VfL Bochum

Beim VfL Bochum gibt es noch viele Fragezeichen

War nach seiner besten Saisonleistung in aller Munde: Silvère Ganvoula, hier nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Magdeburg.

War nach seiner besten Saisonleistung in aller Munde: Silvère Ganvoula, hier nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Magdeburg.

Foto: Udo Kreikenbohm

Der Klassenerhalt ist unter Dach und Fach, die kommende Zweitliga-Saison gesichert. Aber wie und mit wem geht es weiter beim VfL Bochum?

Minimalziel erreicht, angstvolle Wochen verhindert und mal wieder ordentlich Tore erzielt: Das Leben könnte für die Verantwortlichen des VfL Bochum nach dem 4:2-Erfolg gegen den 1. FC Magdeburg wieder ziemlich in Ordnung sein. Doch bei näherer Betrachtung verbieten sich im Fußball wie im Leben simple Rechnungen. Nicht alles ist schlecht, wenn man verliert, und nicht alles ist gut, wenn man gewinnt. Dass VfL-Trainer Robin Dutt am Samstagnachmittag „einiges zu kritisieren“ hatte, ist Ausdruck einer nüchternen Betrachtungsweise.

Kritik vom Trainer trotz des Sieges

Weitaus angenehmer ist es allerdings, zunächst über die positiven Aspekte dieses Spiels zu berichten, zum Beispiel über das fulminante Comeback von Tom Weilandt nach fünfwöchiger Verletzungspause. Seine beiden Treffer zum 3:0 und 4:1 waren nicht nur schön anzuschauen, sondern auch extrem wichtig für den glücklichen Ausgang des Nachmittags.

„An einem guten Tag kann er auch mal zwei, drei durchschnittliche Spiele entscheiden“, sagte Dutt und unterstrich damit Weilandts Bedeutung für seine Mannschaft. Dass jedoch Silvère Ganvoula dermaßen auftrumpfen würde, damit war auch nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Dutt sprach von der „wahrscheinlich besten Saisonleistung“ des physisch starken Angreifers, der erstmals zeigte, dass er in einem 4-4-2-System neben einem anderen athletischen Stürmer funktionieren kann. Ganvoulas Treffer zum 1:0 ebnete dem VfL nach einer eher schwachen Eröffnungsphase den Weg zum Erfolg.

Womit wir bei den negativen Aspekten wären. Denn die erste Halbzeit war aus Bochumer Sicht gelinde gesagt unterdurchschnittlich. Magdeburg, was Technik, Spielfluss und stimmiges System angeht, sicher nicht gerade wegweisend in der 2. Liga, war mindestens ebenbürtig und kam besonders über Marius Bülter, den ehemaligen Regionalliga-Spieler aus Rödinghausen, zu Möglichkeiten. Dominik Baumgartner hatte einen schweren Stand gegen Bülter, der später mit dem ersten Magdeburger Treffer neue Hoffnung bei den Gästen schürte. Dass Baumgartner sein erstes Tor für den VfL bejubeln durfte, wird dem Österreicher sicher gut tun, ob er aber eine Dauerlösung auf der Rechtsverteidiger-Position sein kann, ist äußerst fraglich.

Fragezeichen wohin man blickt

Überhaupt sieht man derzeit Fragezeichen, wohin man auch perspektivisch blickt, schließlich gilt es spätestens jetzt eine neue Saison zu planen. Was Gesundheit und Fitness angeht, betrifft das Fragezeichen vor allem Maxim Leitsch, Sebastian Maier und - falls er in Bochum bleiben sollte - Jannik Bandowski. Der gebürtige Hesse löste seine Aufgabe auch gegen Magdeburg recht gut und bereitete im zweiten Saisonspiel bereits den zweiten Treffer vor. Die Frage, die eigentlich niemand seriös beantworten kann, lautet: Kann er der Belastung auf Dauer standhalten?

Weniger die Gesundheit als das Potenzial steht bei anderen Spielern im Mittelpunkt. Dominik Baumgartner wurde bereits genannt, Görkem Saglam gehört auch in diese Kategorie. Und dann wäre da plötzlich auch noch Silvère Ganvoula, der in der Vergangenheit wenig glücklich agiert hatte bei seinen Kurzeinsätzen. Die Frage muss erlaubt sein: War Ganvoula einfach stark am Samstag oder waren seine Magdeburger Gegenspieler so schwach? Beim VfL wird man eine Antwort darauf geben müssen, schließlich wäre eine feste Verpflichtung des 22-Jährigen, wie kolportiert wird, ein Millionentransfer.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben