2. Bundesliga

VfL Bochum: Ohne Celozzi und Decarli zum Angstgegner St. Pauli

Musste schon gegen Nürnberg angeschlagen ausgewechselt werden: Stefano Celozzi (l.).

Musste schon gegen Nürnberg angeschlagen ausgewechselt werden: Stefano Celozzi (l.).

Foto: Christof Koepsel / Bongarts/Getty Images

Bochum.  Personell angeschlagen reist der VfL Bochum zum FC St. Pauli. Gegen den Kiez-Klub ist der VfL seit zehn Partien ohne Sieg.

Holmar Eyjolfsson erzielte das Tor des Abends an diesem kühlen Februarabend, als Peter Neururer noch Trainer war beim VfL Bochum und Marcel Maltritz keine Vereins-Legende, sondern ein Zweitliga-Spieler des VfL. Mit 1:0 gewann Bochum am 15. Februar 2014 am Hamburger Millerntor, glücklich übrigens, aber das interessiert Statistiker ja nicht. Es folgten: zehn Partien gegen den FC St. Pauli - und kein Sieg (sechs Niederlagen, vier Remis). Eine Gruselbilanz.

Patrick Fabian, der nach seiner Verletzungspause in den Kader zurückkehrt, ist der einzige Bochumer, der vor fast sechs Jahren schon dabei war. Und Thomas Reis ist nun der fünfte Trainer des VfL Bochum, der es seit Neururer mit einem Erfolg versucht gegen den Kiez-Klub. An diesem Freitag ab 18.30 Uhr.

2500 Fans reisen nach Hamburg

Mindestens 2500 Bochumer Fans werden ihr Team im Millerntorstadion mit dieser besonderen Atmosphäre unterstützen, der Gästeblock ist ausverkauft. Auf der Reservebank des VfL indes bleiben erneut zwei Plätze frei: Mit nur 18 Spielern, darunter zwei Torhütern, reiste Bochum nach Hamburg. Gegen Nürnberg waren sogar nur 17 statt der 20 erlaubten Mann im Kader.

Ganvoula kehrt wohl in die Startelf zurück

Zurückkehren - und zwar voraussichtlich in die Startelf - wird neben Fabian der zuletzt gesperrte Torjäger Silvere Ganvoula. Weiterhin fehlen werden dagegen Abwehrchef Saulo Decarli (Hüftbeuger-Probleme), Mittelfeldmann Sebastian Maier (Entzündung im Sprunggelenk), Rechtsverteidiger Cristian Gamboa (Aufbautraining nach Muskelfaserriss), Ulrich Bapoh (Kreuzbandriss), sowie die erst diese Woche wieder ins Training eingestiegenen Maxim Leitsch und Görkem Saglam. Die Jungprofis Jan Wellers und Maxwell Gyamfi spielen für die 2. Liga derzeit ebenso keine Rolle wie die A-Jugendlichen Moritz Römling und Stelios Kokovas. Reis deutete aber an, dass der eine oder andere sich demnächst „eine Chance verdient“ hätte.

Als Ausfall hinzu kommt indes ein gestandener Mann, Stefano Celozzi. Der Ex-Kapitän laboriert an Problemen im Hüftbeuger und reiste nicht mit nach Hamburg.

Junge Viererkette muss sich St. Pauli stellen

Und damit setzt Trainer Reis auf eine junge Viererkette, die links angeführt wird von dem mit vier Gelben Karten vorbelasteten Führungsspieler Danilo Soares (28). Neben ihm verteidigen wie zuletzt Armel Bella-Kotchap (17) und Simon Lorenz (22), und hinten rechts kommt es jetzt voraussichtlich wieder auf Jordi Osei-Tutu an. Reis ist mittlerweile überzeugt von dem 21-Jährigen, der bisher mehr als Offensiver denn als Defensiver und mit dem einen oder anderen Problemchen auch jenseits des Platzes auffiel. Und der erst im siebten Zweitliga-Spiel unter Reis, beim jüngsten 3:1-Heimsieg, zu seinem ersten Einsatz kam seit der Partie in Stuttgart, als er unter Interimstrainer Heiko Butscher auf dem offensiven Flügel agiert hatte.

Osei-Tutu sammelte gegen Nürnberg Pluspunkte

Gegen Nürnberg allerdings, als Celozzi angeschlagen ausgewechselt werden musste, zeigte Jordi Osei-Tutu eine knappe halbe Stunde lang sein Potenzial. Die Leihgabe vom FC Arsenal London kam in einer Drangphase der Nürnberger ins Spiel, gewann Kopfballduelle in einer Höhe, die man ihm kaum zugetraut hatte, war präsent und aufmerksam. „Ich vertraue ihm“, sagt Reis. „Er hat richtig Qualität und hat es nach seiner Einwechslung gegen Nürnberg richtig gut gemacht.“ Offensiv könnte Jordi Osei-Tutu das Spiel der Bochumer dank seines Tempos und seiner Technik ohnehin beleben.

Lob für Manuel Wintzheimer und Simon Zoller

Einen weiteren Wechsel in der Startelf wird es wohl im Sturmzentrum geben, Acht-Tore-Mann Ganvoula kehrt zurück. Manuel Wintzheimer, sein Vertreter, konnte gegen den Club gleichwohl überzeugen. „Wir wussten, welche Qualitäten er hat. Manu ist einer, der immer will, und er hat sein Tor gemacht“, sagte Reis.

Dennoch wird ihm wohl wieder nur die Jokerrolle bleiben, weil er auf der Außenbahn bisher nicht überzeugte und Reis dort wohl weiterhin auf den zwar offensiv noch fehlerhaften, aber defensiv zuletzt sehr präsenten Simon Zoller setzt. „Seine Arbeit nach hinten hat er unheimlich gut gemacht, nach vorne geht noch mehr, das weiß er selbst“, sagte Reis und betonte noch einmal, wie wichtig „die Arbeit gegen den Ball“ ist für sein Team, das ja nach einem Sieg längst nicht aller Sorgen ledig ist: Bochum ist immer noch Tabellensechzehnter.

Bei einem Sieg zieht der VfL an St. Pauli vorbei

Mit einem Erfolg beim FC St. Pauli würde der VfL am Gastgeber vorbeiziehen und könnte etwas entspannter in die Länderspielpause gehen. Die Aggressivität in den Zweikämpfen, die Kompaktheit im Positionsspiel, die Mentalität wie in den beiden Pokal- und Ligaspielen zuletzt sollen die Basis bilden. „Wir haben jetzt von der Intensität und Power zwei ordentliche Auftritte gehabt, aber wir haben noch eine ganze Menge Arbeit vor uns“, sagt Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz. „Die Mentalität aus dem Nürnberg-Spiel vor allem in der ersten Halbzeit müssen wir in St. Pauli wieder auf den Rasen bringen.“

So könnten sie spielen

FC St. Pauli: Himmelmann - Zander, Östigard, Ziereis, Buballa - Flum, Becker - Miyaichi, Möller Daehli, Sobota - Diamantakos

VfL Bochum: Riemann - Osei-Tutu, Lorenz, Bella-Kotchap, Soares - Tesche, Losilla - Zoller, Lee, Blum - Ganvoula

Reserve: Erwes – Fabian, Janelt, Eisfeld, Pantovic, Weilandt, Wintzheimer

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

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