bochum.  Nach dem 2:2 gegen Dynamo Dresden wartet der VfL Bochum weiter auf den ersten Sieg. Auch, weil er 20 Minuten im Tiefschlaf war.

Einfach nur einen Sieg hatte sich Bochums Vereinslegende gewünscht, sonst nichts an diesem sonnigen Sonntag. Doch VfL-Rekordspieler Michael „Ata“ Lameck, der seinen 70. Geburtstag natürlich im Ruhrstadion feierte, wurde nur mit einem Punkt beschert. Beim Trainerdebüt von Thomas Reis reichte es für den Zweitligisten gegen Dynamo Dresden wieder nur zu einem 2:2 (0:2). Und wieder benötigte der Gastgeber die Brechstange, um nach einem 0:2 noch einen Zähler zu retten.

Damit hat Bochum den schwächsten Saisonstart seiner Vereinsgeschichte hingelegt, nur drei Punkte aus den ersten sechs Zweitliga-Partien, das gab es noch nie. Der VfL ist weiterhin Tabellenvorletzter, er wartet weiter auf den ersten Saisonerfolg. Doch Thomas Reis war dennoch nicht unzufrieden. Der 45-Jährige stellte vor allem das Gute im Schlechten heraus: „Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie mit dem Rückstand umgegangen ist. Das zeigt, dass die Mannschaft absolut intakt ist.“ Von der Intensität her, sagte der nach einer selten stressfreien Partie ruhig und besonnen wirkende Reis, „kann man sich im ersten Spiel nichts Besseres wünschen“.

Wieder rennt Bochum einen Rückstand hinterher

Wie schon bei den Heimspielen gegen Bielefeld (3:3 nach 0:2) und Wehen Wiesbaden (3:3 nach 0:3) hechelte der VfL einem schier aussichtslosen Rückstand hinterher. Der Ausgleich dank der Treffer von Danny Blum (79.) und Anthony Losilla (85.) nach den Nackenschlägen von Alexander Jeremejeff (46.) kurz nach der Pause und Moussa Koné nach einem Konter (63.) war zweifelsfrei verdient.

Doch auch unter Thomas Reis schaffte es der VfL nicht, aus einem strukturierten Spiel heraus die Null zu halten, selbst mal in Führung zu gehen. „Wir haben wieder Moral gezeigt, aber darüber müssen wir nicht jede Woche sprechen“, meinte Spielgestalter Sebastian Maier. „Wir müssen auch mal ein Spiel gewinnen und zusehen, dass wir ohne Gegentor bleiben.“ Mit 14 Gegentoren stellt Bochum statistisch die zweitschwächste Defensive der Liga, nur Schlusslicht Wehen Wiesbaden kassierte noch vier Tore mehr.

Partie in der ersten Halbzeit im Griff

Dabei hatte der VfL in der ersten Halbzeit die Partie weitgehend im Griff. Die Vorgabe von Reis, vor allem kompakt zu agieren, energisch zu pressen, Bälle in Dresdens Hälfte zu erobern, setzte der VfL um. Allerdings fehlte es im letzten Drittel am Zug zum Tor, gefährlich wurde es vor dem Dynamo-Gehäuse nur in Ansätzen.

Und nach der Pause verfiel Bochum in alte Muster. „Wir hatten 20 Minuten, da waren wir im Tiefschlaf“, sagte Kapitän Anthony Losilla. „Ich hoffe, dass uns das nicht mehr passiert, das ist zu viel für die Nerven.“

Jetzt geht es zum SV Sandhausen

Die Nerven von Thomas Reis sind augenscheinlich noch nicht überstrapaziert, nach seiner ersten Achterbahn-Fahrt der Gefühle als Trainer des VfL gibt er sich optimistisch, den Bock bald umzustoßen. In Zukunft, hofft der Trainer, werde sein Team andere, spielerische „Mittel und Lösungen“ finden, um nicht erst im Alles-oder-Nichts-Modus Tore erzwingen zu müssen. Die nächste Chance dazu hat der im gesamten Jahr 2019 auswärts noch sieglose VfL am kommenden Samstag: Dann geht es zum SV Sandhausen. Der Tabellensechste hat bereits sieben Zähler mehr geholt als Bochum.

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